Ex-"Love Island"-Kandidatin

Melissa Damilia: "Auf normalem Weg hat die Partnersuche nie funktioniert"

von Franziska Wenzlick

Ihre Suche nach der großen Liebe blieb bei "Love Island" erfolglos. Besser lief es als "Bachelorette". Nun kehrt Melissa Damilia als Moderatorin von "Aftersun: Der Talk danach" zu "Love Island" zurück. Im Interview verrät die 25-Jährige, was sie aus heutiger Sicht als Teilnehmerin anders machen würde.

"Heiße Flirts und wahre Liebe" – das verspricht die Dating-Show "Love Island", die am Montag, 8. März (20.15 Uhr, RTLZWEI), in die mittlerweile fünfte Runde geht. Man nehme: Eine erlesene Auswahl attraktiver Flirtwilliger, eine spanische Insel (statt Mallorca wird in diesem Jahr Teneriffa zur Liebesinsel) und eine Villa, in der sich die Singles unter Dauerbeobachtung auf die Suche nach der großen Liebe begeben dürfen. Dafür sollten sich die "Islander" allerdings nicht allzu lange Zeit lassen: Wer single bleibt, muss gehen. Melissa Damilia, die sich in der dritten Staffel auf die Insel wagte und die Sendung nach einer gescheiterten Romanze mit Herzensbrecher Danilo Cristilli freiwillig verließ, fand schließlich als "Bachelorette" doch noch die Liebe. Jetzt kehrt die 25-Jährige zurück zu "Love Island": An der Seite von Jimi Blue Ochsenknecht übernimmt sie in diesem Jahr die Moderation des Formats "Aftersun: Der Talk danach".

prisma: Die fünfte Staffel von "Love Island" wurde von Mallorca nach Teneriffa verlegt. Was hat sich sonst noch verändert?

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Melissa Damilia: Es gibt selbstverständlich ein Corona-Hygienekonzept, alle werden getestet, kommen in Quarantäne, und bei uns Moderatoren wird es nicht anders sein. Abgesehen davon drehen wir natürlich auch in einer anderen Villa. Es gibt sogar einen Wellness-Bereich! Die Menschen werden wahrscheinlich wie immer außergewöhnlich schön sein – ich habe mal den ein oder anderen Kandidaten gesehen und muss sagen: Gefällt mir sehr gut. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

prisma: Sie werden gemeinsam mit Jimi Blue Ochsenknecht das Format "Aftersun: Der Talk danach" moderieren – sind Sie dafür vor Ort auf Teneriffa?

Damilia: Jimi und ich sind mit dabei auf Teneriffa, ja. Wir haben uns vorab in Berlin schon kennengelernt und ziemlich schnell gemerkt, dass wir gut harmonieren. Ich bin auch froh, dass ich jemanden an meiner Seite habe, es ist ja meine erste Moderation. Außerdem gibt es einen Dauergast, der noch nicht verraten wird. Wie jedes Jahr werden viele Gäste zu uns kommen, auch ehemalige Teilnehmer.

prisma: 2019 waren Sie selbst Teil des "Love Island"-Casts ...

Damilia: Es war eigentlich eine ganz spontane Idee. Ich habe "Love Island" immer verfolgt, und mich hat das Format irgendwie gefesselt. Die Entscheidung fiel von heute auf morgen, während ich auf Asien-Reise war. Damals hatte ich noch eine kleine Liebelei, die nicht funktioniert hat. Ich dachte mir: Wenn es auf dem Weg nicht funktioniert, dann mach ich jetzt mal etwas ganz anderes und versuche es über "Love Island".

prisma: Wieso nutzt man TV-Shows für so etwas Intimes wie die Partnersuche?

Damilia: Ich bin ein Mensch, der nie den 0815-Weg gewählt hat. Ich habe immer irgendetwas gebraucht, das ein bisschen anders ist. Auf dem normalen Weg hat die Partnersuche nie funktioniert, deswegen wollte ich es so versuchen. Ehrlich gesagt: Ich habe das Öffentliche gar nicht so miteinbezogen. Ich habe gar nicht daran gedacht, was ist, wenn mich jemand küssend in der Öffentlichkeit sieht. Das habe ich ein bisschen ausgeblendet.

prisma: Bei der "Bachelorette" haben Sie in Ihrem Partner Leander nun die Liebe gefunden, "Love Island" hingegen haben Sie vorzeitig verlassen. Ist der Erfolg bei der Partnersuche formatabhängig?

Damilia: Nein. Ich glaube, es liegt an den jeweiligen Personen, was man daraus macht. Verlieben kannst du dich überall, ob in einem TV-Format, ob im Supermarkt, ob im Restaurant, wo auch immer. Letzten Endes liegt es dann an den beiden Personen, ob was Ernstes daraus wird und ob man sich außerhalb der Sendung noch zusammen weiterentwickelt.

prisma: Wäre Ihre Wahl also auch auf Leander gefallen, hätten Sie sich in einer anderen Dating-Show – beispielsweise "Love Island" – kennengelernt?

Damilia: Das kann man so nicht sagen, das ist ja situationsabhängig. Es hat sich auch bei der "Bachelorette" alles noch mal verändert. Am ersten Abend hätte ich wahrscheinlich nicht gedacht, dass ich mich für Leander entscheide. Das ist auch mein Tipp für zukünftige Dating-Show-Teilnehmer: alles auf sich zukommen lassen, sich Zeit lassen, sich nicht zu schnell fixieren, sondern wirklich jedem eine Chance geben.

prisma: Welchen Rat würden Sie speziell an die neuen "Love Island"-Kandidaten richten?

