
Hans Nolte zieht durch die Straßen Frankfurts, als sei er Orson Welles in "Der dritte Mann". Hans Nolte ist ein verurteilter Mörder, der nach Jahr und Tag hinter Gittern wieder von der Freiheit kosten darf. Ist er ein Unhold aus tiefster Seele, oder tut er nur so?
Die Frage ist vor allem für Hauptkommissarin Anna Janneke (Margarita Broich) von Belang, denn sie war es, die in ihrer Zeit als Psychologin das Gutachten erstellte, das Nolte "lebenslänglich" eintrug.
Neue Dimension des Unheimlichen
Gespielt wird dieser Nolte von Nicholas Ofczarek, der bei den Salzburger Festspielen als "Jedermann" brillierte. So, wie er seine Rolle anlegt, tendiert er indes eher nach Wien, wo er an der "Burg" engagiert ist, als nach Salzburg.
Er gibt dem Tatort: Die Geschichte vom bösen Friederich eine neue Dimension des Unheimlichen, die über Lars Eidinger in den beiden Kieler Folgen von "Borowski und der stille Gast" hinausgeht.
Ein Tatort mit Qualität
In Sachen Tod ist dieser Frankfurter Tatort, wo sonst auch schon in ganzen Familienverbänden gestorben wurde, sparsamer als die Gemetzel, die wir zuletzt in München oder bei Möhrings Bundespolizei zu sehen bekamen.
Ursina Lardi, die vor einiger Zeit in Köln den dicken Bär tanzen ließ, spielt wieder sehr stark. Die Regie liegt bei Hermine Huntgeburth. Ein Tatort mit Qualität.
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