Hätte man Sergio Leone in den 60er-Jahren entführt und im Harz ausgesetzt, vielleicht wären Filme wie dieser entstanden. Die "Harter Brocken"-Reihe der ARD ist Spaghetti-Western ohne Spaghetti, dafür mit Schnitzel und Pommes – und mit lecker Käsekuchen aus den Ausflugslokalen der Region. Aber natürlich wird auch im Schatten des titelgebenden Gebirgsmassivs geschossen, gekidnappt, geraubt und manchmal auch kopuliert, das allerdings nur zu taktischen Zwecken.

Denn Frank Koops (Aljoscha Stadelmann), der bärige Provinz-Sheriff aus dem verschlafenen St. Andreasberg, hat in dieser Feiertagsfolge mit seiner Widersacherin aus dem Reihenauftakt von 2015 zu tun. Simone Schmidt (Julia Koschitz) ist sehr wahrscheinlich die süßeste Versuchung, seit es kriminelle Psychopatinnen gibt. Quasi als Rache für ihre Überführung vor zwei Jahren erpresst sie, vorzeitig aus der Haft entlassen, den lakonisch schlummernden Vulkan-Cop, bei einem Banküberfall den Komplizen zu geben.

Zwischen tropfenden Wasserhähnen und Helden in Feinripp entspinnen sich trocken entschleunigte Suspense-Momente vom Feinsten. "Der Bankraub" ist erst der dritte Film dieser fabelhaften Reihe, die wir dem Autor Holger Karsten Schmidt (beherzte Regie: Andreas Senn) verdanken. Doch es fühlt sich an, als wäre sie schon immer dagewesen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst