15 Jahre nach dem Unfall von Roy Horn, der bei einer Show des deutschen Magier-Duos "Siegfried & Roy" von einem Tiger in den Hals gebissen wurde, sind noch immer viele Fragen offen. Nun meldete sich der damals involvierte Tiertrainer Chris Lawrence erstmals in der Öffentlichkeit zu Wort. Gegenüber "The Hollywood Reporter" erklärte er, dass Roy Horn selbst an dem Tigerunfall Schuld habe.

Am Abend des 3. Oktober 2003 erlitt Roy Horn einen Schlaganfall. Der Tiger "Mantacore" wollte ihn in Sicherheit bringen, indem er ihn am Nacken packte. Roy Horn ist seitdem teilweise gelähmt. So lautete bislang die offizielle Version. Chris Lawrence erzählte nun eine andere: Demnach habe Roy Horn einen schweren Fehler gemacht. "Anstatt mit Mantacore im Kreis zu gehen, wie es normalerweise der Fall war, benutzte Roy einfach seinen Arm, um ihn in einer Pirouettenbewegung direkt zu seinem Körper zu lenken. Mantacores Gesicht war direkt auf Horns Bauch gerichtet." Dieses Verhalten habe den Tiger verwirrt und rebellisch gemacht.

"Es wird mich nie verlassen"

Nachdem der Tiger Horn im Maul hatte, habe Lawrence versucht, ihn abzulenken. Doch es gelang ihm nicht. Erst ein Trainer hinter der Bühne schaffte es, dass das Tier den Magier losließ. Lawrence ist sich sicher, dass der Schlaganfall von Roy Horn erst durch den Tigerangriff ausgelöst wurde und nicht – wie bisher angenommen – ursächlich für ihn war.

Chris Lawrence arbeitete als Tiertrainer für die beiden Magier. Noch heute lässt ihn das Ereignis nicht los: "Es ist 15 Jahre her, aber ich lebe es jeden Tag und jede Nacht. Es wird mich nie verlassen", erklärte er im Gespräch mit "The Hollywood Reporter". Der Tiger "Mantacore" starb 2015 mit 17 Jahren.

Siegfried Fischbacher und Roy Uwe Ludwig Horn traten gemeinsam als "Siegfried & Roy" von 1990 bis 2003 als deutsch-amerikanische Zauberkünstler und Dompteure mit weißen Tigern und Löwen auf. Ihre Shows im Mirage-Hotel galten als die meistbesuchten Shows in Las Vegas. 2004 wurden sie als "Magier des Jahrhunderts" geehrt. 2019 soll es unter der Regie von Philipp Stölzl ("Winnetou") einen ARD-Dreiteiler über ihr Leben geben. Welche Variante des Unfalls darin aufgegriffen wird, bleibt abzuwarten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst