Sylvia Kristel

Mal ganz züchtig: Erotik-Star Sylvia Kristel
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Mal ganz züchtig: Erotik-Star Sylvia Kristel  
Sylvia Kristel
Geboren: 28.09.1952 in Utrecht, Niederlande
Sternzeichen: Waage
Gestorben: 17.10.2012 in Amsterdam, Niederlande

Sie galt als Erotiksensation der Siebzigerjahre: Sylvia Kristel, die die Zuschauer in Scharen in ihre diversen "Emmanuelle - Die Schule der Lust"-Filme lockte. Denn hier gab sie sich äußerst freizügig Männern wie Frauen hin. Und das, obwohl Sylvia Tochter eines streng religiösen Calvinisten-Ehepaars war.

Zum Film kam Sylvia Kristel, die sich mit kleinen Jobs - meist als Model - über Wasser hielt, erst Anfang der Siebzigerjahre. 1972 stand sie für Fons Rademakers' deftiges Vergewaltigungsdrama "C.A.T.S" und gemeinsam mit Willeke Van Ammelrooy in "Frank und Eva" vor der Kamera. Einen kleineren Erfolg hatte sie dann mit der Rolle der Julia - sie verführt einen 15-Jährigen - in "Der Liebesschüler", bevor ihr mit Just Jaeckins "Emmanuelle - Die Schule der Lust" 1974 der Durchbruch gelang.

Ein Jahr später folgte mit "Emmanuelle - Garten der Liebe" ein weiterer Streifen um die junge Frau, die es hier allerdings nach Hongkong verschlug. "Emanuela '77" (1976) war dagegen nur noch ein müder Abklatsch, während "Goodbye Emmanuelle" (1977) seiner Hauptdarstellerin immerhin drei Millionen Francs einbrachte. Ebenfalls 1976 stand der Erotik-Star mit Gérard Depardieu und Michel Piccoli in der Komödie "Die wilden Mahlzeiten" vor der Kamera, und unter Claude Chabrol überzeugte sie in dem Psychodrama "Alice".

1978 zeigte sie sich in zwei niederländischen Produktionen als brillante Schauspielerin: in dem komplexen Kriegsdrama "Pastorale '43" und in dem kuriosen Thriller "Mysteries" mit Rutger Hauer. Als züchtig gekleidete Stewardess sah man sie in dem Katastrophenfilm "Airport '80 - Die Concorde" (1978) mit Alain Delon, sie stand in Ken Annakins Abenteuerfilm "Das Geheimnis der eisernen Maske" (1979) mit Beau Bridges vor der Kamera und in dem Melodram "Das Millionengesicht" war Tony Curtis einer ihrer Filmpartner.

Unter der Regie von "Emmanuelle"-Regisseur Just Jaeckin spielte sie auch die Lady Chatterley in dem Erotikfilm "Lady Chatterleys Liebhaber" (1980). Dann hatte sie einen kleinen Part in Clive Donners Agenten-Parodie "Die nackte Bombe" (1980) - ein Versuch die erfolgreiche Serie "Mini-Max" auf die Leindwand zu bringen -, spielte erneut die Hauptrolle in "Zärtlich fängt die Liebe an" (1981) und verkörperte die berühmte Spionin "Mata Hari" in dem gleichnamigen Erotikfilm (1985) von Curtis Harrington.

Platte Erotik bot Bert I. Gordons "Nachhilfe in Sachen Liebe" (1985). In "Flucht in den Tod" (1987) wurde Sylvia Kristel zum Objekt der Begierde eines Mörders, und in der "Casanova"-TV-Biographie (1987) von Simon Langton waren Richard Chamberlain und Faye Dunaway ihre Kollegen. 1990 drehte sie mit Huub Stapel den französischen Kriminalfilm "Im Schatten der Sandburg". 1992 folgten nach vielen Jahren wieder "Emmanuelle"-Filme: "Emmanuelle in Afrika" und "Emmanuelles Zauber", sowie 1993 "Digital Love", "Emmanuelles Freundin" und "Emmanuelle in Tibet". Danach sah man von Sylvia Kristel eine Weile nicht mehr.

Ein Gastspiel hatte Sylvia Kristel dann 1997 in Michael Keuschs Erotikthriller "Die Sexfalle" mit Jennifer Nitsch, in Robbe de Herts Kriegsdrama "Gaston's War" (1997), und schließlich in Jakob Schäuffelens Actionthriller "Die Unbesiegbaren" (2000). Außerdem sah man die schöne Niederländerin in "An Amsterdam Tale" (1998). Darin spielte sie eine Charakterrolle, während für die erotischen Szenen Jungstar Ellen ten Damme zuständig war. Ebenfalls im Jahr 2000 stand sie wieder gemeinsam mit Willeke Van Ammelrooy und erneut für Robbe de Hert in "Lijmen/Het been" vor der Kamera.

Von 1973 bis 1978 war Sylvia Kristel mit dem flämischen Schriftsteller, Regisseur, Drehbuchautor und Maler Hugo Claus liiert. Die beiden hattben sich zu den Dreharbeiten von "C.A.T.S." kennengelernt. Zu diesem Film lieferte Claus das Drehbuch. Sylvia Kristels Sohn Arthur Kristel versucht sich ebenfalls in der Schauspiellerei und drehte 1999 den Film "Nachtvlinder". Sylvia Kristel starb am 17. Oktober 2012 nur wenige Wochen nach ihrem 60. Geburtstag. Nach einem Schlaganfall im Juli des Jahres erlag sie ihrem Krebsleiden.

Weitere Filme mit Sylvia Kristel: "Naakt over de schutting" (1973), "Un linceul n'a pas de poches" (1974), "Das Spiel mit dem Feuer" (1974), "Die getreue Frau" (1976), "Espelho Magico" (1977, TV-Reihe), "Wilde Betten - Lippenstift-Tigerinnen" (1978), "Erste Klasse" (1979), "Die Superanmacher" (1983), "Emmanuelle 4" (1984), Red Heat - Unschuld hinter Gittern" (1985), "Draculas Witwe" (1989), "Feuer im Blut" (1991), "Beauty School" (1983), "Onderweg naar morgen" (1993, TV-Serie), "Film 1" (1999), "Harry Rents A Room" (1999) - diesmal an der Seite von Robbe de Hert, "A Hard Look" (2000, TV) von Alex Cox, "Vergeef Me" (2001) - wieder mit Ellen ten Damme, Nouchka Van Brakels "De vriendschap" (2001), als Sexualforscherin in der französischen Produktion "Sexy Boys" (2001), "Bank" (2002), "Two Sunny Days" und als Mutter der "Die Swingmädchen" (beide 2010).


Alle Filme mit Sylvia Kristel
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