Alternativen zum Fußballabend: Drei Filmhighlights im TV
Die WM 2026 aus den USA, Mexiko und Kanada geht mit Karacho weiter. Am Donnerstag, 25. Juni, trifft die deutsche Nationalmannschaft in ihrem dritten Vorrundenspiel auf Ecuador. Anpfiff ist um 22 Uhr. Das Erste berichtet bereits ab 21 Uhr. Wem das schnuppe ist, der findet durchaus spannende Alternativen – auch im linearen TV. Wir stellen drei Filme vor.
"Perfect Match – Die Steffi & Andre Story" (VOX, 20.15 Uhr)
Unter der Regie von Florian Gallenberger, der gemeinsam mit Chris Silber auch das Drehbuch schrieb, erzählt der Amazon-Film "Perfect Match – Die Steffi & Andre Story" aus dem Jahr 2024 (als Free-TV-Premiere um 20.15 Uhr, bei VOX) den Beginn einer äußerst prominenten Liebesgeschichte. Mit der deutschen Jahrhundert-Tennisspielerin Steffi Graf (Lena Klenke, "How to Sell Drugs Online (Fast)") und US-Paradiesvogel Andre Agassi (gespielt vom Briten Toby Sebastian) fanden sich zwei Superstars des Tenniszirkus der 90er-Jahre zusammen, die man sich damals auf Anhieb gar nicht so recht zusammendenken wollte: auf der einen Seite die sportive Deutsche, im Film vom Agassi-Clan als "German Robot" bezeichnet, auf der anderen ein wilder US Boy, der damals für den ein oder anderen Skandal gut war.
Nach einer kurzen Rückblende in die Kindheit der beiden Tennisstars beginnt der Film bei den French Open 1991 in Paris, wo Steffi Graf und Andre Agassi bei einer gemeinsamen Pressekonferenz erstmals aufeinandertreffen. Stets als strenger Beobachter mit dabei ist Steffis Vater und Trainer Peter Graf (Michael Kessler). Es dauert eine Weile, bis sich die beiden wirklich näherkommen. Mit dem Rennfahrer Michael Bartels (Leonard Scheicher) und der Schauspielerin Brooke Shields (Bianca Bardoe) gehen beide zunächst andere Beziehungen ein. Hinzukommt der Steuerskandal um Steffis Vater ... Spoilerwarnung: Das Ganze verlief so richtig gut. Die beiden sind heute noch ein Paar, sie haben zwei Kinder.
"À la Carte! – Freiheit geht durch den Magen" (rbb, 20.15 Uhr)
"Nur Kochen reicht nicht, es muss auch gut sein", lautet das Credo von Pierre Manceron (Grégory Gadebois). Als Küchenchef des Duc de Chamfort (Benjamin Lavernhe) hat er das bürgerliche Verständnis von Essen zum reinen Zweck der Nahrungsaufnahme längst hinter sich gelassen. Für den französischen Adel ist Essen im 18. Jahrhundert ein Zeitvertreib; für den Duc sind Mancerons kulinarische Kreationen vor allem Anlass zum Prahlen. Lange dauert es im Spielfilm "À la Carte! – Freiheit geht durch den Magen", den der rbb um 20.15 Uhr wiederholt, nicht, bis Pierre den Angebereien seines Dienstherren versehentlich einen Strich durch die Rechnung macht – und entlassen wird.
Bereits 2015 bewies der französische Regisseur Éric Besnard mit der Liebeskomödie "Birnenkuchen mit Lavendel" ein Händchen für filmische Kulinarik. 2021 legte er mit dem warmherzigen Kinofilm "Délicieux" (Originaltitel) nach. Das Drama nach einem Drehbuch von Nicolas Boukhrief erzählt von Pierres Rückkehr in die Welt der Bürgerlichen, dort, wo Essen eben nur das ist: Essen. Alles ändert sich, als der frustrierte Koch die ebenso schöne wie geheimnisvolle Louise (Isabelle Carré) kennenlernt, die unbedingt kochen lernen will. Gemeinsam mit seinem Sohn ziehen die beiden zu Beginn der Französischen Revolution etwas völlig Neues auf: ein Restaurant, in dem Gäste aus jeder Schicht wie Adelige speisen können.
"Nord bei Nordwest – Gold!" (WDR, 22.15 Uhr)
So viel Durchhaltevermögen hätte man der Reihe mit dem Hitchcock-Titel ("North by Northwest") bei ihrer Premiere im November 2014 nicht zugetraut. Doch mittlerweile bringt es "Nord bei Nordwest" auf 29 Folgen (fünf weitere warten noch auf eine Ausstrahlung). Die siebte, "Nord bei Nordwest – Gold!" von 2019, wiederholt der WDR um 22.15 Uhr. Im Mittelpunkt steht wie gewohnt der Hamburger Ex-Cop Hauke Jacobs (Hinnerk Schönemann), der sich als Tierarzt auf eine Ostsee-Halbinsel verkrümelt, um dort wortkarg gleich wieder der Ortskommissarin Lona Vogt (Henny Reents) unter die Arme zu greifen. Die Tierarzt-Helferin Jule Christiansen (Marleen Lohse) ist als Dritte im Bunde auch nicht gerade auf den Kopf gefallen. Gut so, denn in der Ostsee-Idylle Schwanitz lauert, nicht ohne Augenzwinkern, immer wieder der Tod.
Diesmal wird hinterm Deich ein totgeprügelter Immobilienmakler aufgefunden. Bei der Obduktion wird Goldstaub an den Händen und im Gesicht des Toten entdeckt, wie er eigentlich nur beim Abbau oder bei der Bearbeitung von Gold entstehen kann. Lona Vogt weiß dann auch, dass es im 18. Jahrhundert ausgerechnet in Schwanitz eine Goldmine gegeben hat. Hatte der Tote eine Goldader gefunden – und der Täter wollte unbedingt wissen, wo diese ist? – "Klingt unwahrscheinlich", sagt Hauke, und hat damit natürlich recht. Sönke Keller hatte das Haus seiner jüngst verstorbenen Mutter geerbt und wollte in der Nachbarschaft offensichtlich mehrere Grundstücke kaufen, um in Schwanitz ein größeres Bauprojekt zu starten. Sollten die Grundstücksopfer die Täter gewesen sein? Sehr viele Spuren – inklusive verdeckter Homosexualität im Fußballermilieu – werden im siebten Fall vom Reihenautor Holger Karsten Schmidt ausgelegt.
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH