Jonas Karlsson

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Jonas Karlsson in "Die Rache des Tanzlehrers"
Sven Bert Jonas Karlsson
Geboren: 11.03.1971 in Salem, Stockholms län, Schweden

Man kann ihn durchaus als Multitalent bezeichnen. Jonas Karlsson ist nicht nur einer der beliebteren schwedischen Darsteller, sondern macht auch als Kurzgeschichten-Autor, Dramatiker und Regisseur von sich reden. Seine Begeisterung für das Theater hat der bereits als kleiner Junge entdeckt. Obwohl sein Elternhaus ihm diesbezüglich nicht den Weg geebnet hatte, spielte er bereits als Kind im "Miniteater". Sein Kameradebüt gab er im Alter von zehn Jahren. Er schlüpfte in die Rolle eines Waisenkindes in der schwedischen TV-Serie "Rasmus på luffen". Trotz des Enthusiasmus' für die Schauspielerei schlug er zunächst einen anderen Weg ein und besuchte die Wirtschaftslinie des Gymnasiums, bevor er die Schule und die Ausbildungsrichtung wechselte und am Södra Latin mit der Theaterlinie begann. Anschließend versuchte er sich als Rockmusiker mit der Band "Trinity and His Horsemen" und schlug sich mit diversen Jobs durch. 1994 begann er schließlich seine Ausbildung an der Theaterhochschule (Teaterhögskola) in Stockholm, die er 1998 erfolgreich abschloss.

Relativ schnell gelang dem sympathischen Darsteller der Durchbruch, sowohl vor der Kamera, als auch auf der Theaterbühne. Bereits während seiner Ausbildung wurde er von den Kritikern hoch gelobt und als viel versprechender Jungdarsteller gefeiert. Sein Auftritt in Lars Noréns "Rumäner" (1997) am Theater Plaza ist legendär und brachte ihm weitere Bühnenrollen und Engagements am Stockholmer Stadttheater und am Königlichen Dramatischen Theater (Dramaten) ein. Er wirkte unter anderem in Shakespeares "Ein Mittsommernachtstraum", im Musical "Cabaret", in Staffan Göthes "En uppstoppad hund" und in Mark Ravenholls "Shopping and fucking" mit, spielte überzeugend und erfolgreich in "Rabarbers", "Sårskorpor", Strindbergs "Meister Olof", Büchners "Woyzeck" und Tschechows "Drei Schwestern". Seit 1998 gehört der ruhige Star zum festen Ensemble des Dramaten und führte dort auch schon Regie.

Vor der Kamera wurde er anfangs häufig als Jugendlicher besetzt. Gerne auch als Problem-Teenager, der erst einmal seinen Weg finden muss und der mit seiner Art aneckt. Man sah ihn als romantischen, pubertierenden Jüngling in "Härifrån till Kim" (1993) und als Glatzkopf in "30:e november" (1995), und auch in der erfolgreichen TV-Serie "Rederiet" und dem Fernsehfilm "Klick" (beide 1994) schlüpfte er in die Rolle des jungen Erwachsenen. Beeindruckend war auch seine Leistung in einigen Episoden der Krankenhausserie "S:t Mikael" (1998), wo er durchaus überzeugend einen Selbstmordkandidaten darstellte. Selbst als Hund kann Jonas Karlsson imponieren, wie er 1999 im TV-Adventskalender "Julens hjältar" unter Beweis stellen konnte. Sein leicht wehmütiger Blick, das magere Gesicht und seine hagere Gestalt sorgten viele Jahre dafür, dass er regelrecht in eine Schublade gesteckt wurde und immer dann hervorgeholt wurde, wenn ein nachdenklich wirkender Heranwachsender besetzt werden musste. Im Laufe der Jahre haben sich die Rollen verändert und wurden vielseitiger. Trotzdem wird Jonas Karlsson immer noch auf Grund seiner körperlichen Erscheinung und seiner gedankenversunkenen Mimik besetzt.

Besondere Aufmerksamkeit erzielte er mit seiner Rolleninterpretation von Gustav III. in der vielbeachteten TV-Serie "Gustav III:s äktenskap" (2001). Des weiteren wusste er als Drehbuchautor und Regisseur der Jugendserien "Toalett" und "Bra front" zu überzeugen. Für seine Rolle in "Detaljer", an der Seite von Michael Nyqvist, erhielt er 2003 den Guldbagge, den nationalen Filmpreis Schwedens. Im gleichen Jahr sah man ihn als aufstrebenden Jung-Pastor in der Komödie "Miffo", die auch beim deutschen Publikum auffiel. Aufmerksame Kinogängern dürften ihn hierzulande auch schon in "Zwei Helden" (1996) und "Tsatsiki - Tintenfisch und erste Küsse" (1999) bemerkt haben. 2004 folgte mit dem Politkrimi "Die Rache des Tanzlehrers" die Verfilmung von Henning Mankells Roman "Die Rückkehr des Tanzlehrers". Jonas Karlsson schlüpfte hier in die Rolle des Stefan Lindman und agierte überzeugend an der Seite von Lia Boysen und Sven Bertil Taube.

Ein Jahr später konnte das deutsche Publikum ihn auch in der Håkan Nesser-Verfilmung "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" bewundern. Während er in seinem Heimatland regelmäßig vor der Kamera stand und in den Jahren 2005 und 2006 insgesamt sechs Film-Produktionen ablieferte, u.a. "Doxa", "Bang Bang Orangutang" (beide 2005) und die Komödie "Offside" (2006), konnte das deutsche Publikum ihn erst wieder 2007 neben Rolf Lassgård und Sofia Ledarp in dem Beziehungsdrama "Wen man liebt" sehen. Neben Sofia Ledarp spielte er auch in der deutsch-schwedischen Co-Produktion "Der Kommissar und das Meer - An einem einsamen Ort" (2008).

Weitere Filme und Serien mit Jonas Karlsson: "Osynlig närvaro" (Mehrteiler), "Facklorna", "Dyningar" (alle 1991), "Sökarna", "Snoken" (TV-Serie, beide 1993), "Anmäld försvunnen" (TV-Serie, 1995), "Chewing Gum", "Juloratoriet" (beide 1996), "Innan det fortsätter", "Tartuffe - hycklaren", "Hammarkullen" (Mehrteiler, alle 1997), "Längtans blåa blomma" (Mehrteiler, 1998), "Jesus lever", "Det blir aldrig som man tänkt sig", "Brottsvåg" (TV-Serie), "Soldater i månsken" (Mehrteiler), "Pistvakt - en vintersaga" (TV-Serie), "Livet är en schlager" (alle 2000), "Bekännelsen", "Hans och hennes", "Blå måndag", "Om inte" (alle 2001), "Tempo" (Kurzfilm, 2002), "Max & Josef" (Sprecher, 2003), "Barnavännen", "Strings" (Sprecher), "Glömskans brev", "Om Stig Petrés hemlighet" (alle 2004), "Storm", "Den sista hunden i Rwanda", "En uppstoppad hund", "LasseMajas detektivbyrå" (TV-Serie, alle 2006), "August" (2007), "Mannen under trappan" (TV-Serie, 2009).

Foto: ARD Degeto/Yellow Bird/Bo Hakansson


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