Filmlegende Monroe

Von Sex-Symbol zur Schauspiellegende: Monroes beste Filme

01.06.2026, 10.14 Uhr
Marilyn Monroe bleibt eine der bedeutendsten Ikonen der Filmgeschichte. Diese sieben Filme, von "Niagara" bis "Misfits", zeigen die Vielfalt und das Talent der unvergesslichen Schauspielerin.

Natürlich hat man sofort die Szene vor Augen, in der ihr weißes Kleid von einem Luftzug nach oben geweht wird. Oder erinnert sich daran, wie sie lasziv "I Wanna Be Loved By You" singt. Oder denkt an eines der vielen Bilder, auf denen sie sich als blonder Männertraum ablichten ließ. Doch bei all dem sollte man eines nicht vergessen: Marilyn Monroe, die am 1. Juni ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, war viel mehr als Pop-Ikone und Sex-Symbol.

In ihrer leider viel zu kurzen Karriere begeisterte sie vor allem mit ihrem schauspielerischen Talent – und das nicht nur in leichten (Musik-)Komödien. Nicht umsonst wählte das American Film Institute Monroe auf Platz sechs der größten weiblichen Hollywood-Stars aller Zeiten.

Und viele ihre Filme sind heute noch sehenswert, etwa ihr erster größerer Auftritt in "Love Happy" (1949), dem letzten Film der Marx Brothers, in dem sie erstmals die Verführerin spielen durfte. Und bereits in John Hustons Krimi "Asphalt-Dschungel" (1950) bot Monroe eine großartige Darstellung als naive Geliebte eines alten, betrügerischen Anwalts. Ein absolutes Muss für Filmfans sind allerdings diese sieben Filme ...

"Niagara" (1953)

Bevor Marilyn Monroe zur großen Komödienkönigin Hollywoods wurde, zeigte sie in "Niagara" (1953) ihre dunklere Seite. Der Thriller spielt an den berühmten Niagarafällen und erzählt von einem Ehepaar, dessen Beziehung zunehmend eskaliert. Monroe verkörpert die verführerische Rose Loomis, die gemeinsam mit ihrem Liebhaber einen Mord plant.

Der Film lebt von seiner düsteren Atmosphäre – und von Monroes Ausstrahlung. Regisseur Henry Hathaway inszenierte sie hier bewusst als gefährliche Femme fatale, anders als in vielen späteren Rollen. Vor allem die berühmten Einstellungen ihres Gangs durch die Straßen machten Eindruck und trugen erheblich zu ihrem Status als Sex-Symbol bei. Gleichzeitig zeigt "Niagara", wie wandelbar Monroe eigentlich war. In einem Film, der zwischen Erotik-Thriller und psychologischem Drama angesiedelt ist, beweist sie eine Präsenz, die weit über das Bild der harmlosen Blondine hinausgeht.

"Wie angelt man sich einen Millionär?" (1953)

In dieser charmanten Ensemblekomödie bildet Marilyn Monroe gemeinsam mit Lauren Bacall und Betty Grable ein Trio von Models, das in New York gezielt nach reichen Männern sucht. Was zunächst wie eine klassische Screwball-Komödie wirkt, lebt vor allem vom Zusammenspiel der drei Hauptdarstellerinnen – und von Monroes perfektem Gespür für Timing.

Besonders erinnerungswürdig ist ihre Figur Pola Debevoise, die stark kurzsichtig ist, ihre Brille aber aus Eitelkeit möglichst selten tragen möchte. Daraus entstehen einige der komischsten Momente des Films. Monroe spielt ihre Figur mit großer Selbstironie und viel Wärme, ohne sie der Lächerlichkeit preiszugeben. Gerade dadurch wirkt die Rolle bis heute erstaunlich modern. "Wie angelt man sich einen Millionär?" (1953) gehört außerdem zu den Filmen, die Monroes Status als Hollywood-Star der 50er-Jahre endgültig festigten – als Hauptattraktion in einer glamourösen und witzigen Komödie voller ikonischer Szenen.

"Blondinen bevorzugt" (1953)

Mit "Blondinen bevorzugt" (1953) wurde Marilyn Monroe endgültig zum Superstar. In der Musicalkomödie spielt sie die Nachtclubsängerin Lorelei Lee, die gemeinsam mit ihrer Freundin Dorothy (Jane Russell) nach Paris reist – auf der Suche nach Liebe, Luxus und reichen Verehrern. Vor allem die legendäre Szene zum von ihr vorgetragenen Song "Diamonds Are A Girl's Best Friend" machte Monroe unsterblich: im pinkfarbenen Kleid, umringt von Verehrern, kühl, glamourös und perfekt inszeniert.

