Juzo Itami

Yoshihiro Ikeuchi
Lesermeinung
Gestorben
20.12.1997 in 
Biografie
Juzo Itamis Darstellung der Yakuza-Methoden in "Die Kunst der Erpressung" (1992) schien ziemlich authentisch zu sein. Diese Vermutung liegt zumindest nahe, denn der Regisseur wurde nach der Premiere des Films heftig attackiert - von der Yakuza, der japanischen Mafia. Er musste mit Gesichts- und Halsverletzungen ins Krankenhaus eingewiesen werden. Juzo Itami war der Sohn des in Japan bekannten Regisseurs Mansaku Itami. Er begann seine Filmkarriere als Fernsehreporter und Schauspieler. Sein Leinwanddebüt hatte er 1960 in Yasuzo Maumuras "Nise daigakusei". Danach war Itami in Filmen wie Nicholas Rays "55 Tage in Peking" (1963), Richard Brooks' "Lord Jim" (1965), Kon Ichikawas "Die Töchter des Hauses Marioka" (1983), Yoshimitsu Moritas "Familienspiele" (1983) und Masahiro Shinodas "MacArthurs Kinder" (1984) zu sehen.

Erst im Alter von 50 Jahren drehte er 1984 mit "Beerdigungszeremonie" seinen ersten eigenen Film. In Japan war der Film einer der meistdiskutierten des Landes. Denn Itami setzt sich hier respektlos mit dem Ahnenkult und der Beerdigungsgzeremonie - uralte japanische Traditionen - auseinander. Im Westen wurde Itami vor allem durch seine Komödie "Tampopo" (1986) bekannt, in der er die moderne japanische Gesellschaft auf die Schippe nimmt, indem er kunstvoll eine deftige Mischung aus Komik, Kochkunst, Sex und kritischer Gesellschaftsbetrachtung präsentierte.

Danach drehte er "Die Steuerfahnderin" (1987) und "Die Steuerfahnderin schlägt wieder zu" (1988). Im ersten Film wird die Ermittlerin Ryoko Itakura nach Tokyo versetzt um "die Leidenschaft der Japaner, die Steuerhinterziehung" (Itami) zu bekämpfern. Bald schon ist sie einem alten Kunden auf der Spur, dem Love-Hotel-Besitzer Gondo. In der Fortsetzung ermittelt die umtriebige Heldin gegen eine mächtige Sekte, die von höchster Stelle gedeckt wird. In beiden Filmen schildert Itami mit bösem Witz die Korruption in Japans politischer Elite und die Ohnmacht Einzelner im Kampf gegen diese Verbrechen. In "Geisha des Glücks" (1990) befasste sich Itami wiederum mit der Wirtschaftskriminalität in Japan. Diesmal freilich aus der Sicht einer Geisha, die sich mit einem mächtigen und kriminellen Mann einlässt.

Anschließend inszenierte Itami das bereits erwähnte Yakuza-Werk "Die Kunst der Erpressung", dem 1993 "Tanz am Abgrund" folgte. Darin geht es um einen Filmemacher, der trotz lebensbedrohlichen Krebserkrankung nach einem genussvollen Leben giert und deshalb dem Sex, dem Alkohol und den Zigaretten frönt. Außerdem will er sich mit seiner Frau versöhnen und unbedingt noch eine Filmoper über den Krebstod fertigstellen. Itami schuf eine mitunter derbe Komödie über das Gesundheitswesen und das Filmbusiness.

Die letzten drei Filme Itamis "Shizukana seikatsu" (1995), "Supa no onna" (1996) und "Marutai no onna" (1997) wurden hierzulande noch nicht gezeigt. Juzo Itami wurde zum Wegbereiter des jungen japanischen Films, indem er bewies, dass auch große Publikumserfolge mit niedrigem Budget gedreht werden können. Im Dezember 1997 stürzte sich Itami - ihm wurde Ehebruch vorgeworfen - aus einem Hochhaus in den Tod. Itami war seit 1969 bis zu seinem Tod mit der Schauspielerin Nobuko Miyamoto verheiratet. Sie spielt meist die Hauptrolle in seinen Filmen.

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