Psychothriller

Robert De Niro als furchteinflößender Ex-Häftling in "Kap der Angst"

14.06.2026, 09.29 Uhr
Robert De Niro zeigt sich von seiner dunkelsten Seite in Martin Scorseses "Kap der Angst". Als Ex-Häftling Max Cady sinnt er auf Rache an seinem ehemaligen Anwalt, gespielt von Nick Nolte, und dessen Familie. Ein Psychothriller, der perfekte Angst ins perfekte Kino verwandelt.

Natürlich kann Robert De Niro auch nett. Doch meistens setzen Regisseure den wandlungsfähigen Superstar als Bösewicht ein – vor allem dann, wenn Sie dem Zuschauer richtig Angst einjagen wollen: Sei es mit De Niro als Mafiaboss ("Der Pate") oder mit De Niro als Schwiegervater ("Meine Braut, ihr Vater und ich"). Einen seiner stärksten "Bad Guy"-Auftritte hatte er 1991 in Martin Scorseses "Kap der Angst". ARTE wiederholt den Psychothriller am Sonntag, 14. Juni, um 22.00 Uhr.

De Niro spielt Max Cady, der nach 14 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird. Eine Strafe wäre ihm möglicherweise erspart geblieben, hätte sein damaliger Verteidiger nicht mutwillig Beweismaterial unterschlagen, das seinen Klienten entlastet hätte. Doch Sam Bowden (Nick Nolte) erkannte die potenzielle Gewaltbereitschaft Cadys und ebnete indirekt dessen Weg ins Gefängnis. Cady sinnt nun auf Rache, will es dem Anwalt gleichtun und ihm – ebenso wie der 14 Jahre zuvor ihm selbst – Leid zufügen. Erster Angriffspunkt: die Familie (gespielt von Jessica Lange und Juliette Lewis, die eine Oscarnominierung erhielt).

Perfekte Angst, perfektes Kino

Die Romanvorlage "The Executioners" von John D. MacDonald wurde bereits 1962 unter dem Titel "Ein Köder für die Bestie" mit Gregory Peck und Robert Mitchum verfilmt, zuletzt wurde der Stoff in der AppleTV-Serie "Kap der Angst" adaptiert, in der Juliette Lewis, allerdings in einer anderen Rolle, wieder dabei ist.

Scorseses Film erhält seine eigene Note aber vor allem durch den zwiespältigen Charakter Cadys, dessen Motive für den Terror wohl nachvollziehbar sind, nicht aber die Durchführung. Cady ist kalt, skrupellos, gerissen – vielleicht böse durch und durch. Und hätte es nicht die geniale Leistung von Anthony Hopkins in "Das Schweigen der Lämmer" gegeben, De Niro hätte 1991 einen Oscar in Händen halten dürfen. Seine glänzende Leistung fügt sich in die dramaturgisch intelligent inszenierte Geschichte ein. Dem gegenüber steht die Hilflosigkeit des Anwalts und dessen Familie. Perfekte Angst, perfektes Kino.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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