Jahrzehnte wurde über eine Fortsetzung der "Mad Max"-Reihe (1979 bis 1985) spekuliert. Nicht weniger als 30 Jahre nach "Jenseits der Donnerkuppel" kam mit "Mad Max: Fury Road" (2015; bei ProSieben nun als Free-TV-Premiere zu sehen) tatsächlich der vierte Teil in die Kinos. Ohne Mel Gibson, der in allen bisherigen Filmen die Titelrolle spielte. Der sagte bereits vor rund zehn Jahren sein Mitwirken an einem potenziellen neuen Projekt ab. Doch George Miller, Schöpfer der Reihe und Regisseur, ließ sich von der Absage Gibsons nicht beeindrucken und wählte mit dem damals 37-jährigen Briten Tom Hardy einen actionerfahrenen Nachfolger aus.

Miller verfasste gemeinsam mit Teil-eins-Autor Nico Lathouris und Brendan McCarthy ("Turtles", 1990) das Drehbuch zu der dem Vernehmen nach rund 100 Millionen Dollar schweren US-Produktion. Zwei wesentliche Vorgaben sind sichtbar: Zum einen trifft Film vier den Ton seiner immerhin schon jahrzehntealten Vorgänger. Zum anderen sollte es ganz offensichtlich richtig knallen – und zwar dauerhaft. George Miller inszenierte einen Film, in dem einzig und allein die Action den Ton angibt. Im Grunde ist "Fury Road" eine einzige, zwei Stunden andauernde Verfolgungsjagd, in der es kaum Zeit zum Verschnaufen gibt. Alles ist laut, alles ist wild, alles ist schnell – immerzu. Nur geredet wird denkbar wenig.

Bandenkrieg im Hochgeschwindigkeitstempo 

Mad Max, tatsächlich immer noch der alte Max Rockatansky, hat nach allen Erlebnissen beschlossen, allein durch die Wüsten der Postapokalypse zu ziehen. Doch trifft er dort nach einigem Wirrwarr auf eine Gruppe von Flüchtlingen in einem Kampfwagen, der von Furiosa (Charlize Theron) gesteuert wird. Die imposante Herrscherin ist auf der Flucht vor dem Tyrannen Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne), nachdem sie ihm etwas ausnehmend Wertvolles gestohlen hat: fünf Frauen, die Mütter einer neuen Generation sein sollen. Eine von ihnen ist gar schwanger. Immortan Joe nimmt die Verfolgung auf, und Max gerät – wieder einmal eher unfreiwillig – mitten hinein in einen Bandenkrieg, der ausschließlich mit skurrilen Fahrzeugen und im Hochgeschwindigkeitstempo ausgetragen wird.

Das lässt "Fury Road" zwar zu einem ungeheuer anstrengenden, aber eben auch sehr unterhaltsamen Film werden, zumal die Verantwortlichen mit einer Reihe origineller Ideen inmitten des eher stupiden Plots immer wieder für Abwechslung sorgen. Schade nur, dass die hohen Schauwerte und die Dauer-Action eben auch ihren Preis einfordern. Die bisherigen "Mad Max"-Filme hatten stets auch einen gesellschaftspolitischen Hintergrund und taugten gleichsam als interessante Vision einer sozialen Unordnung, in der jeder Stärkere seine Macht diktatorisch missbraucht.

In "Fury Road" ist das nicht anders. Nur steht das ganz und gar nicht mehr im Zentrum des Films. Nicht mehr die Sehnsucht nach Freiheit ist der Treibstoff. Jetzt geht es nurmehr ums Benzin. Auf "The Wasteland", die geplante Fortsetzung von "Fury Road", werden sich Fans angesichts dieses unter dem Strich mehr als gelungenen Comebacks dennoch freuen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst