Programm-Änderung

RTL schmeißt Raab aus der Primetime – Familie Ritter übernimmt

03.02.2026, 11.12 Uhr
Nach schwächeren Quoten reagiert RTL mit einer Programmänderung: Eine Dokumentation übernimmt den bisherigen Show-Sendeplatz.
Stefan Raab auf der Bühne
Stefan Raab bekommt bei RTL einen neuen Sendeplatz.  Fotoquelle: RTL / Raab Entertainment / Julia Feldhagen

Der Mittwoch um 20.15 Uhr symbolisiert im deutschen Fernsehen ein Versprechen für Glamour, Show und große Namen. Umso bemerkenswerter ist die Entscheidung, die RTL vor Kurzem getroffen hat. Stefan Raab (59), einst Quotengarant zur besten Sendezeit, räumt – zumindest vorerst – seinen Platz für dokumentarische Kost. Ab dem 11. Februar übernimmt die „Stern TV Reportage“ rund um die Köthener Familie Ritter den prominenten Sendeplatz. Was nach Notlösung klingt, ist in Wahrheit eine kalkulierte Wette auf ein Thema, das seit Jahrzehnten polarisiert und zuverlässig Zuschauer bindet.

Drei Jahrzehnte Begleitung: Die Familie Ritter als Fernseh-Realität

Die Geschichte der Familie Ritter ist keine leichte. Gewalt, Alkoholmissbrauch, Rechtsextremismus, staatliches Scheitern. Kaum ein deutsches TV-Langzeitprojekt hat so schonungslos gesellschaftliche Abgründe dokumentiert. Seit rund 30 Jahren begleitet ein Kamera-Team die Familie, auch über den Tod der zentralen Figur Karin Ritter († 67) hinaus.

RTL setzt ausdrücklich auf neue Folgen. Bereits Anfang Januar erzielte eine aktuelle „Stern TV Reportage“ aus diesem Format in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von über zehn Prozent. Bei Vox lagen vergleichbare Specials 2025 sogar bei bis zu 14 Prozent. Zahlen, von denen Raabs wöchentliche Show zuletzt nur träumen konnte.

Der Raab-Rückzug aus der Primetime

Der Verschiebung der „Stefan Raab Show“ ist Teil einer größeren Neujustierung. Nach schwachen Quoten am Mittwochabend verabschiedet sich RTL von dem Primetime-Experiment. Stattdessen ist Raab künftig im klassischen Late-Night-Umfeld zu sehen: donnerstags um 23.15 Uhr im linearen Fernsehen, dienstags zusätzlich exklusiv bei RTL+. Ironischerweise zeigte sich ausgerechnet am späten Abend, was Raab noch kann. Im Windschatten des „Dschungelcamps“ erreichten seine Spezialausgaben zuletzt Marktanteile von bis zu 19,1 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe. Demnach war vielleicht nicht das Publikum desinteressiert, sondern nur die Sendezeit falsch gewählt.

Auch „Stern TV“ rückt wieder nach hinten

Diese Programmrochade hat Nebenwirkungen. Das „Stern TV“-Magazin mit Steffen Hallaschka (54) wird ab dem 11. Februar zu seinem traditionellen Start um 22.15 Uhr zurückkehren. Der frühere Beginn um 21.30 Uhr hatte zuletzt keine nachhaltige Quotenbelebung bewirkt. RTL setzt damit wieder auf bewährte Rhythmen und klare Trennlinien zwischen Reportage, Magazin und Late-Night.

Risiko oder Routine?

„Familie Ritter“ zur besten Sendezeit ist kein Wohlfühlfernsehen. Aber es ist ein Format, das Diskussionen auslöst, Emotionen triggert und Aufmerksamkeit garantiert. In einer Zeit, in der klassische Shows es schwer haben, wirkt die Entscheidung konsequent: weniger Show, mehr Realität. Zumindest ein paar Wochen lang.

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