Das Tal der Mörder
26.10.2020 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Drama
Lesermeinung
Anna Unterberger, Fritz Karl.
Vergrößern
Es ist möglich, dass Peter Colb (Robert Seethaler) in der Runde mit Anton Gasser (Fritz Karl) und Bürgermeister Fritz Madreiter (Karl Knaup) Eva Kufner (Anna Unterberger) jetzt enttarnt..
Vergrößern
Anton Gasser (Fritz Karl), Eva (Anna Unterberger)
Vergrößern
Eva (Anna Unterberger), Anton Gasser (Fritz Karl)
Vergrößern
Originaltitel
Das Tal der Mörder
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2019
Fernsehfilm, Drama

Haushaltshilfe serviert Logiklöcher

Von Christopher Schmitt

Eine junge Frau heuert als Haushaltshilfe auf einem Hof an, um herauszufinden, ob ihr neuer Arbeitgeber vor Jahrzehnten den eigenen Vater tötete. Während sie die Wahrheit sucht, sucht der Zuschauer die Logik.

Der ganze Mumpitz beginnt regelrecht philosophisch: "Keine wahre Liebe ohne Gerechtigkeit, und keine wahre Gerechtigkeit ohne Liebe", schwadroniert Anton Gasser (Fritz Karl) versonnen am Fenster. Kurz darauf stürzt seine Frau, die offenbar vor jemandem flüchtet, mehrere Meter in die Tiefe und verunglückt tödlich. Dieser mysteriöse Vorfall spielt in der erstmals gezeigten ZDF-Kriminalgeschichte "Das Tal der Mörder" von Regisseur Peter Keglevic aber lediglich eine untergeordnete Rolle. Zuvorderst dreht sich die teils abstruse Story um einen Todesfall, der bereits Jahrzehnte zuvor zu den Akten gelegt wurde. So viel sei verraten: Beide Fälle werden aufgeklärt, aber den Zuschauern stellen sich diverse Fragen, die unbeantwortet bleiben.

Eva Kufner (Anna Unterberger) hat ihren Vater nie kennengelernt, er starb vor ihrer Geburt, offiziell bei einem Bergunfall. Erst auf dem Sterbebett offenbart ihr die Mutter, dass sie sich sicher sei, dass er ermordet wurde. Angeblich aus Eifersucht, von seinem ehemals besten Freund Anton Gasser, welcher ebenfalls in sie verliebt war und nun möglicherweise am selben Ort auch seine Frau tötete. Nach deren Ableben fristet Gasser gemeinsam mit seinen zwei Söhnen Jakob (Franz Dinda) und Florian (Gerrit Klein) ein Dasein auf dem Familien-Hof, einem Paralleluniversum, in dem ganz eigene Regeln herrschen. Der Tod der Mutter setzt der Familie spürbar zu, durch das Unglück brechen lange schwelende Konflikte auf. Eva erhält als Haushaltshilfe unverhofft und unter falschem Namen Zugang zum Hof, wo sie versucht herauszufinden, ob es sich bei Gasser wirklich um den Mörder ihres Vaters – und vielleicht auch den seiner Ehefrau – handelt.

Das regelrechte Einschleichen Evas in den innersten Kreis der Familie, die zudem als schwer zugänglich und eigen dargestellt wird, läuft dabei erstaunlich einfach. Einzig dem stets übel gelaunten Jakob kommt die Scharade seltsam vor, und er äußert mehrmals sein Misstrauen. Allerdings stößt er bei Vater und Bruder auf taube Ohren. Mehr noch: Anton findet Gefallen an der neuen Haushaltshilfe, was Eva weitere Chancen bietet, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Erstaunlicherweise wird umgekehrt jedoch auch sie von ihm angezogen, und es beginnt zu knistern.

Ein liebenswertes Scheusal?

