Stephanie Stumph über ihre „Der Alte“-Rolle: „Annabell ist eine kleine Partymaus“
„Der Alte“ geht in die 50. Staffel – was bedeutet dieses Jubiläum für Sie persönlich, wenn Sie auf Ihre eigene Zeit mit der Reihe zurückblicken?
Stephanie Stumph: Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Und ich finde es nach wie vor eine super Entscheidung, dass ich die Rolle damals angenommen habe.
Wenn man Teil einer Serie ist, die für so viele Zuschauer seit Jahrzehnten eine feste Größe ist: Wie verändert das den eigenen Blick auf die Rolle und auf die Verantwortung, die damit einhergeht?
Die Verantwortung, die mir als Erstes einfällt, so sie denn in meiner Hand liegt (denn ich schreibe die Drehbücher nicht), ist, dass man eine moderne starke Frau von heute abbildet, die mit einem Mann an ihrer Seite durchaus ein gutes berufliches Team bilden kann. Gleichwertig.
Annabell Lorenz ist inzwischen eine sehr vertraute Figur für das Publikum – wie hat sich Ihr Zugang zu ihr über die Jahre verändert, und was entdecken Sie heute noch neu an ihr?
Ich hab manchmal das Gefühl, sie will nicht so richtig erwachsen werden. Vielleicht ist das auch beruflich bedingt, dass es ihr schwerfällt tiefere Beziehungen einzugehen. Die Figur gibt mir die Möglichkeiten meine unangepassten, ungebundenen Seiten auszuleben, nach denen ich mich als Stephanie manchmal zurücksehne. Annabell ist eine kleine Partymaus. Ich finde, das könnte man in der ein oder anderen Folge noch ausbauen.
Spannend ist auch, dass Sie Annabell als sensibler beschreiben, als man vielleicht zuerst denkt: Wie zeigen sich in der 50. Staffel diese leiseren, verletzlicheren Seiten?
Ich mag es ja, wenn Annabell etwas schroff und unangepasst wirkt. Sie spricht aus, was der eine oder andere Zuschauer denkt, auch wenn sie manchen damit vor den Kopf stößt. Ich würde das gern noch mehr bei ihr sehen. Denn nur dann funktionieren die sensiblen Seiten auch.
Die neuen Folgen greifen wie gewohnt gesellschaftliche Themen auf – von Pflege und Überlastung bis zu jugendlicher Obdachlosigkeit und digitalen Verlockungen. Wie wichtig ist Ihnen, dass „Der Alte“ nicht nur Kriminalfälle erzählt, sondern immer auch etwas über die Gesellschaft verrät?
Es macht keinen Sinn, Geschichten zu erzählen, die an den Leuten vorbeigehen. Das müssen schon Themen sein, die ihren Alltag widerspiegeln, die eine größere Masse interessiert oder betrifft. Da wir ein Krimi sind, sind die Themen meist problembeladen und es gibt einen Toten. Das ist der Deal, wenn man einschaltet.
Die neuen Folgen von "Der Alte" laufen freitags um 20.15 Uhr im ZDF und sind in der ZDF Mediathek verfügbar.
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