William Friedkin

"French Connection" machte ihn zum Regie-Star: 
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"French Connection" machte ihn zum Regie-Star: William Friedkin
William Friedkin
Geboren: 29.08.1935 in Chicago, USA

Oscar-Gewinner William Friedkin gehört zu den Regisseuren Hollywoods, die Filmgeschichte geschrieben haben: Mit seinen Klassikern "Brennpunkt Brooklyn" (1971) und "Der Exorzist" (1973) bescherte der besessene Filmfanatiker dem New-Hollywood-Kino der frühen Siebzigerjahre zwei der größten Kassenschlager und nahm gleichzeitig die Blockbuster-Ära der Achtzigerjahre vorweg.

Friedkin ist einer der handwerklich herausragenden Filmemacher Amerikas. Er fühlt sich von der französischen nouvelle vague ebenso inspiriert wie vom funktionalen Mainstream-Kino eines Howard Hawks und filtert diese Einflüsse durch seinen Dokumentarfilm-Hintergrund, um Filme zu schaffen, die stets kompromisslos, technisch perfekt, authentisch sind. Dabei geht Friedkin keiner Kontroverse aus dem Weg. William Friedkin steht in dem Ruf, bei der Arbeit pedantisch, explosiv, manipulativ und knallhart gegen sich und andere zu sein. Bei "Der Exorzist" drangsalierte er sein Team, weil er bei einer Aufnahme nicht zufrieden war, wie sich ein Stück Frühstücksspeck in der Pfanne kräuselte, und ließ den Take einen ganzen Tag lang wiederholen. Von dem manischen Technokraten (Branchenname: Wacky Willy) stammt das Zitat, "...er arbeite lieber mit Baumstümpfen als mit Schauspielern".

Michael Biehn, seinen Star des Thrillers "Anklage Massenmord", brachte er beinahe um den Verstand, weil der Regisseur ihn zwang, ein abschließendes, zehnminütiges Plädoyer voll medizinischer Fachausdrücke am Stück und ohne Schnitt zum Besten zu geben. Der Zweck heiligt die Mittel bei William Friedkin, dessen Arbeiten unverwechselbar sind und der mit den Verfolgungsjagden in "Brennpunkt Brooklyn" und "Leben und Sterben in L.A." die Blaupause für den modernen Actionfilm geliefert hat. Mit "Rules - Sekunden der Entscheidung" (2000) und vor allem "Die Stunde des Jägers" machte der Regisseur allerdings derartige Rückschritte, dass man meinen könnte, er habe alles von seinem souveränen Umgang mit Genre-Geschichten eingebüßt.

Friedkin, Sohn eines Kleidungsverkäufers und einer Krankenschwester, war in seiner Jugend ein überdurchschnittlich guter Basketballspieler. Zu dieser Zeit entdeckte aber auch seine Liebe zum - zunächst vor allem französischen - Film. Nach Abschluss der Highschool nahm er einen Job in der Postabteilung eines lokalen Fernsehsenders an. Mit 22 führte er erstmals Regie bei einer TV-Liveübertragung, im Jahr darauf wurde er bereits regelmäßig mit der Regie von Programmen betraut. Insgesamt inszenierte er in dieser Zeit mehr als 2000 Sendungen.

1962 führte William Friedkin Regie bei dem Dokumentarfilm "The People Vs. Paul Crumb", der den Golden Gate Award beim San Francisco Film Festivel gewann. 1965 packte Friedkin seinen Koffer und wagte den Sprung in die Filmmetropole Los Angeles. Er inszenierte einige Episoden von "The Alfred Hitchcock Hour". Zwei Jahre später drehte er mit "Good Times" seinen ersten Spielfilm. In schneller Abfolge liess er die nicht minder ambitionierten, aber kommerziell nicht allzu erfolgreichen "Die Nacht, als Minsky aufflog" (1968) und "Die Harten und die Zarten" (1970) folgen.

Inspiriert von einem Treffen mit Howard Hawks schwor sich Friedkin, sein Talent künftig in den Dienst kommerziellerer Filme zu stellen. Gleich mit dem ersten Versuch, "Brennpunkt Brooklyn", landete er den Jackpot. Der Film kostete 1,8 Millionen Dollar und brachte seinem Studio allein in den USA 26,3 Millionen Dollar ein. Friedkin gewann einen Oscar, einen Golden Globe und den Directors Guild of America Award. Insgesamt brachte es der Thriller auf acht Oscar-Nominierungen. Fünf Statuetten nahm Friedkin mit nach Hause.

Unter schwierigsten Bedingungen entstand danach "Der Exorzist", dessen langwierige Dreharbeiten längst Legende sind. Das Unterhaltungs-Magazin "Entertainment Weekly" kürte den Schocker zum gruseligsten Film aller Zeiten. Für knapp 30 Millionen Dollar produziert, spielte die Verfilmung von William Peter Blattys Bestseller allein in den USA 160 Millionen Dollar ein - in einer Zeit, als Kinotickets noch drei Dollar kosteten. Friedkin sicherte sich weitere Nominierungen für einen Academy und einen Directors Guild Award. Insgesamt wurde der Film für zehn Oscars nominiert. Für das beste Drehbuch und den besten Ton wurde er ausgezeichnet.

Friedkin wollte sich danach erneut steigern. Unter ungeheurem Aufwand und persönlichem Einsatz drehte er "Atemlos vor Angst" (1977), ein Remake von Henri-Georges Clouzots Klassiker "Lohn der Angst", vor Ort im südamerikanischen Dschungel. Der erhoffte Erfolg blieb allerdings aus. Nach der Auftragsarbeit "Das große Dings bei Brinks" (1978) sorgte der Filmemacher mit dem Thriller "Cruising" (1979) aufgrund seiner reißerischen Darstellung der New Yorker Schwulenszene erneut für Schlagzeilen.

In den Achtzigerjahren wurde es ruhiger um Friedkin: Mit "Leben und Sterben in L.A." (1985) bewies er allerdings, dass er sein Pulver noch nicht verschossen hatte. Diverse Probleme mit Produktionsfirmen - "Anklage Massenmord" wurde beispielsweise erst fünf Jahre nach seiner Fertigstellung im Jahr 1992 veröffentlicht - warfen ihn jedoch immer wieder zurück. Erfolgreicher waren da schon seine aufregende TV-Arbeit "C.A.T. Squad", die bei ihrer US-Ausstrahlung 1988 hervorragende Quoten hatten.

1990 wagte Friedkin mit "Das Kindermädchen" einen zweiten Ausflug ins Horrorgenre. "Blue Chips" (1994) mit Nick Nolte war ein packendes Sportdrama. Und "Jade" (1995) war ein gewagter Erotikthriller im Stil von "Basic Instinct". Im Frühjahr 1997 inszenierte Friedkin ein Die zwölf Geschworenen von Sidney Lumets Klassiker "Die zwölf Geschworenen" für den Kabelsender Showtime, in dem so illustre Schauspieler wie Jack Lemmon, George C. Scott, Armin Mueller-Stahl, Hume Cronyn und Ossie Davis mitwirkten. Die DGC nominierte den Regisseur für einen Preis für seine herausragende inszenatorische Leistung. Außerdem wurde das Special mit sechs Emmy-Nominierungen bedacht.

Am 26. Mai 1998 gab William Friedkin, der mit der Paramount-Studiochefin Sherry Lansing verheiratet ist, sein Debüt als Opernregisseur: Er inszenierte Alban Bergs 'Wozzeck' mit Zubin Mehta als Dirigent in Florenz. Weitere Filme von und mit William Friedkin: "Rules - Sekunden der Entscheidung" (2000), "Die Stunde des Jägers" (2002), "The Man Who Shot Chinatown - The Life and Work of John A. Alonzo" (2007).


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