Robert Atzorn (72), einer der beliebtesten und etabliertesten deutschen Schauspieler, hört auf. "Wenn Robert Atzorn am 15. Januar in dem ZDF-Krimi 'Nord Nord Mord: Clüver und der leise Tod' (20.15 Uhr) ermittelt, wird das sein letzter Auftritt im Fernsehen sein", meldete das Portal "Goldenekamera.de". Dass sich der Star, der mit seiner Frau, der Schauspielerin Angelika Hartung, in Prien am Chiemsee lebt, aus der Krimireihe zurückziehen wird, war schon länger bekannt, das nun verkündete Karriereende kommt jedoch völlig überraschend.

Laut seiner Agentin Carola Studlar, die in dem Beitrag zitiert wird, habe Atzorn seine Entscheidung wohlüberlegt getroffen, er werde den Entschluss nun auch konsequent umsetzen: "Der Künstler wird weder Lesungen halten noch Synchronisierungen vornehmen – und er beantwortet keine Fanpost mehr", so Studlar gegenüber "Goldenekamera.de": "Zwar hatte ich noch einige gute Projekte für Atzorn, aber er will sich fortan nur noch seiner Familie und seinen Enkelkindern widmen, also seinem Privatleben. Atzorn führt nun ein Leben ohne Druck, ohne Termine, Interviews und Textlernen." Seine Entscheidung habe offenbar rein private, allerdings keine gesundheitlichen Gründe. Robert Atzorn, der seit 1980 regelmäßig dreht, sei "frisch, fröhlich und munter", so Studlar. "Aber wenn er eine Entscheidung trifft, wie die für seinen TV-Abschied, dann geschieht das zu 1.000 Prozent", erklärte seine Agentin.

Bekannt wurde Robert Atzorn Ende der 80er-Jahre mit zwei großen Familienserien: Erst kam "Oh Gott, Herr Pfarrer", dann "Unser Lehrer Doktor Specht", ein ZDF-Kultformat das von 1991 bis 1999 lief und viele Millionen treue Zuschauer hatte. Auch als "Tatort"-Kommissar Jan Casstorff hielt er sich lange. Von 2001 bis 2008 ermittelte er in Hamburg, seit 2011 stand Atzorn für die ZDF-Reihe "Nord Nord Mord" vor der Kamera.

"Ich liebe das Format 'Nord Nord Mord', aber Kriminalkommissare gehen in der Regel mit 65 in Pension, und um bei der Wahrheit zu bleiben, ich bin da schon lange drüber": So hatte es Robert Atzorn bereits im Sommer des vergangenen Jahres bekannt. Am Montag, 15. Januar (20.15 Uhr, ZDF) wird mit der Folge "Clüver und der leise Tod" der achte und letzte Film mit Atzorn ausgestrahlt. Es ist ein sanfter Abgang – unspektakulär und ebenfalls wohl überdacht, wie es scheint. Mit Peter Heinrich Brix steht bereits ein Nachfolger für die Rolle im Regionalkrimi bereit. Im bereits abgedrehten neunten Film der Reihe wird der Neue Carl Sievers heißen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst