Willeke Van Ammelrooy

Willy Geertje Van Ammelrooy
Geboren: 05.04.1944 in Amsterdam, Niederlande
Sternzeichen: Widder

Willeke Van Ammelrooy gehört zweifellos zu den bekannesten Schauspielerinnen, die in Belgien und den Niederlanden tätig sind. Ein französischer Fan schwärmte einmal in der Zeitschrift "Sex Star System" treffend: "Willeke perpetuiert die Tradition der Erotik: Ihr generöser und appetitlicher Körper hat nicht aufgehört, den Kinogängern das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen. Üppig und dennoch zart und schlank, ist sie dieAnti-a-la-mode-Maus, die Anti-Emmanuelle. Ihr strahlendes Lächeln atmet Gesundheit, glänzt auf ihrem jungen Gesicht, das den schönsten Stars auf dem Gipfel Hollywoods in nichts nachsteht. Und was nichts schade. Sie ist auch eine große Schauspielerin; die Zuschauer der nordischen Länder, denen ihre Leistungen seit mehreren Jahren zugute kommen, haben sich darin nicht getäuscht. Sie haben damit einen ihrer populärsten Stars geschaffen."

Willeke van Ammelrooy begann ihre Schauspielerkarriere am Theater und arbeitete mit großen niederländischen Ensembles. Ihr Filmdebüt hatte sie 1966. Doch bis zur ersten Hauptrolle in einem abendfüllenden Spielfilm dauerte es noch ein paar Jahre: 1971 spielte sie an der Seite von Jan Decleir - mit dem sie 1995 auch in dem oscar-prämierten Film "Antonias Welt" (von Marleen Gorris) spielt - die Titelrolle in "Mira" von Fons Rademakers, der für einen Oscar nominiert wurde. Mit dieser Rolle wurde die gutgebaute, große Schauspielerin mit der wilden Mähne rasch zum beliebtesten weiblichen Star des niederländischsprachigen Films.

Zwischenzeitlich drehte Willeke fünf Filme in Frankreich unter der Regie von Jean-Marie Pallardy. Doch in Deutschland ist sie immer noch relativ unbekannt. Zumal nur die wenigsten ihrer Filme hierzulande zu sehen waren. In ihrer Heimat spielte oft unter der Regie von Wim Verstappen ("Dakota" - 1973, "Alicia" - 1974, "Wraak" - 1975, "Outsider in Amsterdam" - 1979) und Pim de la Parra ("Frank en Eva" - 1973, "Mijn nachten met Susan, Olga, Julie, Albert, Piet en Sandra" - 1974, "Wan pipel" - 1976), der sogenannten "Wim-en-Pim-Connection". In Belgien spielt sie u. a. unter der Regie des extravaganten Flamen Harry Kümel "De komst van Joachim Stiller" - 1974, "Het verloren paradijs" - 1978).

Immerhin konnte man 1975 Pim de la Parras Ehedrama "Frank und Eva" bei uns sehen, zu dessen Start Kritiker Rolf Thissen damals schrieb: "Der "superschnelle" Frank (Hugo Metsers) hängt dauernd in Kneipen, konsumiert Unmengen Alkohol und steigt jeder Frau nach, die seinen Weg kreuzt. Ohne eifersüchtig zu sein, fühlt sich die attraktive, hübsche und warmherzige Eva (Benelux-Star Willeke van Ammelrooy) vernachlässigt. Also wird zu Hause viel geschrien, viel geprügelt - und viel geliebt. Mal will sie ihn, mal er sie verlassen - doch keiner kann ohne die in permanenten Exzessen praktizierte Hassliebe existieren. Der Schluss bleibt offen: Eva ist schwanger, weil sie die Pille abgesetzt hat, Frank ist wütend, weil er keine Kinder will, sie prügeln sich mal wieder - und ein Ende der geradezu lustvollen Selbstdestruktion ist nicht abzusehen."

