Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung löst der Begriff Treuhand bei vielen Menschen noch negative Gefühle aus. Eine ARD-Doku nimmt sich der Geschichte der Treuhand an.

Schon vom Wortsinn her hätte die "Treuhandanstalt" eigentlich für etwas Fürsorgliches stehen sollen. Treuhänderisch übernahm die Superbehörde nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung die Oberhoheit über teilweise schwer marode ehemalige DDR-Betriebe, mit dem Ziel, sie rasch wettbewerbsfähig zu machen. Was daraus resultierte, war aber oft eine als grausam empfundene Radikallösung: Viele frühere Staatsbetriebe wurden geschlossen, ihre langjährigen Mitarbeiter hat man entlassen. Die neue ARD-Dokumentation "Die Story im Ersten: Treuhand – Ein deutsches Drama" nimmt sich der Geschichte der Treuhand an und versucht im Rückblick zu beleuchten, was man hätte besser machen können.

Die Debatte um die Aufgaben und die Entscheidungen der Treuhand-Anstalt ist noch heute sehr emotionsgeladen. Im Osten wirft man den damals Verantwortlichen noch immer vielfach vor, dass durch ihr Wirken die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen West und Ost dauerhaft zementiert wurden. In den Ländern der alten Bundesrepublik ist hingegen schnell von verschleuderten Steuermilliarden die Rede. Der Film von Tom Fröhlich und Michael Schönherr führt dabei in die höchsten Etagen der Frankfurter Banken-Skyline und in muffige Archive des Bundes. Zu klären gilt es, wie sehr die Treuhand tatsächlich noch heute das soziale Gefüge in einer innerlich weiterhin zerrissenen Republik prägt, und wo das Land heute ohne die industriepolitischen Eingriffe jener Zeit wäre.

Die Story im Ersten: Treuhand – Ein deutsches Drama – Mo. 02.03. – ARD: 22.45 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH