Jan De Bont

Brillanter Kameramann: Jan De Bont Vergrößern
Brillanter Kameramann: Jan De Bont
Jan De Bont
Geboren: 22.10.1943 in Eindhoven, Niederlande

Jan De Bont absolvierte mit "Speed" (1994) ein atemberaubend erfolgreiches Debüt als Regisseur und schloss damit wohl seine glanzvolle Karriere als einer der begehrtesten Kameramänner Hollywoods ab. Das Filmemachen faszinierte den Niederländer De Bont schon von frühester Jugend an. Als Kind drehte er Super-Acht-Filme in Eindhoven, dann besuchte er die Filmakademie in Amsterdam. Von der französischen Nouvelle Vague der 50er Jahre maßgeblich beeinflusst, machte sich De Bont im Neuen Niederländischen Film rasch einen Namen und arbeitete mit legendären Regisseuren wie Jean-Luc Godard.

De Bont sammelte Erfahrungen von der Kamera über den Sound bis hin zum Produktionsdesign und Schnitt, während er an der Filmhochschule gleichzeitig seine ersten professionellen Dokumentationen drehte und seine eigene Produktionsgesellschaft gründete. Außerdem führte er Regie bei den wöchentlich ausgestrahlten Episoden der Komödienserie "Express". Als einer der wenigen Profis in einer Stadt voller ehrgeiziger junger Regisseure avancierte De Bont rasch zu einem gefragten Kameramann für Filme wie "Ik kom wat later naar Madra" (1965), "Body and Soul" (1966) und "Paranoia" (1967), der Preise bei den Festivals in Berlin, Venedig und Oberhausen gewann.

1970 führte er bei dem Regiedebüt von Paul Verhoeven "De Worstelaar" die Kamera. Dies war der Auftakt zu einer ganzen Reihe niederländischer und amerikanischer Filme, die beide zusammen drehten: "Was sehe ich...! Was sehe ich...!" (1972), der für einen Oscar nominierte "Türkische Früchte" (1973), "Das Mädchen Keetje Tippel" (1974), "Soldat von Oranien" (1978 - hier vertrat er nur bei wenigen Drehs den Hauptkameramann Jost Vacano), "Der vierte Mann" (1983), "Flesh & Blood" (1985) und "Basic Instinct" (1992).

Für seine niederländischen Arbeiten wurde De Bont mit einem Kodak Camera Award ausgezeichnet. Außerdem war er Kameramann bei so unterschiedlichen Filmen wie "De blanke slavin" (1969), "Blue Movie" (1971), "Joao en het mes" (1972), "De blinde fotograaf" (1973), "Dakota" (1974) und den großartigen "Max Haavelaar" (1976). Ab 1981 arbeitete De Bont auch in den USA. Hier fotografierte er Filme wie "Roar - Ein Abenteuer", "Zärtlich fängt die Liebe an" (beide 1981), "Die Jagd nach dem Leben" (1982), "Cujo", "Der richtige Dreh", "Schweinebande" (alle 1983), "Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil", "Ayla und der Clan des Bären" (beide 1985), "Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone" (1986), "Madonna - Who's That Girl", "Bill Cosby - Die Superkanone", "Stirb langsam" (alle 1987), "Black Rain" (1989), "Jagd auf Roter Oktober", "Flatliners", "Parker Kane - Die Gewalt im Nacken" (alle 1990) und "Lethal Weapon III - Die Profis sind zurück", "Wie ein Licht in dunkler Nacht" (beide 1992).

1992 wurde ihm auch der Publikumspreis Rembrandt Award verliehen. Bei den fünften Dutch Annual Rembrandt Awards wurde er zum besten Regisseur gekürt. Als Regisseur drehte De Bont noch den erfolgreichen Katastrophenfilm "Twister" (1996), den eher mäßigen Nachfolger "Speed 2" (1997), den nur tricktechnisch überzeugenden Horrorfilm "Das Geisterschloss" und "Lara Croft Tomb Raider - Die Wiege des Lebens" (2003). Jan De Bont war mit der populären niederländischen Schauspielerin Monique Van De Ven verheiratet.


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