Am Puls mit Dunja Hayali Die Innere (Un-)Sicherheit
21.08.2025 • 22:15 - 23:00 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
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Nächtliche Polizeikontrolle am Bremer Hauptbahnhof: Dunja Hayali begleitet eine Streife der Polizei und spricht mit einem kontrollierten Mann über seine Situation. Ein Einblick in die Realität urbaner Sicherheitseinsätze.
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Der junge Syrer wurde bei einem Messerangriff schwer verletzt.
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Lea (r.) wurde beim Anschlag in Solingen verletzt.
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Dunja Hayali mit vier Polizisten auf der täglichen Streife
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Originaltitel
Am Puls
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
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Wie sicher ist Deutschland wirklich? Dunja Hayali begleitet Polizisten und Opfer

Von Maximilian Haase

SInd wir in Deutschland sicher? Immer mehr Menschen scheinen daran zu zweifeln. Dunja Hayali forscht in ihrer neuen "Am Puls"-Reportage nach, was es mit der gefühlten und realen Unsicherheit im Land auf sich hat.

Mord und Totschlag, Anschläge und Übergriffe, Gewalt und Belästigung: Ein Blick in die Medien offenbart meist tiefe Abgründe. Doch wie gefährlich ist es in Deutschland tatsächlich? Immer mehr Menschen scheinen sich hierzulande immer unsicherer zu fühlen. Handelt es sich dabei wirklich nur um ein Gefühl oder basiert die Unsicherheit auf Tatsachen? Dunja Hayali geht in ihrer aktuellen "Am Puls"-Dokumentation mit dem doppeldeutigen Titel "Die Innere (Un-)Sicherheit" der Frage nach, ob unser Land nachweislich weniger sicher geworden ist – und was wir dafür tun können, uns wieder sicherer zu fühlen.

Mittlerweile fühlen sich auch jüngere Menschen an öffentlichen Orten in Deutschland genauso unsicher wie die Generation über 60, wie Umfragen belegen. Viele Bürgerinnen und Bürger meiden bestimmte Gegenden und Plätze. Dunja Hayali, die sich in ihrer letzten "Am Puls"-Folge mit der neuen Protestkultur im Land beschäftigt hatte, blickt in ihrem aktuellen Beitrag auch auf die Rolle der medialen Berichterstattung für dieses subjektive Empfinden. Sie fragt: Wo wird die Gefahrenlage übertrieben dargestellt und an das Publikum weitergegeben? Und wo belegt die Kriminalitätsstatistik tatsächlich einen Anstieg der Taten und Bedrohung?

Wie kann man potenzielle Tatverdächtige früher erkennen?

Für ihren Film begleitet die ZDF-Journalistin unter anderem Polizisten, die an berüchtigten Kriminalitäts-Hotspots wie dem Bremer Hauptbahnhof auf Streife gehen. Das Fazit ihres Arbeitsalltags erscheint nicht unbedingt vertrauenserweckend: "Wir sind immer einen Schritt hinterher." Dass womöglich auch die Politik zur angespannten Lage beitrage, zeigt der Films mit Blick auf die Innenministerkonferenz: Wegen der herrschenden Uneinigkeit soll Kritikern zufolge der Austausch KI-gestützter Daten zwischen Sicherheitsbehörden aufgeschoben worden sein. Führt dies tatsächlich dazu, dass mögliche Tatverdächtige zu spät ins Visier geraten – wie so oft in den letzten Jahren?

Wie können potenzielle Täter früher erkannt werden? – So lautet eine der zentralen Fragen des Films von Sebastian Bellwinkel und Ahmet Şenyurt. Gerade bei psychisch auffälligen Geflüchteten sollen die Warnzeichen rechtzeitig wahrgenommen werden. Dieser oft vorgebrachten Forderung stehen ernüchternde Zahlen gegenüber: Von etwa 900.000 Geflüchteten, die eine Therapie benötigen, werden Schätzungen zufolge gerade einmal drei Prozent wirklich behandelt. Die Doku zeigt die Zusammenhänge auf: Während die Uni Konstanz ein günstiges Therapiekonzept entwickelt habe, das genau auf diese Personen zielt, tue die Bundesregierung nur wenig. Ganz im Gegenteil, so die Autoren, würden viele Gelder für psychosoziale Angebote weiter gestrichen.

Im Gespräch mit den Opfern

Hayali hat für ihren Film auch jene getroffen, die zu Opfern wurden: Die 25-jährige Lea etwa, die beim Anschlag in Solingen 2024 mit einem Messer angegriffen, in den Hals gestochen und lebensgefährlich verletzt wurde. Der Täter: ein mutmaßlicher radikaler Islamist, der auf dem Stadtfest drei Menschen tötete. Und einer von vielen, die in den vergangenen Jahren terroristische Attentate in Deutschland verübten, ja, dies sogar vorher ankündigten. Die Doku forscht nach, wie derlei brutale Taten überhaupt möglich sind, wie sie unsere Ängste prägen – und wie sie verhindert werden können.

Ein Jahr nach der traumatisierenden Tat sagt Lea, dass sie mit Geflüchteten kein Problem habe, auch wenn sie bei "südländisch aussehenden" Personen genauer hinschaue. Derweil werden auch Menschen mit Migrationsgeschichte immer öfter zu Opfern, fühlen sich zunehmend unsicher. So wie der junge Syrer Anas, der den Messerangriff eines deutschen Verdächtigen mit schweren Verletzungen überlebte. Hayali trifft ihn in Magdeburg, um mit ihm über die Tat und ihre Folgen zu sprechen. Das Klima gegenüber Migranten wird rauer, die rassistischen Übergriffe hätten sich laut Landesnetzwerk Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt innerhalb eines Jahres verdoppelt. Inzwischen, so dokumentiert der Film, verteilt die Organisation Taschenalarme an ihre potenziell betroffenen Mitglieder.

Unbequeme Wahrheiten, so eine Essenz des Films, müsse man aushalten. Ebenso wie die Feststellung, dass es bei der Frage nach unserer Sicherheit viel um gefühlte Unsicherheiten geht.

Am Puls mit Dunja Hayali: Die Innere (Un-)Sicherheit – Do. 21.08. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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