Das Tal der vergessenen Kinder
Spielfilm, Kriminalfilm • 19.04.2021 • 22:15 - 00:05
Lesermeinung
Kommissarin Amaia Salazar (Marta Etura) durchstreift das nordspanische Baztán-Tal auf der Suche nach Hinweisen zu okkulten Ritualmorden.
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Gemeinsam mit Mann James (Benn Northover) und ihrem kleinen Sohn Ibai (Aaron Martínez) erlebt Amaia Salazar (Marta Etura) Verschnaufpausen im Familienglück.
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Richter Juez Markina (Leonardo Sbaraglia) weckt Amaia Salazar (Marta Etura) aus ihren Albträumen auf - es gibt Neuigkeiten.
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Die Erkenntnisse, die Forensiker Dr. San Martín (Paco Tous, Mitte) für Kommissarin Amaia Salazar (Marta Etura) und ihren Kollegen Jonan Etxaide (Carlos Librado 'Nene') bereithält, offenbaren Unheimliches.
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Verregnetes Baskenland: Amaia Salazar (Marta Etura) und ihr Kollege Jonan Etxaide (Carlos Librado 'Nene') begeben sich auf die Jagd nach einem Entführer.
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Ganz selbstverständlich präsentiert Krankenschwester Fina Hidalgo (Ana Wagener, links) Amaia (Marta Etura) ihr Archiv. Dabei hat sie Schockierendes zu berichten.
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Actionszenen sind die Ausnahme, doch hier begeben sich Amaia Salazar (Marta Etura) und Jonan Etxaide (Carlos Librado 'Nene') auf Verfolgungsjagd in einem Rohbau.
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Was stimmt nicht mit dem Geistlichen? Padre Sarasola (Imanol Arias) macht einen zwielichtigen Eindruck auf Amaia Salazar (Marta Etura).
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Originaltitel
Legado en los huesos
Produktionsland
E, D
Produktionsdatum
2019
Spielfilm, Kriminalfilm

Von Basken, Hexen und Zyklopen

Von Christopher Schmitt

Es ist neblig im Baskenland: Im zweiten Teil der fesselnden Baztán-Trilogie trifft Okkultismus auf Katholizismus. Dieser Krimithriller weckt elterliche Urängste.

Laut baskischer Mythologie ernährt sich der dämonische Zyklop "Tarttalo" von Christen-Fleisch. Ein Mythos, wie gemacht für einen spannenden Thriller, in dem unheimlicher Okkultismus auf tief verwurzelten Aberglauben und praktizierten Katholizismus trifft. Nach dem Roman der Schriftstellerin Dolores Redondo inszenierte Fernando González Molina, einer der erfolgreichsten Regisseure Spaniens, mit "Das Tal der vergessenen Kinder" (2018). Bereits die zweite düstere Geschichte aus einem nebligen Tal im Baskenland. An diesem Ort sind "Fiesta" und traumhafte Strände weit weg. Klischee-Spanien aus dem Urlaubskatalog hat mit dieser Region überhaupt nichts zu tun. Dies suggeriert zumindest die fesselnde, spanisch-deutsche Koproduktion, die das ZDF nun als Free-TV-Premiere zeigt.

Es liegt schon ein paar Monate zurück, dass Kommissarin Amaia Salazar (Marta Etura) eine Mordserie in ihrem Heimatstädtchen Elizondo aufgeklärt hat – nun kehrt sie zurück. Einer der überführten Täter begeht nach seiner Verurteilung Suizid und hinterlässt einen Zettel mit dem Wort "Tarttalo". Salazar, ursprünglich zurück im Baztán‐Tal, um rätselhafte Kirchenschändungen zu untersuchen, wird mit zwei weiteren verurteilten Mördern konfrontiert. Die folgen demselben Schema: selbst aufgeschlitzte Pulsadern und die Nachricht "Tarttalo". Gemeinsam mit ihrer Familie quartiert sich die Inspektora bei ihrer Tante Engrasi (Itziar Aizpuru) ein, um die Fälle gemeinsam mit ihrem Kollegen Jonan Etxaide ("Carlos Librado 'Nene'") aufzuklären. Zu allem Überfluss verletzt ihre Mutter Rosario (Susi Sánchez), die in einer christlich geführten psychiatrischen Klinik untergebracht ist, einen ihrer Pfleger lebensgefährlich.

Nüchterne Ermittlungen in düsterer Atmosphäre

Bald erkennt Salazar erste Muster unter den früheren Opfern der Selbstmörder: Es handelte sich um Frauen, denen nach der Ermordung der Arm amputiert wurde. Immer in Verbindung mit okkulten Ritualen und uralter Hexerei. Im Laufe der Ermittlungen taucht die Inspektora, die nach der Geburt ihres Sohnes erst seit kurzer Zeit wieder ermittelt, immer tiefer in die mystischen Abgründe einer rätselhaften Hexen-Sekte ab. Dabei muss sie voller Schrecken feststellen: Eindeutige Spuren weisen in ihre Familie. Haben ihre Albträume etwas damit zu tun?

Besagte Träume sind zwar ein kurzer Ausflug ins Mystery-Segment, grundsätzlich wird in "Das Tal der vergessenen Kinder" jedoch vergleichsweise nüchtern ermittelt. Für Übersinnliches findet sich kaum Platz, für dichte düstere Atmosphäre ist angesichts der okkulten Thematik dennoch gesorgt. Der weitestgehend bedächtig erzählte Thriller kommt mit nur wenigen Actionszenen aus, aber schafft es dennoch, die Spannung hoch und den Zuschauer bei der Stange zu halten. Auch wenn das große Finale – wohl unvermeidbar begleitet von Sintflut-artigem Regen – etwas zu konventionell geraten ist, fesselt die Romanverfilmung auch über zwei Stunden hinweg.

Dieser Umstand wird vor allem durch die Einbindung der Hauptfigur begünstigt: Selbst erst vor kurzem Mutter geworden, entdeckt die Kommissarin in ihrer Heimat Hinweise, die auf den systematischen Mord an vermeintlich "deformierten", heißt beeinträchtigten, Säuglingen hindeuten. Ist Kindsmord ohnehin eine schwer zu verdauende Thematik, sind damit verbundene Ängste der Kommissarin um den Verlust des eigenen Kindes allgegenwärtig.

Sprungbrett für Marta Etura

In ihrer Heimat wurde Hauptdarstellerin Marta Etura durch die Thriller-Reihe zum Star. Kein Wunder, verkörpert die brünette Baskin doch die ebenso starke wie verletzliche Inspektora in all ihren Facetten auf durchgehend hohem Niveau. Für Fans des spanischen Netflix-Hits "Haus des Geldes" gibt es zudem ein Wiedersehen mit dem Schauspieler Paco Tous. Während er in der Serie im Stile eines Heist-Movies den Altganoven "Moskau" spielte, ist er hier in einer Nebenrolle als Forensiker zu sehen, der das Ermittlerteam unterstützt.

Bei "Das Tal der vergessenen Kinder" handelt es sich um den zweiten Teil der sogenannten Baztán-Trilogie. In der vergangenen Woche war mit "Das Tal der toten Mädchen" bereits der erste Film im Rahmen des ZDF-Montagskinos zu sehen. "Das Tal der geheimen Gräber" schließt die spanische Reihe schließlich ab.

Das Tal der vergessenen Kinder – Mo. 19.04. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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