"Fallende Blätter": Kritik zum finnischen Drama bei ARTE
Wie viel Kommunikation braucht es eigentlich, um sich lieben zu lernen? Das Drama "Fallende Blätter" vom finnischen Meisterregisseur Aki Kaurismäki zeigt, dass es kaum auf die Worte ankommt. Und trotzdem entsteht zwischen den Figuren eine spürbare Nähe. Erzählt wird die Liebesgeschichte zweier einsamer Menschen. Ansa (Alma Pöysti) arbeitet in einem Supermarkt, Holappa (Jussi Vatanen) auf dem Bau. Eines Abends treffen sich die zwei in einer Karaoke-Bar in Helsinki. Doch das tatsächliche Zusammenfinden gestaltet sich schwierig. Immer wieder sind es merkwürdige, manchmal fast absurde Umstände, die verhindern, dass Ansa und Holappa einfach Zeit miteinander verbringen können. Das Leben funkt ständig dazwischen und macht Nähe kompliziert.
Zwischen Krieg und Alkoholsucht
Ansas Wohnung, die Outfits der Figuren oder die Orte, an denen sie sich treffen, erinnern eher an vergangene Jahrzehnte als an die Gegenwart. Umso härter ist der Bruch mit der Realität. Jedesmal, wenn Ansa das Radio einschaltet, holen die Nachrichten über den Krieg in der Ukraine den Zuschauer abrupt zurück. Diese Radioszenen schreien den Zuschauer förmlich an und lassen keinen Raum für Verdrängung.
Eine weitere bittere Erkenntnis folgt schnell. Holappa hat ein Alkoholproblem. Auch das erzählt Kaurismäki ohne große Dramatik, fast beiläufig. Gerade dadurch wirkt es umso ehrlicher. Der Film erinnert immer wieder daran, dass es Menschen gibt, die trotz schwieriger sozialer Umstände alles daransetzen, in ihrem Leben ein kleines Stück Glück zu finden.
Kaurismäkis 20. Spielfilm
Mit "Fallende Blätter" erzählt Aki Kaurismäki, der auch das Drehbuch geschrieben hat, eine Liebesgeschichte, die alles andere als klassisch ist. Sie wirkt nah an der Realität und gerade deshalb glaubwürdiger als viele große Filmdramen. Der Film ist Kaurismäkis 20. Spielfilm und bildet den Abschluss seiner sogenannten proletarischen Reihe, die mit "Schatten im Paradies", "Ariel" und "Das Mädchen aus der Streichholzfabrik" begann. Der Film wurde zu Kaurismäkis erfolgreichstem Werk in Finnland. "Fallende Blätter" gewann den Preis der Jury bei der Premiere in Cannes und wurde mit elf weiteren internationalen Filmpreisen ausgezeichnet.
Wer Filme mag, die melancholisch sind, leise erzählt werden und ihren eigenen Rhythmus haben, sollte sich "Fallende Blätter" nicht entgehen lassen.
Fallende Blätter – Mi. 25.02. – ARTE: 20.15 Uhr
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH