Black Panthers
20.10.2020 • 20:15 - 21:05 Uhr
Info, Zeitgeschichte
Lesermeinung
Black Panthers stellen sich bei einer Versammlung im DeFremery Park im Ghetto von West Oakland auf. Gregory Harrison, Student der Oakland Tech und Black-Panther-Aktivist, steht vorne in der ersten Reihe.
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Kathleen Cleaver ist seit 1967 Mitglied der Black Panthers und nimmt als erste Frau eine Position in der Parteiführung ein.
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Black Panthers marschieren 1971 durch North Philadelphia.
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Frauen spielen bei den Black Panthers eine wichtige Rolle und nehmen in der Öffentlichkeit oft das Mikrofon in die Hand.
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Originaltitel
Black Panthers
Produktionsland
USA
Produktionsdatum
2020
Info, Zeitgeschichte

Sprachrohr der Afroamerikaner

Von Andreas Schoettl

Wuchs die Black Panther Party in den USA der 1960- und 1970er-Jahren wirklich zur "größten Bedrohung der nationalen Sicherheit", wie sie der ehemalige FBI-Chef J. Edgar Hoover bezeichnete, heran? Eine zweiteilige Dokumentation blickt hinter die Kulissen der legendären wie gefürchteten Gruppierung.

Die Bilder erinnern an jüngste Auftritte radikaler Splittergruppen der Black-Lives-Matter-Bewegung unter anderem in Seattle: Bewaffnete patrouillieren an Stützpunkten wie Barrikaden. Doch die Aufnahmen sind größtenteils schwarz-weiß und mehr als 50 Jahre alt. Die Anfänge der von Huey Newton und Bobby Seale gegründeten Black Panther Party for Self-Defense reichen zurück in die 1960er-Jahre. In Oakland, Kalifornien, beschlossen Newton und Seale der Gewalt der Polizei gegenüber Schwarzen ein Ende zu machen. Sie nutzten dabei die Waffengesetze des Bundesstaates. Diese erlaubten es damals noch, dass es jedem US-amerikanischen Bürger gestattet war, in der Öffentlichkeit Waffen mit sich zu führen – solange diese sichtbar getragen wurden. Die Black Panthers begannen, sich zu bewaffnen und Patrouillen zu erstellen. Sie sollten die Polizei überwachen, damit sie gegenüber den Schwarzen nicht weiter übergriffig wurde.

Der Film "Black Panthers" von Regisseur Stanley Nelson, den ARTE nun in zwei aufeinanderfolgenden Episoden zeigt, blickt hinter die Kulissen der legendären wie gefürchteten Black Panthers Party. Sie entstand 1966 als militante Gruppierung der Bürgerrechtsbewegung und wurde in einer Zeit des sozialen Umbruchs zum Sprachrohr der Afroamerikaner. Mit schwarzer Sonnenbrille, Lederjacke und ausladender Afrofrisur sowie Waffe in der einen aber auch Speisen für die Ärmsten in der anderen Hand zogen sie blitzschnell Tausende Anhänger an. Ehemalige Mitglieder erinnern sich: "Da musste ich unbedingt dabei sein." Anfang der 1970er-Jahre gab es rund 100 Ortsgruppen der Panthers quer durch die Staaten. Der damalige FBI-Chef J. Edgar Hoover bezeichnete sie als "größte Bedrohung der nationalen Sicherheit".

Nelsons Rückblick reicht, immer wieder angetrieben von einem fesselnden Soundtrack, von den Anfängen der Panthers, über ihre zunehmende Radikalisierung bis zu ihrer Spaltung, verursacht vor allem durch Manipulationen, Unterwanderung und Intrigen des FBI. Dabei zeigt er seltenes Archivmaterial unter anderem von Interviews mit den Parteigründern und weiteren Mitgliedern. William Calhoun, damaliger Mitstreiter der Panthers, etwa fasst zusammen: "Die große Stärke der Black Panther Party waren ihre Ideale, ihre jugendliche Kraft und Begeisterung. Die große Schwäche der Partei waren ihre Ideale, ihre jugendliche Kraft und Begeisterung. Das kann man sehr gefährlich sein, besonders, wenn sie gegen die US-Regierung antreten."

Black Panthers – Di. 20.10. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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