07.03.2021 "Borowski und die Angst der weißen Männer"

"Tatort" aus Kiel: eklige Abgründe

von Stephan Braun
Hat die Männer hinter sich: Hank Massmann (hinten, Arndt Klawitter).
Hat die Männer hinter sich: Hank Massmann (hinten, Arndt Klawitter).  Fotoquelle: NDR/Christine Schroeder

Diesen Tatort muss man erst mal verstehen. Wenn es dann soweit ist, wird es schrecklich.

Es geht nicht nur um die Leiche, die in der Kieler Förde am Hafenbecken liegt: eine junge Frau, die nach ihrem nächtlichen Besuch in einem angesagten Club getötet wurde. Vielmehr ist es die Wucht, mit der sie misshandelt wurde: die körperliche, die mentale, vor allem aber die strategische. Widerlich und höchst frauenverachtend ist das Vorgehen einer immer größer werdenden Community, die sich über dunkle Internetforen austauscht und sich gegen Frauen aufstachelt.

Die beiden Kommissare Borowski (Axel Milberg) und Mila Sahin (Almila Bagriacik) kommen dem Abschaum schnell auf die Schliche. Dabei verfängt sich Borowski selbst kurz im fiesen Männerclub, der zudem noch rechtsradikal unterwegs ist und dessen Jünger von Hank Massmann aufgeputscht werden. Ekelerregende Abgründe tun sich auf.

Produzentin Kerstin Ramcke hofft zurecht, "dass die Ausstrahlung unseres politischen Tatorts eine breite und lebendige Diskussion auslöst".

TV-TIPP

  • "Tatort: Borowski und die Angst der weißen Männer"
  • Sonntag, 7. März
  • 20.15 Uhr
  • ARD
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