"Klarsichtig, tolerant und weltoffen erklärt und schildert die Journalistin die politische Landschaft. In Tagen, da eine freie Publizistik von einigen geschmäht wird, keine Kleinigkeit." – So beurteilt die Jury eines der wichtigsten Journalistenpreise Deutschlands die Arbeit der TV-Moderatorin, Publizistin und Journalistin Anja Reschke ("Panorama", "Zapp").

Dass der traditionsreiche "Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik" in diesem Jahr an die Leiterin der Abteilung Innenpolitik des NDR geht, hat die 45-jährige ganz offensichtlich auch ihrer Haltung und Beharrlichkeit zu verdanken. Das für die Verleihung verantwortliche Kuratorium befindet: "Anja Reschke steht mit ihrer publizistischen Arbeit für einen standhaften, professionellen und aussagekräftigen Journalismus."

Reschke, die ihre Karriere beim Norddeutschen Rundfunk als investigative Reporterin begann, schaue genau hin und sie sei "deutlich im Wort", heißt es in einer Mitteilung der Verantwortlichen der Hildegard-von-Bingen-Gesellschaft für Publizistik und Zeitgeschichte. Die NDR-Frau habe das Format des politischen Magazins "eindrücklich" geprägt und weiterentwickelt. Dabei sei sie den Zuschauern "stets mit ihrem eigenen, ganz und gar unverwechselbaren Ton" begegnet, so die Jury weiter.

Der Hildegard-von-Bingen-Preis für Publizistik wird seit 23 Jahren von Kollegen für Kollegen vergeben. Ausgezeichnet wird ein Publizist für eine herausragende, professionell und kulturell gewichtige publizistische Einzelleistung oder ein Lebenswerk. Verliehen wird er am Sonntag, 21. Oktober, 11.00 Uhr, in den Räumen der Akademie Erbacher Hof in Mainz.

Anja Reschke dufte sich erst im Mai über eine hochkarätige Auszeichnung freuen. Sie wurde mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis geehrt. Laut Begründung der Jury zeigte sie "Haltung ohne Arroganz, Toleranz ohne Beliebigkeit und Stehvermögen ohne Sturheit". NDR-Intendant Lutz Mamor verglich die Preisträgerin damals gar mit dem Namensgeber: "Anja Reschke ist furchtlos und unabhängig, und sie geht den Dingen auf den Grund: journalistische Tugenden, für die auch Hanns Joachim Friedrichs stand."


Quelle: teleschau – der Mediendienst