Atemlos durch jede Schicht
24.01.2023 • 22:15 - 22:45 Uhr
Gesundheit + Medizin, Dokumentation
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Originaltitel
Atemlos durch jede Schicht: Alltag bei Pflegekräften
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
Gesundheit + Medizin, Dokumentation

"Habe ich immer das Gefühl, etwas wirklich Gutes getan zu haben": Traumberuf Pflegekraft?

Von Martina Maier

Ohne Idealismus wird es schwierig: Pflegekräfte arbeiten in Deutschland oft bis an die Grenzen des Möglichen. Warum viele ihren Job trotzdem über alles lieben, zeigt "Atemlos durch jede Schicht" aus der Reihe "37°" (ZDF).

"Ich mag diese Krankenhauswelt, den Stress, das spontane Reagieren, die immer neuen Eindrücke", sagt Vanessa Schulte. Die motivierte 31-Jährige hat vor vier Jahren ihr Medienstudium zugunsten einer Ausbildung im Pflegebereich aufgegeben und fühlt sich sehr wohl in dem, was sie ihren Traumberuf nennt. Trotzdem sagt sie deutlich: "Die Arbeitsbedingungen sind unerträglich." Was Vanessa und zwei weitere Pflegekräfte, Berufseinsteigerin Mandy und Säuglings-Intensivpfleger Michael tagtäglich auf Station erleben, zeigen Caroline Haertel und Mirjana Morimovic in "Atemlos durch jede Schicht" aus der Reihe "37°" im ZDF.

Durch die Corona-Pandemie wurde besonders deutlich, dass es in Deutschland an Pflegekräften mangelt: rund 50.000 sind es, die fehlen. Tendenz steigend. Dazu werfen fast 30 Prozent der Nachwuchskräfte vor dem Examen das Handtuch. So kommt es, dass immer wieder Intensivbetten unbelegt bleiben müssen, weil die Betreuung der Patienten nicht gewährleistet werden kann, wie es auch im "37°"-Film zu sehen ist. Der Alltag der dort mit der Kamera begleiteten Pflegekräfte ist anspruchsvoll, anstrengend und hektisch. Vier schwerkranke Patienten betreut Vanessa Schulte in einer Braunschweiger Klinik zeitgleich in jeder Schicht – ein Pensum, das kaum zu bewältigen ist.

"Die Leute wissen nicht, was wir hier leisten"

"Die permanente Konzentration ist sehr anstrengend. Ich darf absolut nichts vergessen", erzählt die Mutter einer kleinen Tochter, während sie den Platz eines gerade verstorbenen Patienten desinfiziert, dann mit dem EKG zum nächsten Bett eilt und sich für jeden Corona-Kranken komplett in Schutzkleidung hüllen muss. Sie möchte ihren Beruf nicht wechseln, dafür aber die Arbeitsbedingungen ändern. Zu diesem Zweck hat sie mit einer Freundin einen Instagram-Account gestartet und engagiert sich in einem Berufsverband mit dem Ziel, für mehr Anerkennung des Pflegesektors zu werben. "Wir sind die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen und haben politisch so gut wie keine Stimme. Das wollen wir ändern", sagt sie.

Auch Michael Wappler, Kinderintensivpfleger und Dozent am Berliner Herzzentrum, möchte den Pflegebereich attraktiver machen. Er hat mit seinem Team ein Einarbeitungsmodell konzipiert, das auf die neuen KollegInnen individuell eingeht. Mit Erfolg: In seiner Abteilung liegt die Abbruchquote bei unter vier Prozent. Darüber hinaus ist der 49-Jährige auch nach 23 Dienstjahren noch immer mit Leidenschaft bei der Sache und nimmt immer wieder Mehrarbeit in Kauf, wenn mal eine Operation nicht aufgeschoben werden kann. Für ihn werden die mit Herzfehlern geborenen Babys, die er betreut, während der Schicht zu seinen eigenen, erzählt er. Zwei davon werden im Film mit ihren Eltern, um die sich Michael Wappler ebenfalls kümmert, vorgestellt.

"Viele Leute wissen nicht, was wir hier leisten. Die denken, wir pflegen und waschen die Patienten, und das war es", sagt Mandy Zavari, die von Michael eingearbeitet wird. Er ergänzt: "Das ist nur ein Bruchteil unserer Arbeit, da steckt sehr viel mehr dahinter. Es macht mich traurig, dass in der Gesellschaft häufig ein falsches Bild davon ist." Die 24-Jährige ist sehr motiviert, aber zumindest zu Beginn ob der großen Verantwortung auch von Selbstzweifeln geplagt. Sie kann den Klinikalltag nur schwer hinter sich lassen und leidet darunter, dass manche Krankengeschichten kein gutes Ende haben. Trotzdem ist sie froh, die Zusatzausbildung zur Intensiv-Pflegekraft absolviert zu haben: "Wenn ich nach Hause gehe, habe ich immer das Gefühl, etwas wirklich Gutes getan zu haben."

37°: Atemlos durch jede Schicht – Di. 24.01. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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