Glamourös klingt das eigentlich nicht, aber warten wir's ab: Die Fußball-WM beginnt am Donnerstag, 14. Juni, 17 Uhr, mit der Partie des Gastgebers Russland gegen Saudi-Arabien. Tom Bartels kommentiert im Ersten.

Für das Projekt Titelverteidigung von Joachim Löws Truppe stehen bislang drei Termine fest. Alle drei Vorrundenspiele der Deutschen laufen zu familienfreundlichen Zeiten. Die "Mannschaft" startet am dritten Turniertag, Sonntag, 17. Juni, um 17 Uhr gegen Mexiko ins Turnier. Die Partie aus Moskau kommentiert Oliver Schmidt im ZDF.

Am Samstag, 23. Juni, 20 Uhr, folgt Spiel zwei gegen Schweden. Tom Bartels berichtet im Ersten aus südlichen Gefilden. Sotchi am Schwarzen Meer ist dann Spielort. Spiel drei gegen Südkorea steht am Mittwoch, 27. Juni, 16 Uhr, auf dem Plan. Bèla Réthy kommentiert den Kick aus Kasan im ZDF.

Wie geht es danach weiter?

Ab den Achtelfinals (sie beginnen am Samstag, 30. Juni, gespielt wird vier Tage lang, jeweils um 16 und 20 Uhr) stehen naturgemäß bis zum Ende der Gruppenphase weder die Paarungen noch der übertragende Sender fest. Deutschland würde als Erster der Gruppe F am Dienstag, 3. Juli, um 16 Uhr, in St. Petersburg auf den Zweiten der Gruppe E treffen. In Gruppe E spielen Brasilien, Serbien, Schweiz und Costa Rica. Würde die deutsche Elf nur Platz zwei in ihrer Gruppe belegen, wäre der Erste aus Gruppe E ihr Gegner.

Die ganz heiße Turnierphase:

Am Freitag, 6. Juli, und Samstag, 7. Juli, werden die Viertelfinals gespielt. Anstoßzeiten sind 16 und 20 Uhr. Zwei Halbfinalspiele folgen am Dienstag, 10. Juli, und Mittwoch, 11. Juli – beide Partien werden um 20 Uhr angepfiffen. Ab dem Spiel um Platz drei (Samstag, 14. Juli, 16 Uhr, ARD) steht dann auch wieder der übertragende Sender fest. Das Moskauer Finale am Sonntag, 15. Juli, 17 Uhr, läuft beim ZDF.

Wo wird gespielt?

Zwölf WM-Stadien gibt es, zwei davon stehen in Moskau. Wobei das Olympiastadion Luschniki mit 81.000 Plätzen gegenüber dem Spartak-Stadion (45.400) das deutlich größere ist. Zweitwichtigster Spielort ist St. Petersburg, dessen Stadion 69.000 Zuschauern Platz bietet. Hier wird zwar kein Viertelfinale, dafür aber das erste Halbfinale – Spiel zwei findet in Moskau statt – sowie das Spiel um den dritten Platz ausgetragen. Über Viertelfinal-Paarungen freuen dürfen sich Menschen in Nischni Nowgorod (45.000 Zuschauer), Kasan (45.000), Samara (45.000) und Sotchi (47.500). Zuvor wird noch in Rostow am Don (45.000), Saransk (45.000), Wolgograd (45.000), Kaliningrad (35.200) und Jekaterinburg (35.700) gekickt. Alle Spielorte liegen eher im Westen des riesigen Landes. Die längste Ost-West-Strecke müssten Spielort-Pendler von Jekaterinburg nach Kaliningrad, dem früheren Königsberg, auf sich nehmen. Das sind 2.500 Kilometer.

Wer überträgt?

Alle 64 WM-Spiele sind bei ARD und ZDF zu sehen. Wer unterwegs ist, kann auf die legalen Livestreams der Sender zurückgreifen. Schon mal "bookmarken" sollte man sich die Web-Adressen sportschau.de (fürs Erste) sowie sport.zdf.de (ZDF). Wer über eine App schauen mag, kann sich die der Sportschau respektive des ZDF bei den einschlägigen itunes- (Apple) oder Google Play-Stores herunterladen. Was viele nicht wissen: Auch Pay-TV-Anbieter Sky überträgt die WM. Zwar sind hier nur 25 Partien zu sehen – darunter die der deutschen Mannschaft, die Hälfte der Achtelfinals und alles ab Viertelfinale – dafür sieht man zum Kommentar von Wolff-Christoph Fuss, der alle (!) Partien übernimmt, schärfer als anderswo. Sky überträgt in Ultra HD – sofern das ihr Fernseher hergibt.

Wer kommentiert, wer sind die Experten?

