Sven-Bertil Taube

Sven-Bertil Taube als Henrik Vanger in der Stieg
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Sven-Bertil Taube als Henrik Vanger in der Stieg Larsson-Verfilmung "Verblendung"
Sven-Bertil Gunnar Evert Taube
Geboren: 24.11.1934 in Stockholm, Schweden
Sternzeichen: Schütze

In seiner schwedischen Heimat ist er seit Jahrzehnten eine Institution, in Deutschland eher unbekannt: Sven-Bertil Taube. Schon sein Vater Evert, der Nationalbarde und -dichter, sorgte dafür, dass die Familie Taube sprichwörtlich in aller Munde war. Sven-Bertil ist das jüngste Kind von Evert Taube und dessen Frau, der Bildhauerin Astri Taube. Sein Vater führte viele Jahre das Leben eines Bohème und lebte als freier Künstler oft am Rande des wirtschaftlichen Ruins. Doch der Ruhm, den er sich während seines langen künstlerischen Lebens erschuf, machte ihn unsterblich. Sein jüngster Sohn sorgte noch zu Lebzeiten des Vaters dafür, dass dieser nicht in Vergessenheit geriet. Sven-Bertil Taube übernahm das schwere Erbe des großen Evert und verwaltete es brillant weiter. Durch die verschiedenen Interpretationen des väterlichen Liedgutes sang er sich schon früh in die Herzen der schwedischen Bevölkerung. Er gehört zu Schweden, wie ABBA, IKEA, WASA-Knäckebrot, Volvo oder Saab. Neben den vielen Tonträgern, die er mit den Liedern des Vaters herausbrachte, widmete er sich auch den anderen großen schwedischen Dichtern wie Carl Michael Bellman, Nils Ferlin, Erik Axel Karlfeldt und Carl Jonas Love Almqvist und sorgte so nachhaltig für die Konservierung des schwedischen Liedgutes.

Sein Spielfilmdebüt gab Sven-Bertil bereits 1949 an der Seite seines Vaters in dessen "Sjösalavår". 1954 erschien in den USA, wo er nach seiner Ausbildung an der Stockholmer Beskowska Schule seine schulische Laufbahn fortgesetzt hatte, seine erste Langspielplatte mit schwedischen Volksliedern und Balladen. Zwei Jahre später zog es ihn nach Madrid, wo er Gitarre studierte. 1958 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, um zunächst an der Witzanskys Theaterschule, später an der Schauspielschule des Königlichen Dramatischen Theaters (Dramaten) die Schauspielerei von der Pike auf zu lernen. Es folgten Engagements am Dramaten. Man sah ihn in "Hamlet", "Romeo und Julia", "Die Schicksale des braven Soldaten Schwejk während des Weltkrieges", "Å vilket härligt krig" und "Klas Klättermus". Zeitgleich nahm er weitere Langspielplatten auf, vor allem mit schwedischen Liedern, wobei er - für die damalige Zeit revolutionär - sich von einem Kammerorchester unter der Leitung von Ulf Björlin begleiten ließ. Ab Mitte der Sechzigerjahre sah man ihn auch in schwedischen Film- und Fernsehproduktionen. 1969 startete er gemeinsam mit seinem Vater eine Konzertreihe im Stockholmer Freizeitpark "Gröna Lund". Nach Evert Taubes Tod, 1976, setzte Sven-Bertil Taube die Tradition der jährlichen Sommerkonzerte alleine fort.

Obwohl er in den Siebzigern den Schritt nach London und in die Internationalität wagte, in vielen britischen und amerikanischen Produktionen zu sehen war und nebenbei auf Londoner Bühnen überzeugen konnte, trat Sven-Bertil in Deutschland erst kurz vor der Jahrtausendwende in Erscheinung. Jedoch nicht vordergründig. In Bille Augusts Literaturverfilmung "Jerusalem" spielt er ebenso wie in Colin Nutleys Tragikomödie "Jetzt oder nie!" (beide 1996). In Håkan Nessers "Håkan Nesser - Das falsche Urteil" sieht man ihn 2001 hinter Sven Wollter nur in der zweiten Reihe, 2007 erkennt man ihn nur recht schwer in der Rolle des Bischofs in "Arn - Der Kreuzritter". Weitaus überzeugender kommt er als Henrik Vanger neben Michael Nyqvist und Noomi Rapace in der Bestsellerverfilmung "Verblendung" (2009) daher und spielt sich eindrucksvoll in das Gedächtnis des Publikums. Taube ist in dritter Ehe mit Mikaela Ryden verheiratet. Mit seiner zweiten Ehefrau, der Regisseurin Ann Zacharias, hat er die gemeinsame Tochter Sascha Zacharias, die ebenfalls mit der Schauspielerei von sich reden macht und der künstlerischen Tradition ihrer Familie folgt.

Weitere Filme und Serien mit Sven-Bertil Taube: "Zu lieben" (Sprecher), "Drömpojken" (beide 1964), "Zusammen mit Gunilla", "...för vänskaps skull..." (beide 1965), "Ön" (1966), "Stimulantia", "Puss & kram" (beide 1967), "Lejonsommar", "Het snö" (beide 1968), "Håll polisen utanför" (Mehrteiler), "Mej och dej", "Bäumchen, Bäumchen, wechsle dich", "69 - Sixtynine" (alle 1969), "The Buttercup Chain", "Die Ratten von Amsterdam" (beide 1970), "Das Haus am Eaton Place" (TV-Serie, 1972), "Ebon Lundin" (1973), "Lejonet och jungfrun" (1975), "Der Adler ist gelandet" (1976), "Spiel der Geier" (1979), "Ett drömspel" (1980), "August Strindberg ett liv" (1985), "Codename: Kyril", "Folk og røvere i Kardemomme by" (beide 1988), "Ålder okänd" (1991), "Händerna" (1994), "Slutspel" (1997), "Toffelhjältar", "Jobbet och jag" (TV-Serie, beide 1998), "Art" (1999), "Födelsedagen" (2000), "Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt" (Sprecher, 2001), "Ramakien - en demonisk historia" (Sprecher, 2002), "Swedenhielms" (2003), "Tre solar", "London Voodoo", "Die Rückkehr des Tanzlehrers" (Mehrteiler, alle 2004), "Störst av allt" (2005), "Nyhetsmorgon" (TV-Serie, 2009), "Chasing the Wind" (2013).

Foto: Yellowbird/Knut Koivisto


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