2014 überraschte "The Lego Movie" mit doppelbödigem Witz und einer geradezu irrwitzigen Zitatdichte in Sachen Popkultur. Einer der Helden, Batman, wurde danach in besonderer Weise belohnt ...

"Alle wichtigen Filme beginnen mit Schwarz", raunt eine tiefe Stimme ins Dunkel. Sie gehört Batman – gesprochen von Synchron-Profi David Nathan, der den dunklen Ritter als deutsche Stimme von Christian Bale auch schon in der "Dark Knight"-Trilogie intonierte. Dass "The Lego Batman Movie" (2017) praktisch noch vor der ersten Szene an einer fast schon irrwitzigen Gag- und Popkultur-Zitatdichte schraubt, ist Programm – und geht auch die kommenden rund 100 Minuten so weiter. Ein fünfköpfiges Drehbuchteam plünderte für die Fusion von Lego- und Superhelden-Welt die gesamte Nerd-Kultur Amerikas. Kindern wird der doppelbödige Spaß dank knallbunter Figuren und rasanter Action ebenso gefallen. ProSieben zeigt den CGI-Animationsfilm nun in einer Free-TV-Premiere.

Natürlich ist Batman alias Milliardär Bruce Wayne auch als Legofigur ein Melancholiker. Traurig blickt er an die Wand seines Schlosses, wo ein Bild der verstorbenen Eltern hängt, und taucht danach seinen Plastikhummer mit dem zweifingrigen Lego-Arm alleine in einen nicht näher bezeichneten Dip. Ist ganz schön schwer, das Leben als einsamer Superheld. Nur sein treuer Butler Alfred steht ihm dabei zur Seite. Auch im nahen Gotham City scheint vieles gegen Batman zu laufen.

Einsame Rächer, so heißt es, sind dort nicht mehr gefragt. Batman muss "teamfähiger" werden, um im Job weiter konkurrenzfähig zu bleiben. Zumal der knallbunte Joker (gesprochen von YouTube-Star Gronkh) eine Armee von Bösewichten aus einem in der Stratosphäre gelegenen Gefängnis befreit, um Gotham endgültig dem Lego-Basisplatten-Erdboden gleich zu machen. Batman, der einsame Grantler mit durchaus negativen Charakterzügen, muss mit Hilfe der Gefährten Alfred, Commissioner Barbara Gordon und Ziehkind Dick Grayson (Stimme: Comedian Luke Mockridge) unter Schmerzen und mit großem inneren Widerwillen eine Lektion lernen: Was man alleine nicht schafft, das schaffen wir dann zusammen!

Wie schon 2014 in "The Lego Movie" heißt die Devise der dänischen Bausteine-Hersteller im Segment Film: klotzen statt kleckern. Durch die Verschmelzung ihrer Welt mit jener der DC-Comics plus gefühlt 100 weiterer Filmcharaktere rast, fliegt und boxt sich der Lego-Batman durch quietschbunte Welten.

Mit dem Retro-Charme der Figuren, etwa den steifen Körpern und wenig ausdrucksstarken Gesichtern, weiß der Film auf humorvolle Art zu spielen; selbstironische Gags auf Kosten der Charaktere, aber auch ihrer Lego-Figuren werden geschickt in das Rennen, Rasen und Kämpfen eingebaut. "The Lego Batman Movie" (Regie: Chris McKay, "Robot Chicken") bietet für Erwachsene viel Zitatstoff und ironische Gags, die einen über die etwas krude Handlung hinwegsehen lassen. Kinder wird das alles nicht weiter interessieren. Sie genießen den buntesten – und niedlichsten – Batman, den man seit den 1990ern bewundern konnte.

Anfang des Jahres lief "The Lego Movie 2" weltweit in den Kinos – selbstverständlich war Batman auch dort wieder mit von der Partie.


Quelle: teleschau – der Mediendienst