Antarktika - Die gefrorene Zeit
Natur + Reisen, Natur + Umwelt • 17.04.2021 • 20:15 - 21:40
Lesermeinung
Antarktische Orte, wie hier das Kap Adare, sind von einem Ungleichgewicht zwischen Tag und Nacht geprägt: Im Winter ist es dauerhaft dunkel, im Sommer ewig hell.
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Der Mount Erebus auf der Ross-Insel ist der südlichste aktive Vulkan der Welt.
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Auf Macquarie Island leben Hunderttausende Königspinguine in Kolonien zusammen.
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Da ihr Körperfett lange als Brennstoff diente, wären Königspinguine einst fast ausgerottet worden. Inzwischen haben sich die Bestände erholt.
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Originaltitel
Antarktika - Die gefrorene Zeit
Produktionsland
D, NZ
Produktionsdatum
2020
Natur + Reisen, Natur + Umwelt

Ein Reich zwischen Vielfalt und Ödnis

Von Elisa Eberle

Ist die Antarktis tatsächlich so trostlos, wie viele Menschen behaupten? Ein spektakulärer Dokumentarfilm auf ARTE beweist das Gegenteil.

Er gilt als der wohl trostloseste und unwirtlichste Kontinent auf unserem Planeten: Antarktika, das ewige Eis in der Mitte des Südlichen Ozeans, fasziniert und beängstigt seit vielen Jahrhunderten die Menschheit. Doch ist diese menschliche Skepsis überhaupt berechtigt? Ist es nicht eher die Natur jener einzigartigen Eiswüste, welche sich vor der Menschheit und ihrem unendlichen Streben nach Fortschritt fürchten muss? Ein faszinierender ARTE-Dokumentarfilm möchte diese Ansicht untermauern. Unter der Regie des Filmemachers Tuan Lam fängt "Antartika – Die gefrorene Zeit" die Geheimnisse und die Schönheit der unterschiedlichsten Zonen ein.

Beginnend an der Küste der neuseeländischen Auckland Island arbeitet sich der Film langsam ins Rossmeer und weiter ins ewige Eis vor. Dabei gewährt er vor allem anfangs einen ungewohnten Einblick in die große Artenvielfalt des Südozeans, von welcher bis heute nur etwa zwei Prozent erforscht sind: Die Kamera fliegt über üppige, bunte Wälder, begleitet Seelöwen und Pinguine bei Paarungsritualen und Jagd. Noch in der Kreidezeit, so erfährt man, soll vermutlich ganz Antarktika so ausgesehen haben, bis es sich vor 180 Millionen Jahren vom Superkontinent Gondwana abspaltete und zum Südpol driftete.

Gefahr für und durch den Menschen

Seither gelten vor allem die Pinguine als das "Sinnbild des Südozeans". Von den 18 existierenden Arten zählen die Adeliepinguine zu den anpassungsfähigeren: Da durch die Erderwärmung der Krillbestand zunehmend schrumpft, mussten die flugunfähigen Vögel auf andere Krebsarten ausweichen. Doch schwinden auch diese, droht das natürliche Gleichgewicht aus der Bahn zu geraten. Am Ende droht diese Entwicklung gar den Fortbestand der Menschheit zu bedrohen: "Gerät das Ökosystem aus den Fugen, schwindet der Lebensraum, sterben einige Arten und andere verbreiten sich", heißt es in dem Film. "Damit kommt auch das ökologische System von Viren und Bakterien aus der Balance, was für den Menschen lebensbedrohlich werden kann."

Nicht nur deshalb ist es wichtig, das komplexe Zusammenspiel der in der Antarktis beheimateten Tiere besser zu verstehen. Der anderthalbstündige Film zeigt daher auch einige der vielen Forschungsstationen auf dem antarktischen Festland, welches zu 99 Prozent von Eis bedeckt ist. Darunter verbergen sich wohl große Lager von Rohstoffen wie Eisenerz, Kohle und Kupfer, die dank des Eises für den Menschen noch unzugänglich sind. Doch es sind nicht nur Erze, welche die Forscher auf der Südhalbkugel interessieren: Da Antarktika eine Trockenwüste ist, erhoffen sie sich dort Zusammenhänge zu erforschen, welche sich anschließend auf andere Planeten wie etwa den Mars übertragen ließen.

Alles in allem ist "Antartika – Die gefrorene Zeit" somit ein facettenreicher und informativer Film, der von spektakulären Naturaufnahmen zu Wasser, zu Land und in den Lüften lebt. Gepaart mit einigen modernen Computeranimationen bietet er einen umfassenden Einblick in die faszinierende Eiswelt.

Antartika – Die gefrorene Zeit – Sa. 17.04. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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