Die packende schottische Krimi-Reihe "Mord auf Shetland", produziert von der BBC, kehrt mit drei neuen Fällen ins ARD-Programm zurück. Diesmal hängen die drei Folgen inhaltlich zusammen.

Man muss es schon aushalten, das raue Klima auf den abgelegenen schottischen Inseln in der hohen Nordsee. Die Dunkelheit. Und die gelegentlich irritierende Wortkargheit der wenigen Inselbewohner, die oft viel mehr zu erzählen hätten, als sie Fremden gegenüber eingestehen. Die von der BBC meisterlich karg und kantig inszenierten "Mord auf Shetland"-Krimis sträuben sich gegen den Hochglanz-Ermittlungsstandard, genauso wie sich die Bauern und Fischer der Shetlands gegen den Wind stemmen. Fans dürften dennoch ihre helle Freude haben über die drei neuen Fälle, die alle zusammenhängen. Der für den 30. Juni geplante Start der neuen ARD-Reihe wurde wegen der Übertragung des Finals der U21-Europameisterschaft kurzfristig um eine Woche nach hinten verschoben.

Der titelgebende "Vermisste" ist der 19-jährige Ronnie (Andrew Rothney), ein Altenpfleger von der Nordseeinsel, der sich auf der langen nächtlichen Überfahrt auf der Shetland-Fähre mit seiner Zufallsbekanntschaft Leanne (Sara Vickers) anfreundet – sehr zärtlich anfreundet, um genau zu sein. Als Leanne am nächsten Morgen im unbequemen Ruhesessel des Schiffs aufwacht, ist ihr charmanter Bekannter und Trinkkumpan der Nacht spurlos verschwunden. Sofort gibt die junge Frau eine Vermisstenanzeige auf, die das Revier von Detective Inspector Jimmy Perez (Douglas Henshall) weitaus mehr in Atem halten wird, als zunächst erkennbar war.

Tatsächlich ermittelt Perez unter Hochdruck auch an anderer Front: Es geht um angeschwemmte Säckchen voller Partydrogen. Einen dieser Beutel hatte ein kleiner Junge am Strand gefunden und sich lebensgefährlich an den Pillen vergiftet. In den Handel mit den Drogen scheint ausgerechnet der Neffe seines Kollegen Sandy Wilson (Steven Robertson) verwickelt zu sein. Oder gibt es einen Zusammenhang mit dem Vermisstenfall? Verdachtsmomente zieht auch der geheimnisvolle Shetland-Neuling Michael Maguire (Ciarán Hinds) auf sich, der erst seit kurzem auf der Insel lebt und über den man in der eng vernetzten Gemeinde wenig weiß. Nur Leanne war etwas Bemerkenswertes aufgefallen: Maguire war auf der Fähre in Handgreiflichkeit verwickelt.

Unerbittlich zieht sich eine Schlinge zu, die die Ermittler im Norden diesmal mit Haut und Haaren fordert. Was die neuen Fälle – zwei weitere "Mord auf Shetland"-Folgen sind am Samstag, 13., und Sonntag, 14. Juli, jeweils wieder um 21.45 Uhr, zu sehen – diesmal ausmacht, ist ein roter Shetlandwolle-Faden, der sich durch alle Filme zieht. Nun gibt es eine packende Hintergrundhandlung, die in allen drei Fällen immer größer wird. Es geht um das eigentlich kaum Vorstellbare: das krakenhafte Ausbreiten einer Verbrecherorganisation auf den Inseln im hohen Norden. Von wegen Touristen-Idylle!


Quelle: teleschau – der Mediendienst