So ziemlich alles an dieser hanebüchenen Geschichte bleibt vage und unausgegoren. Immer wieder drängen sich dem Zuschauer haufenweise Logiklöcher auf: Nur, weil der vermeintliche Mörder des eigenen Vaters, der zudem vor ihren Augen seine eigenen Söhne piesackt, etwas charmant daherredet und adrett daherkommt, entwickelt Eva direkt Gefühle für den älteren Anton? Warum ist es einem Mann, der offenbar etwas zu verbergen hat, so völlig egal, dass er nichts über die Vergangenheit seiner neuen Haushaltshilfe weiß, welche sogar behauptet, ihre Dokumente seien gestohlen worden? Warum finden so viele auf dem Hof und im nahen Dorf Evas Neugierde auffällig oder gar verdächtig, aber einige nicht verdächtig genug, um sich einer praktisch völlig Fremden anzuvertrauen?

Da plaudert die junge Wirtin munter über das Verhältnis zur Familie ihres Exfreundes mit einer Person, die sie erst seit kurzer Zeit kennt. Das eben noch todunglückliche Häufchen Elend Florian, das nicht mal mit den engsten Verwandten über den Verlust der Mutter sprechen will, redet über seine Gefühle. Ob sich Gasser zu Eva hingezogen fühlt, weil sie ihn an seine große Liebe erinnert, ist ebenfalls nicht wirklich nachvollziehbar. "Das Tal der Mörder" operiert stattdessen mit Andeutungen und Metaphern.

Zumindest Hauptdarsteller Fritz Karl macht seine Sache wie immer sehr ordentlich. Er schafft es tatsächlich, sowohl den herrschsüchtigen Vater und den tief verletzten Ehemann, als auch den erfahrenen Charmeur glaubwürdig zu verkörpern. Über die eklatanten Schwächen der mäßig spannenden Story kann seine Performance allerdings nicht hinwegtäuschen.

Das Tal der Mörder – Mo. 26.10. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Rachel Bolan sitzt in einem dunklen Outfit auf einem Thron.
HALLO!

Rachel Bolan: "Oft ist man selbst sein schlimmster Feind"

Rachel Bolan, bekannt als Bassist von Skid Row, bringt sein erstes Solo-Album "Gargoyle Of The Garden State" heraus. Die Platte, die eine Hommage an seine Heimat New Jersey darstellt, besticht durch spontane Punk-Vibes und Gastauftritte wie Danko Jones.
Carree Dental
Gesundheit

Was tun, wenn die Zunge brennt?

Das Burning-Mouth-Syndrom verursacht brennende Schmerzen im Mund. Besonders betroffen sind Frauen über 40. Ursachen sind vielfältig, von hormonellen Veränderungen bis zu Stress. Wichtig ist eine korrekte Diagnose und individuelle Behandlung.
Gettyimages/Ilona Myronenko
Gesundheit

Aufruf zur Blutspende

Blut übernimmt viele wichtige Aufgaben im Körper. Besonders während der Sommermonate geraten Blutkonserven in Engpässe. Der Weltblutspendetag am 14. Juni macht auf die Bedeutung von Blut- und Plasmaspenden aufmerksam. Institutionen wie das DRK informieren rund um den Aktionstag über die Wichtigkeit von Spenden.
MairDuMont
Reise

Für Sie gelesen: „Bucketlist für den Ruhestand – Die 50 besten Reiseziele weltweit“

Der Reiseführer von Marco Polo inspiriert mit 50 Reisezielen in Deutschland, Europa und weltweit. Perfekt für alle, die ihre neue Freiheit im Ruhestand entdecken wollen.
Das Schloss Burscheid im Nebel
Reise

Urlaub mit der Trendfarbe 2026: Ruhige Reiseerlebnisse

Pantone kürt Cloud Dancer zur Trendfarbe 2026. Diese zarte Off-White-Nuance verleiht Orten wie Luxemburg, New Mexico und den Malediven eine besondere Ruhe und Weite.
Olivia Jones (l.) und Johannes Hegemann 
HALLO!

Olivia Jones über den ZDF-Film: „Da ist keine Fiktion dabei“

Im ZDF-Film „Olivia“ werden auch schmerzhafte Kapitel aus Olivia Jones’ Leben gezeigt. Nun verrät sie, wie viel davon wirklich passiert ist.