Macht und Vermächtnis

Was Downton Abbey uns über Macht lehrt

28.03.2026, 12.30 Uhr
Julian Fellowes, Schöpfer von Downton Abbey, hinterfragt die Motive der Mächtigen. Seine Serien zeigen, dass oft das Image wichtiger ist als echte Veränderung.

"Wie werde ich eigentlich in Erinnerung bleiben?" – Eine Frage, die sich laut "Downton Abbey"-Schöpfer Julian Fellowes (76) viele mächtige Männer erst ganz am Ende ihres Lebens gestellt haben. Seine eigene Antwort darauf fällt überraschend deutlich aus.

Mit "Downton Abbey: Das große Finale" geht eine der erfolgreichsten Serienwelten zu Ende (zu sehen bei Sky und WOW). Doch im Gespräch mit der Agentur teleschau anlässlich des Finales wird schnell klar: Fellowes interessiert weniger das große Ende – sondern das, was dahinterliegt. Vor allem, wenn es um Macht, Geld und das eigene Vermächtnis geht.

"Viele dieser Männer haben am Ende ihres Lebens plötzlich angefangen, Kunst zu sammeln oder große Summen zu spenden", sagt er die Mächtigen und Reichen. Es wirke für sie wie ein Akt der Verantwortung. Fellowes sieht das anders: "Das war keine moralische Läuterung", glaubt der 76-Jährige. "Es ging darum, wie sie in Erinnerung bleiben wollten."

Das reale Leben inspiriert "Downton Abbey" und "The Gilded Age"

Ein Satz, der hängen bleibt – weil er so direkt ist. Und weil er nicht nur für die Vergangenheit gilt. Fellowes glaubt, dass sich dieses Verhalten bis heute kaum verändert hat. Dass Menschen nach außen Haltung zeigen, sich engagiert geben – und dabei doch oft ein anderes Ziel verfolgen. "Wir sollten das nicht verwechseln", findet das Mitglied des Oberhauses im britischen Parlament. "Das meiste davon war Imagepflege – keine echte moralische Veränderung."

Gerade dieser Blick hinter die Fassade zieht sich durch seine Arbeit. Ob in "Downton Abbey" oder "The Gilded Age" – es geht ihm nie nur um Reichtum oder Status. Sondern um das, was darunterliegt: um Entscheidungen, um Motive. Und um die Frage, warum Menschen tun, was sie tun.

Für Fellowes ist dabei vor allem eines entscheidend: Ehrlichkeit. Denn der Wunsch, gut dazustehen, sei oft stärker als der Wunsch, sich wirklich zu verändern. "Wir verwechseln oft, wenn Menschen versuchen, ein bestimmtes Bild von sich zu hinterlassen, mit echter Veränderung", sagt er. "Aber das ist es meistens nicht." Ein Gedanke, der auch seine Figuren antreibt: Menschen, die nach außen glänzen – aber innerlich mit ganz anderen Dingen ringen. Und am Ende bleibt genau diese eine Frage: Wer bist du wirklich – wenn es nicht mehr um dein Image geht?


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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