Damilia: Sei du selbst, fixiere dich nicht zu schnell. Genieß die Zeit, sei nicht zu viel mit deinen Gedanken beschäftigt, sondern öffne dich, und zwar allen. Man sollte bereit sein, sich zu verlieben, und das kann man glaub' ich nur, wenn man wirklich jedem auch die Chance dazu gibt.

prisma: Gibt es etwas, das Sie im Nachhinein an Ihrer eigenen Teilnahme bereuen?

Damilia: Was ich vielleicht bereue, ist, dass ich zu viel mit den Gedanken unterwegs war und mir wahrscheinlich selbst die Zeit etwas miesgemacht habe. Ich glaube, das würde ich heute ein bisschen anders machen. Ansonsten bereue ich gar nichts. Ich würde es immer wieder machen. Man lernt so viel über sich selbst.

prisma: Haben Sie die letzte Staffel der Show verfolgt? Ändert sich der Blickwinkel, wenn man selbst bereits Teilnehmer war?

Damilia: Natürlich. Gerade die vierte Staffel war schon sehr unruhig. Das ist ja aber das Spannende, weil sich immer etwas verändern kann. Ich finde es dann umso spannender, alles nachzuverfolgen: Wie entwickelt sich das Ganze? Ich denke, man erlebt es nochmals ganz anders mit, weil man es reflektieren kann.

prisma: Konnten Sie Ihre vorherige Dating-Show-Erfahrung als "Bachelorette" nutzen?

Damilia: "Love Island" ist komplett anders als die "Bachelorette", wo du immer im Fokus stehst. "Love Island" ist ein bisschen entspannter. Da hast du deine Gruppe und hast zusammen Spaß. Bei der "Bachelorette" geht es viel um Entscheidungen, die du für dich selber treffen musst – ohne Hilfe, ohne Bekanntschaften.

prisma: Können sich bei "Love Island" auch Freundschaften entwickeln?

Damilia: Ich würde sagen, es sind Bekanntschaften. Natürlich sagt man dort immer, es sind sehr tiefe Freundschaften, aber man merkt relativ schnell, dass einfach jeder sein eigenes Leben hat. Jeder hat einen anderen Wohnort.

prisma: Gibt es Reality-Shows, an denen Sie niemals teilnehmen würden?

Damilia: Ich kann jetzt nach den Formaten sagen, was ich nicht mehr machen würde. Ich glaube, deswegen gehört es auch dazu, sich selbst zu finden, zu wissen, was passt zu einem und was nicht. Dieses Rivalen-Ding im Sinne von "Kampf der Reality-Stars" wäre jetzt zum Beispiel nicht mehr meins. "Sommerhaus der Stars" wäre auch überhaupt nichts für mich – sag niemals nie, aber eher nicht. Da konzentriere ich mich lieber auf die Liebe. Die habe ich nun aber auch gefunden. Jetzt bin ich froh, mal in der Moderation zu sein. Mir machen eher die schönen Dinge Spaß.

prisma: Wo setzen Sie Ihre Grenze?

Damilia: Das "Dschungelcamp" wäre zum Beispiel nichts für mich, weil ich eine Phobie habe. Das ist so eine Show, in der sehe ich mich nicht. Ich sage zwar auch, man muss sich öffnen für neue Formate, aber so weit muss man vielleicht doch nicht gehen.

prisma: Wie hat Ihr Umfeld damals auf Ihre TV-Teilnahme reagiert?

Damilia: Mein Umfeld ist sehr offen. Die wissen ja, dass ich nicht so ganz den normalen Weg einschlage, und zwar schon immer. Die stehen hinter mir, egal, wofür ich mich entscheide. Meine Familie hatte natürlich Angst vor dem, was die Öffentlichkeit mit einem macht. Das ist aber auch klar, bei meiner Mutter, beispielsweise. Aber ich glaube, meine Mama weiß mittlerweile, wie stark ich dadurch geworden bin und vertraut mir da auch vollkommen.

prisma: Auf Instagram haben Sie über eine halbe Million Follower. Welchen Stellenwert hat Social Media in Ihrem Leben?

Damilia: Es ist zwar mein Beruf, aber für mich zählen Familie und Freunde viel mehr. Ich mache mein Glück nicht von einer Zahl abhängig.

prisma: Hätten Sie sich vor zwei Jahren vorstellen können, Ihr Geld als Influencerin zu verdienen?

Damilia: Nein, überhaupt nicht. Für mich sind auch heute noch einige Dinge befremdlich. Mit manchen Sachen bin ich mir auch mal unsicher. Aber man muss halt einfach offen sein, dann kann es auch wirklich Spaß machen – wenn man sich treu bleibt, also nicht irgendwem nacheifert, sondern das wirklich nach seinem eigenen Empfinden macht.

prisma: Welche Grenzen setzen Sie sich in Ihrem Beruf?

Damilia: Bevor ich irgendetwas vorstelle, teste ich. Wenn ich davon nicht überzeugt bin, stelle ich es natürlich auch nicht vor. Ich finde, da muss man ehrlich zu seiner Community sein, sonst bringt es nichts. Man sieht einfach, wenn du dich unwohl fühlst, weil du nicht hinter dem Produkt stehst. Ich würde niemals etwas bewerben, was ich nicht gut finde. Das wäre vielleicht auch ein Tipp an andere Leute, die neu damit anfangen: Wenn man nicht hinter den Produkten steht, lässt man es halt bleiben.

prisma: Wie gehen Sie mit Hass-Kommentaren um?

Damilia: Solche Leute blockiere ich. Das kann natürlich jeder für sich entscheiden, aber ich bin ein Mensch, der Negatives nicht an sich heranlässt, und ich muss böse Kommentare auch kein zweites Mal sehen. Ich entferne solche Leute einfach von meinem Profil. Wer nichts Schönes zu sagen hat, muss mein Profil verlassen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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