Ulrike Frank

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Biografie
Wie ein Filmstar bewegt sich die junge Frau in dem hautengen schwarzen Paillettenkleid langsam über die Bühne. Ihr dunkles Haar fällt ihr über die nackte Schulter, als sie den Song "Vamp" anstimmt. Das Publikum hält gespannt den Atem an, am Ende der Ballade braust Applaus auf. Gleich darauf wird aus dem erotischen Vamp die gestrenge Sekretärin, die sich von ihrem Boss nicht unterbuttern lässt, und wenig später mutiert sie zu einem Twen im braven roten Disco-Kleidchen. Gesichter eines großen Bühnentalents: Ulrike Frank entpuppte sich als der Star des Comedy-Musicals "Keep Cool", das 1995/1996 im Köln lief.

Für die Essenerin Ulrike Frank kommt der Erfolg nicht von ungefähr. Als Kind begann sie mit dem Tanzunterricht, als 16-jährige mit den Gesangsstunden. Zunächst aus Spaß. "Ich wußte natürlich noch nicht genau, in welche Richtung das geht, doch es hat mich immer total fasziniert", erinnert sie sich. Aus Spaß wurde Ernst: Bald häuften sich die Tanzauftritte, dazu kamen klassische Konzerte. "Ich hatte damals sogar eine Band, so in Richtung 'Mamas and Papas' mit vielstimmigen Folk-Gesang. Wir waren allerdings alle die reinsten Amateure", lacht Ulrike. Nach dem Abitur ging's dann so richtig ins Showgeschäft. "Ein guter Freund brachte mich auf die Idee, eine Musical-Ausbildung zu probieren." Ulrike bewarb sich an der Hamburger "Stage School of Dance and Drama" und bekam, o Wunder, einen der begehrten Ausbildungsplätze.

Doch schon mit 16 Jahren stand Urike auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Hier schlüpfte sie in die Rolle einer spanischen Tänzerin - schnell folgte die Ernüchterung. Grund: "Ich wollte mit voller Pulle von Anfang an Gesang, Tanz und Schauspiel lernen", erzählt Ulrike, "aber in Hamburg gab's die ganze Zeit nur Tanz." Also zog sie weiter und landete in Essen an der Folkwangschule. Die bietet seit 1989 ein für Deutschland fast einmaliges Studium "Musical" an. Dort wird nicht mehr kleinkariert zwischen anspruchsvollem Schauspiel und vermeintlich seichter Komödie unterschieden. Vielmehr erhalten die Studenten eine Rundumausbildung mit Tanz, Gesang, Schauspiel und Sprache. Ulrike fühlte sich am rechten Platz. Trotz der mitunter knochenharten Arbeit: "Von morgens bis abends Training, Training und nochmals Training, zum Teil hatten wir bis zu 50 Unterrichtsstunden in einer Woche."

Manchmal ging's für die 13 Studenten, die mit Ulrike zum ersten Jahrgang des Studienzweiges gehörten, "schon hart ans Limit." Neben dem täglichen Training musste Ulrike auch Theorie pauken, dazu noch Vorbereitung und Nachbereitung zu Hause. Kein Wunder also, dass nur sechs ihr Studium beendeten. "Man hat auf jeden Fall einen hohen Arbeitsaufwand, aber das ist der Sinn der Sache", erklärt Ulrike, obwohl sie gesteht, manchmal auch die Nase voll gehabt zu haben. "Aber ich habe immer weitergemacht."

Lohn der Plackerei: Seit 1993 darf sie sich Diplom-Bühnenschauspielerin nennen. Ein Quentchen Glück kam hinzu, denn noch vor dem Abschluss bekam sie ihr erstes Engagement für das Essener Rock-Musical "Jimmy Dean". Wie von selbst folgten "Keep Cool" und die Western-Musical-Show "Jeff". Klar, dass da kaum Zeit für Privates bleibt. Ulrike ist froh, wenn sie mal in ihr Essener Stammkino gehen kann. Oder sich zur Entspannung einfach hinsetzt - und näht. Große Gedanken über die Zukunft hat sich Ulrike noch nicht gemacht. Nur eines weiß sie sicher: "Keep Cool' war eine gute Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln und bekannter zu werden. Außerdem ist Köln eine ganz tolle Stadt, in der sich Möglichkeiten für Film- und TV-Engagements ergeben haben. Aber ich halte mir am liebsten natürlich alle möglichen Optionen offen.

Nach ihren Musical-Erfahrungen schaffte Ulrike schließlich auch den Sprung ins TV-Geschäft. So spielte sie u.a. in Serien wie "SK Babies" (1996), "Balko" und "Parkhotel Stern" (beide 1997), "Geliebte Schwestern" (1998) und "Verbotene Liebe". Und mit ihrer Moderation der Live-Show "Perfect Day" und ihrer Hauptrolle im "VIVA-Wahlspecial" baute sie ihre Fernseh-Erfahrung weiter aus. Weitere Filme und Serien mit Ulrike Frank: "Zerschmetterte Träume - Eine Liebe in Fesseln" (1998), "Mallorca" (Serie, 1999), "Großstadtträume", "Nesthocker" (beides Serien, beide 2000), "Kleiner Mann sucht großes Herz" (2001), "Hinter Gittern" (Serie, 2001/2002), "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (2004-2007), "Emilia" (2005), "Im Namen des Gesetzes" (2006), "Mein Mann, seine Geliebte und ich" (2009).

Filme mit Ulrike Frank

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