Traditionsgemäß halten sich personelle Wechsel in der Fußball-Berichterstattung von ARD und ZDF in Grenzen. Am Mikrofon sind für die ARD: Tom Bartels, Gerd Gottlob und Steffen Simon. Fürs ZDF bringen Béla Réthy, Oliver Schmidt, Martin Schneider und Claudia Neumann dem Zuschauer das Spielgeschehen näher. Im Studio moderieren Alexander Bommes und Matthias Opdenhövel mit ihrem Experten Thomas Hitzlsperger (ARD), während Oliver Welke und Jochen Breyer im ZDF Oliver Kahn als Fachmann dabei haben. Ursprünglich war im Zweiten noch Sebastian Kehl als Experte eingeplant, doch der hat sich kurzfristig für einen Job bei Borussia Dortmund entschieden. Ob ihn jemand ersetzen wird, ist momentan noch unklar. Mit der Sendung "Weltmeister im Gespräch" landete die ARD dafür einen "externen" Expertencoup. Moderatorin Jessy Wellmer wird regelmäßig mit Philipp Lahm live vom Tegernsee Spiele und mehr aufarbeiten. Weitere Experten im Ersten sind U21-Coach Stefan Kuntz sowie der Stuttgarter Ex-Trainer Hannes Wolf. Beim ZDF stehen in der zweiten Expertenreihe: Holger Stanislawski und Ex-Schiedsrichter Urs Meier.

Wo wohnt die deutsche Mannschaft?

Watutinki, das Quartier der deutschen Mannschaft, liegt gut 40 Kilometer südwestlich von Moskau. Den Charme des legendären Campo Bahia von Brasilien darf man nicht erwarten. Der Hotel-Spa-Komplex liegt an großen Straßen und einer abgeriegelten Parkanlage, die von Birken umgeben ist. Es sind vor allem logistische Faktoren, die Jogi Löw und sein Team diese Wahl treffen ließen. Von hier aus hat man die kürzesten Wege und besten Verkehrsverbindungen. Im ursprünglich geplanten Sotchi am Schwarzen Meer hätte man in dieser Hinsicht Abstriche machen müssen. Aus dem "deutschen Lager" berichten fast schon traditionsgemäß Katrin Müller-Hohenstein (ZDF) und Gerhard Delling (ARD)

Wo befinden sich die Kommentatoren, Moderatoren und Experten?

Die Kommentatoren befinden sich live im Stadion. die ARD wird neben dem internationalen Bildsignal auch mit einer eigenen Kamera im Innenraum des Stadions zugegen sein. So können nicht gesendete Szenen – wie zum Beispiel Ausschreitungen auf den Rängen – trotzdem im Bild festgehalten werden. Der restliche Sendebetrieb wird erstmals bei einer WM nicht im Gastgeberland, sondern von einem gemeinsamen ARD- und ZDF-Studio in Baden-Baden aus abgewickelt. Hier stehen Moderatoren, Experten und Gäste vor einer 10,80 Meter breiten und 2,70 Meter hohen Projektionswand in Ultra HD – für schärfste Bilder aus Russland ist also gesorgt. Die Datenleitung zwischen Russland und Baden-Baden liefert übrigens erstaunliche zehn Gigabit pro Sekunde. Erst die, auch ökonomisch betrachtet, rasante Entwicklung der Breitbandtechnik haben das bei der EM in Frankreich und dem Confed-Cup 2017 getestete "out of area"-Modell möglich gemacht.

Wer jubelt früher, wer später?

Nicht nur der bei der WM wie in der Bundesliga verwendete Videobeweis wird für verspäteten Jubel bei den Turnierspielen sorgen, sondern auch die Art der Technik, mit der man die Partien schaut. Bis zu 48 Sekunden verzögert sich das Bildsignal von den Spielen, je nachdem, welchem Übertragungsweg man ausgesetzt ist. Am schnellsten funktioniert Satellit SD, gefolgt von der HD-Variante, DVB-T2, Kabel SD und Kabel HD. Noch etwas langsamer als die klassischen Empfangswege sind Streamingdienste. Selbst der schnellste Verbreitungsweg hängt dem Livegeschehen im Stadion jedoch etwa viereinhalb Sekunden nach. Deutlich geringere Verzögerungen entstehen übrigens beim guten alten UKW-Radio.

Was ist im Pay-TV zu sehen?

Die Öffentlich-Rechtlichen decken zwar alle 64 Spiele des Turniers in Russland ab, doch auch Sky mischt diesmal mit und hofft vor allem auf Fans, die auf hohe Bildqualität besonderen Wert legen. Die Unterföhringer zeigen 25 Partien, darunter das Eröffnungsspiel, zwei Halbfinals und das Finale in Moskau, und zwar allesamt im UHD-Standard. Sky überträgt nie mehr als eine Partie pro Spieltag, wirbt aber damit, den Abonnenten an jedem Turniertag "das Topspiel des Tages live in UHD" frei Haus zu liefern (freigeschaltet sind die Live-Übertragungen auf Sky Sport UHD für alle Sky Kunden in Deutschland, die den Sky+ Pro Receiver nutzen und die technischen UHD-Empfangsvoraussetzungen erfüllen). Ein weiteres Argument, das für viele Fußballfans für Sky sprechen dürfte: Alle Spiele werden von Wolff-Christoph Fuss moderiert.

Wer ist der Marathon-Mann der WM?

Das ist eben jener Sky-Kommentator Wolff-Christopf Fuss: Mit 25 Einsätzen an 32 Tagen wird er mehr Spiele des Turniers kommentieren als jeder andere Kommentator im deutschen Fernsehen und als einziger alle Auftritte der deutschen Nationalmannschaft begleiten. "Englische Wochen bin ich als Kommentator gewohnt, aber russische Wochen mit täglichen Einsätzen werden auch für mich eine vollkommen neue Erfahrung", erklärte er vorab.


Quelle: teleschau – der Mediendienst