Die 106. Ausgabe der Tour de France führt die Fahrer vom Samstag, 6. Juli, bis Sonntag, 28. Juli, durch Frankreich und Belgien. Eurosport, ONE und die ARD berichten live.

Die ARD überträgt täglich live, an Wochentagen von ca. 16.05 bis 17.30 Uhr, an den Wochenenden abhängig von den Etappen etwas länger. ONE zeigt live alle Etappen ab dem Start bis zum Beginn der Übertragungen im Ersten. Darüber hinaus gibt es die gesamte Tour de France bei sportschau.de im Livestream zu sehen. Selbstverständlich ist die Frankreich-Rundfahrt auch bei Eurosport zu sehen, der Spartensender zeigt alle Etappen ab dem Start. Nur an den Ruhetagen am 16. Juli und 22. Juli gibt es keinen Live-Radsport.

Die Tour de France startet in diesem Jahr in Brüssel – zum zweiten Mal nach 1958. Der Start- und Zielort des knapp 200 Kilometer langen Auftaktkurses sowie Austragungsort der zweiten Etappe, einem Mannschaftszeitfahren, ist freilich nicht zufällig gewählt. Mit dem Grand Départ in Brüssel erinnert das härteste Radrennen der Welt an den ersten Tour-de-France-Sieg der belgischen Radsportlegende Eddy Merckx. Bei seiner ersten Teilnahme vor genau 50 Jahren gewann Merckx nicht nur die Gesamtwertung, sondern alle wichtigen Wertungen der Tour, darunter das Grüne Trikot und die Bergwertung.

Dass die nunmehr 106. Tour einen vergleichbaren Helden hervorbringen wird, scheint indes ausgeschlossen, Insgesamt 176 Fahrer in 22 Teams quälen sich knapp Wochen lang über eine Strecke von rund 3.480 Kilometern. Diese Distanz ist in 21 Etappen unterteilt, darunter sind ein Mannschafts- und ein Einzelzeitfahren. Auf dem Programm stehen zudem spannende Pyrenäen-Etappen wie die Fahrt auf den Col du Tourmalet, die Überquerung von drei mehr als 2.000 Meter hohen Alpen-Pässen auf einer einzigen Etappe oder der Anstieg nach Val Thorens, der die höchstgelegene Zielankunft auf 2.365 Metern bietet.

Allerdings: Es fehlen einige große Namen. Der viermalige Tour-Gewinner Chris Froome etwa ist nicht dabei. Der Brite war erst im Juni bei der Streckenbesichtigung vor dem Einzelzeitfahren des Critérium du Dauphiné schwer gestürzt. Der Vorjahreszweite Tom Dumoulin erklärte seinen Startverzicht ebenfalls nach einem Sturz. Und auch der Vorjahresvierte Primo? Rogli? ist nicht dabei.

Wer sind die Favoriten?

Experten wie Eurosport-Kommentator Karsten Migels sehen deshalb den Vorjahressieger Geraint Thomas aus Großbritannien und dessen jungen Team-Kollegen Egan Bernal (beide Ineos) in der Favoritenrolle – Letztgenannter wird momentan bei den Buchmachern an erster Stelle geführt. "Ansonsten sind es die üblichen Verdächtigen wie Nairo Quintana, der eine gewichtige Rolle bei der Tour spielen wird", so Migels in einem Eurosport-Interview. Zudem erwähnte er noch die Fahrer Vincenzo Nibali oder die Franzosen Thibaut Pinot und Romain Bardet, mit denen man rechnen müsse.

Schade ist, dass die deutschen Fahrer wohl kaum eine tragende Rolle spielen werden. Pascal Ackermann, zweifacher Etappensieger und Gewinner der Punktewertung beim Giro d'Italia ist bei der "Großen Schleife" nicht am Start. André Greipel hingegen fährt seiner Form hinterher. Der deutsche Meister Maximilian Schachmann gilt als einzige Klassementhoffnung, er könnte immerhin für einen Etappensieg sorgen. In einem Interview mit Eurosport machte er den deutschen Tourfans zuletzt auf jeden Fall Hoffnungen: "Ich bin in der Lage, ganz vorne mitzufahren. Und ich weiß ja, was ich mache, und ich weiß, dass ich nichts Verbotenes mache", erklärte der 25-Jährige vom deutschen Team Bora-hansgrohe vor seinem Tour-Debüt bei der Tour de France. Vielleicht ist mit ihm endlich einer herangewachsen, der eines Tages die gefühlt ewigen Hoffnungen aus deutscher Sicht auf das ganz große Radsport-Revival erfüllen könnte.

Jan Ullrich – der Name steht im Grunde noch immer als Synonym für das, was sich einst im Radsport abspielte. In seinen Hochzeiten, als "Ulle" sich gegen Widersacher wie Marco Pantani und vor allem Lance Armstrong zu epischen Bergschlachten aufschwang, war der Radsport ähnlich Kult wie seinerzeit schon die Formel 1 oder wenig später auch das Skispringen dank der Erfolge von Sven Hannawald und Co. Als Ullrich 1997 siegte, war er 23 Jahre alt – einer der jüngsten Tour-Gewinner aller Zeiten, das schürte eine "Jetzt geht's los"-Stimmung, der er nicht gewachsen sein konnte.

