Jetzt ist sie also wirklich dorthin unterwegs, wo kein Mensch zuvor gewesen ist: Das Raumschiff Enterprise bricht in "Star Trek Beyond" in Richtung der unendlichen Weiten des Weltalls auf. Endlich möchte man sagen, immerhin ist es schon der dritte Film der 2009 von J.J. Abrams initiierten neuen Kinoreihe. Nachdem sich Captain Kirk und Co. in den ersten beiden Teilen noch auf der Erde und den umliegenden Planeten um Feinde kümmern mussten, erkunden sie jetzt auf einer Forschungsmission die abgelegenen Ecken der Galaxie. Dabei kann man sich prächtig amüsieren, ohne intellektuell überfordert zu werden. ProSieben zeigt den spektakulären Science-Fiction-Film als Free-TV-Premiere.

Die Regie in "Star Trek Beyond" übernahm Justin Lin. Genau: Der Justin Lin, der vier "Fast & Furious"-Filme inszenierte. Seine Wahl sorgte im Vorfeld für eine gewisse Skepsis. Die Befürchtungen haben sich aber als unbegründet erwiesen. Ja: In "Star Trek Beyond" geht es ordentlich zu Sache. Ja: "Star Trek Beyond" mag nicht der intelligenteste Film des Jahres sein. Aber: "Star Trek Beyond" holt die Reihe zu ihren Ursprüngen zurück, ist nostalgisch, ohne sich anzubiedern.

Dafür ist nicht zuletzt Scotty-Darsteller Simon Pegg verantwortlich. Er hat das Drehbuch als Co-Autor mitverfasst und dem Film alte Tugenden verpasst: Humor, einen Ur-Bösewicht, krasse Waffensysteme, zweifelnde Protagonisten, Kameradschaft, Weltraumkoller. Lin macht daraus ein kurzweiliges, weil rasant inszeniertes Abenteuer: Man darf sich nur nicht daran stören, dass die Handlung rudimentär bleibt.

Die Enterprise-Crew strandet nach einem Hilferuf auf dem Planeten Altamid. Dort hat der übermächtige Bösewicht Krall (Idris Elba) das Sagen und plant die Vernichtung der Föderation. Den Anfang macht er mit der Enterprise selbst. Das Raumschiff ist nach nicht einmal einer halben Filmstunde Schrott, die Überlebenden des Angriffs sind auf Altamid verstreut.

In kleinen Teams kämpft sich die Crew durch eine feindliche Welt: Der nachdenkliche Captain Kirk (Chris Pine) hat den ewig optimistischen Chekov (Anton Yelchin) im Schlepptau. Logikfan Spock (Zachary Quinto) muss sich mit dem mürrischen Bordarzt "Pille" McCoy (Karl Urban) herumärgern, und Scotty macht eine neue Bekanntschaft: Jaylah (Sofia Boutella) ist schon seit einigen Jahren auf Altamid gefangen. Sie sorgt mit naivem Charme und technischem Know-how dafür, dass es zu einem basslastigen Showdown kommt.

Trotz schwächelndem Einspielergebnis hat Produzent J.J. Abrams bereits einen vierten Teil angekündigt. Von einer FSK-16-Version aus der Feder Quentin Tarantinos war sogar zwischenzeitlich die Rede, aktuell verdichten sich jedoch die Anzeichen, dass erstmals eine Frau das Regie-Ruder des Sternenschiffs übernehmen wird: Das Studio Paramount verhandelt derzeit mit der Britin S.J. Clarkson ("Heroes", "House", "Dexter").


Quelle: teleschau – der Mediendienst