Diese Zahlen erschrecken: Alle 53 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben. Zudem kommt: Von jedem Suizid sind durchschnittlich sechs Angehörige betroffen. Wie können die Hinterbliebenen diesen schweren Schicksalsschlag verkraften? Dieser Frage ist die Filmautorin Carolin Haertel nachgegangen.

Im Rahmen der ZDF-Reportagereihe "37°" erhielt sie die Möglichkeit, betroffene Angehörige eines Suizids innerhalb der Familie für die Dauer eines Jahres zu begleiten. Menschen wie Gabriel, Christel und Miriam erzählen davon, wie Schmerz und Schuldgefühle immer wieder ihr Alltagsleben bestimmen. Auf die Frage nach dem "Warum" scheint es keine Antwort zu geben – auch Jahre nach einem Selbstmord nicht.

Die 73-jährige Christel beispielsweise verlor ihren Mann nach 40 Ehejahren von einem Tag auf den nächsten. In der gemeinsamen Wohnung nahm er sich das Leben. Es passierte ohne Vorankündigung. Und ohne einen Abschiedsbrief. Acht Jahre ist das nun her. Bis heute weiß Christel nicht, was ihren Mann zu dieser Verzweiflungstat getrieben hat. "Vielleicht hätte ich ihm helfen können", sagt sie noch heute. Wenigstens einen kleinen Ausweg, das traumatische Geschehen zu verarbeiten, hat sie gefunden. Christel leitet heute die Hamburger Selbsthilfegruppe des Bundesverbandes der Angehörigen nach Suizid.

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.


Quelle: teleschau – der Mediendienst