Wenn Tom Hardy auf der Leinwand erscheint, muss man oft zweimal hinschauen, damit man ihn erkennt.
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Tom Hardy

Edward Thomas "Tom" Hardy
Lesermeinung
Geboren
15.09.1977 in Hammersmith, London, Großbritannien
Alter
44 Jahre
Sternzeichen
Biografie

Als Bösewicht Shinzon in "Star Trek - Nemesis" (2002), in der Rolle eines schwulen Gangsters in "Rock'N'Rolla" (2008), als muskelbepackter Schwerverbrecher in "Bronson" (ebenfalls 2008) oder als vollkommen übergeschnappter Terrorist Bane, der ganz Gotham City den Erdboden gleich machen will, in "The Dark Knight Rises" (2012) - wenn Tom Hardy auf der Leinwand erscheint, muss man zweimal hinschauen, damit man ihn erkennt. Doch auch wenn sein Erscheinungsbild von Film zu Film recht unterschiedlich ist, eine Konstante bestimmt seine Rollen: Er überzeugt durch sein Spiel.

Bösewicht, Gangster, Schwerverbrecher oder Terrorist, man mag kaum glauben, dass hinter diesem Rollenschema jemand steckt, der als Charakterdarsteller gehandelt wird und auch schon auf der Theaterbühne Erfolge feiern konnte. Dass er auch die leisen Töne anschlagen und ganz ohne Action-Repertoire auf der Leinwand wirken kann, bewies der Londoner in dem kammerspielartigen Roadmovie "No Turning Back - Locke" (2013). Tom Hardy, ganz alleine im Auto, permanent im Gespräch mit seinem Telefon bzw. mit einer Person am anderen Ende der Leitung. Filmisch recht spartanisch, lebt die von Steven Knight inszenierte Geschichte - vergleichbar mit einem Hörbuch - fast ausschließlich durch Tom Hardys Stimme und deren Klangbild.

Parallelen zu seiner Rollenwahl

Das Leben von Tom Hardy weist Parallelen zu seiner Rollenwahl auf. Privat scheint er genauso experimentierfreudig, wie bei den Entscheidungen für seine diversen Engagements zu sein. Ob Blockbuster, Historiendrama, Independentstreifen oder Theaterbühne, Tom Hardy probiert aus und trifft auch ungewöhnliche Entschlüsse. Wie auch in seiner persönlichen Biographie: Auf turbulente Jugendjahre mit diversen Vergehen, inklusive unbefugtem Waffenbesitz und Drogen, folgte eine Reduzierung auf das Wesentliche und die Konzentration auf das Eigentliche. Vom wilden Teenager zum ernsten Schauspielstudenten am Drama Centre London. Was auf den ersten Blick recht kantig wirkt und scheinbar nicht unter einen Hut zu passen scheint, Tom Hardy meisterte diesen Balanceakt, auch wenn Selbstkontrolle nicht zu seinen stärksten Eigenschaften zählt und er eher durch seine Unberechenbarkeit punkten kann.

Erste Auftritte vor der Kamera hatte er in "Wir waren wie Brüder" und "Black Hawk Down" (beide 2001). Sein filmischer Durchbruch gelang ihm ein Jahr später als Shinzon in "Star Trek - Nemesis". Engagements für "Ein gefährlicher Kuss", "LD 50 Lethal Dose - Tödliche Dosis" (beide 2003) und "Layer Cake" (2004) folgten. Als Highlight seiner Karriere entpuppte sich sein Auftritt in Nicolas Winding Refns "Bronson" (2008). Hardy lieferte hier auf recht überzeugende Art und Weise eine fesselnde Performance als Michael Peterson, Großbritanniens gewalttätigster und teuerster Sträfling, ab.

Mit "Konzentration, Instinkt und Herz"

Als er von Christopher Nolan für "Inception" (2010) gebucht wurde, konnte sich Tom Hardy, dessen Lieblingsdarsteller Gary Oldman ist, bereits der Hochachtung seiner Kollegen und des Regisseurs sicher sein. Auf "Inception" folgte "The Dark Knight Rises" und erneut ließ Christopher Nolan seinem Darsteller freie Hand. Er wusste, was Tom Hardy leisten kann, er wusste, dass Hardy mit "Konzentration, Instinkt und Herz" bei der Sache sein würde - und Tom Hardy enttäuschte nicht.

Und auch Gary Oldman, mit dem Hardy zunächst für "Dame, König, As, Spion" (2011) und später auch für "The Dark Knight Rises" gemeinsam vor der Kamera stand, äußerte sich recht positiv über seinen jungen Kollegen und dessen schauspielerische Leistung. Nach den Dreharbeiten zu John Le Carrés Spionagethriller prognostizierte Oldman: "Ich denke, dass Tom ein großer internationaler Star wird - und ein hungriger Schauspieler dabei bleibt."

Tom Hardy kann die Erwartungen, die in ihn gesteckt werden, erfüllen. Meistens. Denn auch vor Flops ist der englische Darsteller nicht gefeit. Als solcher entpuppte sich die Actionkomödie "Das gibt Ärger" (2011) mit Reese Witherspoon und Chris Pine. Den Film, an dem nichts stimmt oder funktioniert, konnte auch Hardy nicht retten. Was unter anderem daran lag, dass er nicht wirklich als Darsteller, sondern lediglich als eye candy besetzt wurde. Doch als reines Objekt der Begierde funktioniert er eben nicht.

Weitere Filme und Serien mit Tom Hardy: "Simon: An English Legionnaire", "The Reckoning" (beide 2002), "Colditz" (2004), "Gideon's Daughter", "Elizabeth I - The Virgin Queen" (beide 2005), "Sweeney Todd", "Minotaur", "A for Andromeda", Marie Antoinette", "Scenes of a Sexual Nature", "Die Flut - Wenn das Meer die Städte verschlingt" (alle 2006), "Meadowlands - Stadt der Angst" (Serie), "w Delta z", "Wer war Stuart Shorter?", "The Inheritance", "Oliver Twist" (Serie, alle 2007), "Sucker Punch", "The Code - Vertraue keinem Dieb" (beide 2008), "Emily Brontë's Sturmhöhe", "The Take" (Serie), "Perfect" (Kurzfilm, alle 2009), "Warrior" (2010), "Sergeant Slaughter, My Big Brother" (Kurzfilm, 2011), "Lawless - Die Gesetzlosen" (2012), "The Drop – Bargeld" (2014), "Mad Max: Fury Road", "Kind 44", "Legend", "The Revenant - Der Rückkehrer" (alle 2015).

Tom Hardy im TV

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