Die 73-jährige Anwältin Lea Tsemel verteidigt in Israel trotz schwerer Angriffe aus dem eigenen Land noch immer als Terroristen beschuldigte Palästinenser und tritt dabei für die Unschuldsvermutung ein.

Immer wieder führt die Besetzung palästinensischer Gebiete zu blutigen Auseinandersetzungen, eine friedliche Lösung des Dauerkonflikts ist nicht in Sicht. Die jüdische Anwältin Lea Tsemel kämpft seit 50 Jahren für palästinensische Straftäter, die in Israel keine Stimme haben. Ihren Gegnern gilt sie deshalb als Verbündete des Teufels, denn sie vertrete Freiheitskämpfer gegen Israels Sicherheit.

Doch die 73-Jährige verteidigt weiterhin politische Gefangene, Feministinnen und friedliche Demonstranten ebenso wie bewaffnete Militante. Und sie kämpft für radikalisierte Kinder, die von Opfern zu Tätern werden. Sie sei "eine Anwältin, die immer nur verliert", sagt sie und fährt doch fort, trotz scharfer Kritik der Presse und der Öffentlichkeit, für die Rechte der zu Unrecht Beschuldigten zu kämpfen.

Der "Dokumentarfilm im Ersten: Lea Tsemel, Anwältin" von Rachel Leah Jones und Philippe Bellaiche begleitet Lea Tsemel ein Jahr lang im Kampf für einen 13-jährigen palästinensischen Jungen und fragt danach, welch hohen Preis die Anwältin für sich und ihr Familienleben bezahlt. Historisches und privates Archivmaterial seit dem Sechstagekrieg 1967 zeichnen aber auch den beruflichen Werdegang parallel zu dem Geschehen um Ahmads Prozess nach.


Quelle: teleschau – der Mediendienst