Rocklegende

Die Toten Hosen: So ist die ARD-Dokumentation über ihr letztes Album

23.05.2026, 06.00 Uhr
Die Toten Hosen lassen in einer neuen Dokumentation intime Einblicke zu, während sie an ihrem letzten Album arbeiten. Filmemacher Eric Friedler zeigt die Band in ihrer kreativsten Phase.

Zeitsprung ins Jahr 1983. Helmut Kohl ist vor einigen wenigen Wochen zum Kanzler gewählt worden, nachdem die CDU/CSU bei der Bundestagswahl 48,8 Prozent der Stimmen erhielt. Larry Holmes ist Boxweltmeister, die erste Swatch wird verkauft, Jane Fonda macht Aerobic vor Millionen und verdient damit Unsummen. Kim Jong-un wird geboren, und Louis de Funès stirbt. In Köln steigt der Rheinpegel auf 9,90 Meter, und weite Teile der Altstadt werden überflutet. So war das 1983. Damals antworteten die Jugend und die Musik hierzulande auf die allgemeine Lage entweder mit knallbuntem NDW-Irrsinn samt Minirock. Oder mit Punk-Rock.

ARD
Die Toten Hosen – Das letzte Album
Dokumentation • 23.05.2026 • 23:25 Uhr

Das Erste zeigt auch die Anfänge der Kultband

Ein Band, die sich "Die Toten Hosen" nennt, ist in dieser Zeit zusammen im Studio, und Frontmann Campino singt für ihr Album eins Textzeilen wie diese: "Sie hat mich bei Vati und Mami verpetzt. Dafür hab ich ihren Hamster zerfetzt." Und diese hier: "Korn, Bier, Schnaps und Wein. Und wir hören unsere Leber schreien." Ein Vollrausch in Stereo.

Nun, 43 Jahre später, veröffentlichen die Hosen ihr letztes Album. Mit "Trink aus, wir müssen gehen" schließe sich ein Kreis, sagen sie. Das Album erscheint am 29. Mai, und erst dann wird man erfahren, ob es auch das Publikum so empfindet. Mit großer Sicherheit darf angenommen werden: Hamster werden heute nicht mehr getötet. Aber gefeiert wird noch, nur dass man vermutlich deutlich früher umfällt als damals.

"Die Toten Hosen" enthüllen intime Bandmomente in der ARD

Sehr anders ist heute auch: Die Hosen baten die ARD zu sich herein bei ganz intimen Bandmomenten. Damals hätte man die Senderfuzzis hinausgepöbelt. Namentlich war nun der preisgekrönte Filmemacher Eric Friedler dabei, mit dem die Band schon früher zusammenarbeitete und der sagt: "Wer in Deutschland lebt, kommt an den Toten Hosen nicht vorbei. Gleichgültig, ob man ihre Musik mag oder nicht." Es sei wie bei Forrest Gump, der bei jeder Situation im Weißen Haus dabei war. "So siehst du auch in jeder Dekade der BRD die Toten Hosen."

"Das ungeschminkte Porträt der ikonischen Kultgruppe" im Ersten

Über zwei Jahre hinweg begleitete er die Band bei der Entstehung ihres letzten Albums. Versprochen wird – wohlgemerkt seitens des Hosen-Labels – "das ungeschminkte Porträt der ikonischen Kultgruppe in ihrer vielleicht schwierigsten Zeit. Noch nie hat die Band zugelassen, so intensiv im Studio beobachtet zu werden. Entstanden sind einzigartige Momente voller Kreativität, Emotion, Freundschaft und Rock'n'Roll." Klingt wie ein ebenso verbrauchter wie großspuriger PR-Slogan. Und ein bisschen fragt man sich, warum die Band zum Ende ihrer Karriere solcherlei private Einblicke überhaupt zulässt.

Ab 20. Mai ist der 90-minütige Dokumentarfilm in der ARD-Mediathek zu sehen. Am Abend zuvor wird er zudem in ausgewählten deutschen Kinos gezeigt. Im Ersten läuft er zu später Stunde nach dem Ende des Pokalfinales in Berlin, bei dem ausgerechnet die Münchner Bayern nach dem Titel greifen.

Die Toten Hosen – Das letzte Album – Sa. 23.05. – ARD: 23.25 Uhr

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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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