Doch der Film lebt nicht nur vom Stil. Monroe spielt Lorelei keineswegs als naive Blondine, sondern als kluge Frau, die genau weiß, wie die Männerwelt funktioniert. Gerade dieser Mix aus Charme, Komik und Selbstironie machte ihre Darstellung so modern. "Blondinen bevorzugt" bleibt deshalb nicht nur ein Klassiker des Hollywood-Musicals, sondern auch einer der wichtigsten Filme in Monroes Karriere.

"Das verflixte 7. Jahr" (1955)

Kaum ein Bild der Filmgeschichte ist berühmter: Marilyn Monroe steht über einem U-Bahn-Schacht, ihr weißes Kleid wird vom Luftzug nach oben geweht. Die Szene aus "Das verflixte 7. Jahr" (1955) machte Monroe zur Popikone. Dabei dauert der Moment im Film nur wenige Sekunden – sein Nachhall hält bis heute an.

Monroe spielt in der Komödie die namenlose Nachbarin eines verheirateten New Yorkers, der während des Sommerurlaubs seiner Familie in Fantasien und Versuchungen abdriftet. Die Handlung wirkt leicht und verspielt, doch Meister-Regisseur Billy Wilder erzählt zugleich bissig über männliche Sehnsüchte und Midlife-Crisis. Monroe ist dabei weit mehr als bloßes Objekt der Begierde. Mit ihrer Mischung aus Unschuld, Schlagfertigkeit und Timing dominiert sie jede Szene.

"Bus Stop" (1956)

"Bus Stop" (1956) markierte einen Wendepunkt in Marilyn Monroes Karriere. Nach Jahren als glamouröse Blondine wollte sie ernster genommen werden – und bewies mit diesem Drama, dass sie weit mehr konnte als Komödien. Monroe spielt die Barsängerin Cherie, die von einem sturen Cowboy bedrängt wird, der sie kurzerhand heiraten will. Zwischen beiden entwickelt sich eine komplizierte Beziehung voller Konflikte und Missverständnisse.

Monroe verzichtet hier weitgehend auf ihr gewohntes Star-Image. Statt perfekter Eleganz zeigt sie eine verletzliche junge Frau, die um Selbstbestimmung kämpft. Kritiker lobten damals vor allem ihre natürliche, emotionale Darstellung. Der Film profitierte auch davon, dass Monroe zuvor Unterricht im berühmten Actors Studio genommen hatte, um ihr Spiel weiterzuentwickeln. "Bus Stop" wurde damit zu einem wichtigen Beweis, dass sie nicht nur Mythos, sondern tatsächlich eine ernstzunehmende Schauspielerin war.

"Manche mögen's heiß" (1959)

Viele Kritiker halten "Manche mögen's heiß" (1959) bis heute für die beste Filmkomödie aller Zeiten – und Marilyn Monroe ist ein wesentlicher Grund dafür. In Billy Wilders Meisterwerk spielen Tony Curtis und Jack Lemmon zwei Musiker, die nach einem Mafia-Mord als Frauen verkleidet untertauchen. Auf ihrer Flucht treffen sie auf die Sängerin Sugar Kane, gespielt von Monroe.

Die Schauspielerin verbindet in der Rolle Erotik und Melancholie auf besondere Weise. Sugar träumt von der großen Liebe, gerät aber immer wieder an die falschen Männer. Monroe verleiht der Figur eine berührende Verletzlichkeit, ohne dass die Leichtigkeit der Komödie verloren geht. Gleichzeitig zeigt sie ihr enormes komisches Talent – oft unterschätzt hinter ihrem Glamour-Image. Hinter den Kulissen galt der Dreh als schwierig, weil Monroe häufig verspätet erschien und Texte vergaß. Auf der Leinwand jedoch wirkt alles mühelos. Genau das macht ihre Performance bis heute so faszinierend.

"Misfits – Nicht gesellschaftsfähig" (1961)

"Misfits – Nicht gesellschaftsfähig" (1961) wurde Marilyn Monroes letzter fertiggestellter Film – und rückblickend wirkt vieles daran beinahe tragisch. Das Drehbuch schrieb ihr damaliger Ehemann Arthur Miller, Regie führte John Huston. Monroe spielt Roslyn, eine geschiedene Frau, die in Nevada auf drei alternde Cowboys trifft, dargestellt von Clark Gable, Montgomery Clift und Eli Wallach.

Der Film ist deutlich melancholischer als viele ihrer früheren Arbeiten. Es geht um Einsamkeit, verlorene Träume und Menschen, die keinen Platz mehr in ihrer Zeit finden. Monroe wirkt darin zerbrechlich und zugleich bemerkenswert intensiv. Die Dreharbeiten waren von privaten Krisen überschattet, auch gesundheitlich ging es ihr schlecht. Kurz nach Abschluss der Produktion starb Clark Gable, Monroe selbst nur ein Jahr später. Gerade deshalb hat "Misfits" heute eine besondere Wirkung: wie ein stiller Abschied einer Schauspielerin, deren Mythos nie verblasste.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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