Dem Toursieger von 1997 verdanken das Fernsehen und der deutsche Radsport vieles – es gab im Ersten Zuschauerzahlen bis an die zehn Millionenmarke. Zugleich aber ist er auch die tragische Figur, die erst einmal mit dem Zusammenbruch des Hypes verbunden bleiben wird. Vieles um die Dopinggerüchte ist immer noch im Dunkeln. Fakt ist, dass es seit dem letzten wirklich ambitionierten Versuch Ullrichs im Jahr 2003, den pro Etappe noch im Schnitt 3,1 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 28,8 Prozent) mitverfolgten, steil bergab ging mit den Fernsehquoten.

ARD mit Quoten 2018 zufrieden

Obwohl deutsche Fahrer auch im vergangenen Jahr größtenteils hinter den Erwartungen blieben und im Wettstreit um das Gelbe Trikot keine Rolle spielten, war man gerade bei der ARD mit dem Zuspruch zufrieden. Die Übertragungen verfolgten im Durchschnitt 1,29 Millionen Zuschauer. Das ergab nach Angaben des Senders einen Marktanteil von 10,4 Prozent. Im Jahr zuvor betrugen die Vergleichszahlen 1,34 Millionen und 10,8 Prozent.

"Man hat die Konkurrenz in der ersten Tour-Woche durch die Fußball-Weltmeisterschaft gemerkt", kommentiert ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky, was 2018 zunächst das Problem war. Er verweist aber auch darauf, dass das Radrennen gerade beim jüngeren Publikum wieder etwas an Zuspruch gewonnen hat. Bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern zogen die Quoten im vergangenen Jahr wieder etwas an. Zurückzuführen ist das unter anderem darauf, dass das Angebot im Digitalkanal One überzeugend angenommen wurde. 

Alle Etappen der Tour de France 2019

  • 1. Etappe – Samstag, 6. Juli: Brüssel - Brüssel (194,5 km) -> Flachetappe
  • 2. Etappe – Sonntag, 7. Juli: Brüssel, Palais Royal - Brüssel, Atomium (27.6 km) -> Mannschaftszeitfahren
  • 3. Etappe – Montag, 8. Juli: Binche - Éparney (215 km) -> hügelig
  • 4. Etappe – Dienstag, 9. Juli: Reis - Nancy (213,5 km) -> Flachetappe
  • 5. Etappe – Mittwoch, 10. Juli: Saint-Dié-des-Vosges - Colmar (175,5 km) -> hügelig
  • 6. Etappe – Donnerstag, 11. Juli: Mulhouse - La Plance des Belles Filles (160.5 km) -> Bergetappe
  • 7. Etappe – Freitag, 12. Juli: Belfort - Chalon-sur-Saône (230 km) -> Flachetappe
  • 8. Etappe – Samstag, 13. Juli: Mâcon - Saint-Étienne (200 km) -> hügelig
  • 9. Etappe – Sonntag, 14. Juli: Saint-Étienne - Brioude (170,5 km) -> hügelig
  • 10. Etappe – Montag, 15. Juli: Saint-Flour - Albi (217,5 km) -> Flachetappe

Ruhetag – Dienstag, 16. Juli

  • 11. Etappe – Mittwoch, 17. Juli: Albi - Toulouse (167 km) -> Flachetappe
  • 12. Etappe – Donnerstag, 18 Juli: Toulouse - Bagnères-de-Bigorre (209,5 km) -> Bergetappe
  • 13. Etappe – Freitag, 19. Juli: Pau - Pau (27,2 km) -> Einzelzeitfahren
  • 14. Etappe – Samstag, 20. Juli: Tarbes - Tourmalet Barèges (117,5 km) -> Bergetappe
  • 15. Etappe – Sonntag, 21. Juli: Limoux - Foix Prats d'Albis (185 km) -> Bergetappe

Ruhetag – Montag, 22. Juli

  • 16. Etappe – Dienstag, 23. Juli: Nîmes - Nîmes (177 km) -> Flachetappe
  • 17. Etappe – Mittwoch, 24. Juli: Pont du Gard - Gap (200 km) -> hügelig
  • 18. Etappe – Donnerstag, 25. Juli: Embrun - Valloire (208 km) -> Bergetappe
  • 19. Etappe – Freitag, 26. Juli: Saint-Jean-de-Maurienne - Tignes (126,5 km) -> Bergetappe
  • 20. Etappe – Samstag, 27. Juli: Albertville - Val Thorens (130 km) -> Bergetappe
  • 21. Etappe – Sonntag, 28. Juli: Rambouillet - Paris (128 km) -> Flachetappe

Quelle: teleschau – der Mediendienst