Man kann Willeke van Ammelrooy nicht als Sexfilm-Star bezeichnen, auch wenn sie gelegentlich in Sexfilmen mitgespielt und sich auch ab und zu hüllenlos zeigte. Doch 1974 lehnte sie beispielsweise 20 Filmangebote ab, weil es in den Drehbüchern um nichts anderes ging als Sex. Mit dem Kurzfilm "Rust" (1976) gibt sie ihr Regiedebüt. Als Regisseurin realisiert sie weitere Kurzfilme und Dokumentationen. Doch erst 1994 dreht sie nach eigenem Drehbuch mit "De vlinder tilt de kat op" (= "Der Schmetterling nervt die Katze") ihren ersten Langfilm. Der Oscar für den Film "Antonias Welt" (1995, Regie: Marleen Gorris) als bester nichtenglischsprachiger Film ist sicherlich auch ihr Verdienst. Verheiratet ist Willeke mit dem Schauspieler Marco Bakker, der hauptsächlich am Theater spielt.

Willeke über Willeke: "Mein Beruf als Schauspielerin ist für mich in Holland oder Belgien interessanter als in Frankreich. Die Belgier sind sentimentaler als die Holländer und realistischer als die Franzosen... Was ich nicht verstehe, ist, dass es keine Filmschule gibt, keine Schule für Filmschauspieler. Das ist wirklich schade. Weder in Frankreich noch in Holland, noch in Belgien. Es ist nämlich ein weiter Weg vom Theater zum Film, weil einem niemand hilft, es zu lernen, und es sich nicht einfach so lernt. Es bleiben nur die Theaterschulen. Und das ist ein Problem in Frankreich, wo man zu leicht ein "Fotomodell" nimmt - ein Mädchen, das sich mehr dadurch auszeichnet, dass es schön ist, als dass es spielen könnte. In meinem Fall habe ich profitiert von den Kurzfilmen, die "Mira" vorangingen. Aber ich hatte von diesem Beruf noch nicht genug gelernt, und er ist sehr verschieden vom Theaterberuf, den ich drei Jahre lang studiert habe."

Weitere Werke mit Willeke van Ammelrooy: "'T schaep met de 5 pooten" (TV-Serie, 1969), "Een winterliefde", "Joop slaat weer toe" (beide kurz, 1970), "Porselein" (kurz, 1971), "Ein Mann geht aufs Ganze", "Der Einbrecher", "Voorlopig vonnis", "Louise, een woord van liefde" (alle 1972), "Nelly, pile ou face", "Le piège", "The Family", "Help! De doktor verzuipt" (alle 1973), "L'amour aux trousses", "Le journal érotique d'un bûcheron", "Règlements de femmes OQ Corral" (alle 1974), "Het jaar van de kreeft" (an der Seite vom heutigen Action-Star Rutger Hauer), "La Donneuse", "Mens erger je niet" (alle 1975), "It's Me" (1976), "Doodzonde", "De mantel der liefde" (beide 1978), "Der Flug der Brachvögel" (1981 - an der Seite von Jeroen Krabbé), "Maya" (TV), "Het dak van de walvis" (beide 1982), "Ciske, die Ratte", "Tony" (TV), "Herenstraat 10" (TV-Serie), Dick Maas' "Fahrstuhl des Grauens" (alle 1983), "Twee handen op een buik" (TV), "Haute Mer" (beide 1984), "André schafft sie alle" (1985), "Op hoop van zegen" (1986), "Hoogtevrees" (TV, 1988), "Mag het iets meer zijn?" (TV-Serie), "In de vlaamsche pot" (TV-Serie), "Koko Flanel" (alle 1990), "Sahara Sandwich" (kurz, 1991), "Alleen maar vrienden" (1992), "Eine Kleine Nachtmerrie" (TV-Serie), "Mijn franse tante Gazeuse" (beide 1996), "De Panter en de pissebed" (TV, 1998), "In de praktijk" (TV-Serie), "Lijmen/Het been" von Robbe de Hert, "De omweg", "Mariken" (alle 2000), "De verlossing" (2001), "De Schippers van de Kameleon" (2003), "Het Glazen huis" (TV-Serie), "Suske en Wiske: De duistere diamant" (beide 2004), "Lulu" und "Das Haus am See" (beide 2006).


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