Der Bozen-Krimi: Blutrache
02.04.2020 • 20:40 - 22:10 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
Lesermeinung
Sonja (Chiara Schoras) sorgt sich um ihre Stieftochter Laura (Charleen Deetz).
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„Capo“ Zanchetti (Tobias Oertel, hinten re.) Sonja (Chiara Schoras) und Riccardo (Stefano Bernardin, hinten li.) haben den Mafiaboss Saffione (Christian Redl, hinten Mitte) erwischt.
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Mafiaboss Saffione hat „Capo“ Zanchetti und Sonja (Chiara Schoras) in seiner Gewalt.
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Sonja (Chiara Schoras) braucht in Bari die Unterstützung des einheimischen Taxifahrers Riccardo (Stefano Bernardin, hinten).
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Originaltitel
Der Bozen-Krimi: Blutrache
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Fernsehfilm, Kriminalfilm

Der Commissario geht auf Reisen

Von Wilfried Geldner

In seinem zehnten und vorletzten Film geht Matteo Zanchetti (Tobias Oertel) auf Reisen – aus den Dolomiten Südtirols hinein in den tiefsten Süden, nach Bari in Apulien. Dass er dort auch noch den Karneval besuchen darf, ist eine nette Dreingabe für den Mafiajäger, die er sich redlich verdient hat.

Commissario in viaggio – der Kommissar geht in "Der Bozen-Krimi: Blutrache" auf Reisen. Weil sich der inzwischen zu seinem Erzfeind stilisierte Mafiapate Saffione (Christian Redl) in einem Tonnengewölbe bei Bari in Apulien versteckt hält, reist ihm der Bozener Commissario Matteo Zanchetti (Tobias Oertel) auf eigene Faust hinterher. Schließlich wurde auf Zanchetti ein Bombenanschlag verübt, der an die schärfsten Zeiten der Südtiroler Freiheitskämpfer in den 60-ern des vergangenen Jahrhunderts erinnert.

Zanchetti kam noch mal mit dem Leben davon, die Südtiroler Statthalterin des Paten, Giulia Santoro kam gleichfalls mit dem Leben davon, wurde allerdings von Zanchettis rechter Hand Laura (Charleen Deetz) angeschossen und ins Koma versenkt. Was Soll man sagen? – Die gute alte Mafiageschichte zwischen zwei sich um die Macht streitenden Familien wird hier auf den Punkt gebracht, wobei man eben die Polizistencrew um Zanchetti einfach mal als Family verstehen muss. Die Blutrache ist jetzt einfach mal Zanchettis Sache. "Wenn er an mich nicht rankommt, wird er alle erschießen, die mir am Herzen liegen", sagt der viertagebärtige, glaubhaft italienische Commissario über den Erzfeind und macht sich auf den Weg nach Bari. Genauer noch: ins hübsche Städtchen Putignano, wo seit dem 14. Jahrhundert ein Straßenkarneval gefeiert wird, der sich mitsamt seinen Figurenwagen hinter dem Kölner keineswegs verstecken muss.

Wer allerdings erwartet, Thorsten Näter (Idee, Drehbuch und Regie) hätte den Showdown zwischen den Widersachern in den Karnevalsumzug von Putignano im Stil des berühmten "Orfeu Negro"-Films verlegt, wird sich enttäuschen lassen müssen – es wäre von einem Donnerstagskrimi aber auch zu viel verlangt. Der Showdown wird dann im Stil eines Italo-Fotoromans im Kellerversteck abgehandelt, wobei die Nahaufnahmen samt Sprechblasen offensichtlich bewusst ins Comichafte tendieren. Zanchettis Kollegin Sonja Schwarz (Chiara Schoras), die im übernächsten Fall die Abteilung übernehmen wird, darf immerhin eine Karnevalsliebe finden – sie landet mit einem um sie besorgten Undercover-Taxler im Bett.

Wer den Usus, italienische Kommissare mit deutschen Schauspielern zu besetzen goutiert, muss es schade finden, dass der im unterfränkischen Bad Werneck geborene Tobias Oertel den Dolomiten-Dienst quittiert. Der Brauch, sich aus Kriminalserien mit einem großen Dankeschön zu verabschieden ("Eine unvergessliche, fruchtbare Zeit!"), ist mittlerweile offensichtlich zur Mode geworden. Der fast gleichzeitige Abschied Oertels sowie der Kroatienkommissarin Branca Maric (Neda Rahmanian) und der "Nord bei Nordwest"- Polizistin Henny Reents mit unbekanntem Ziel wäre sicher einmal eine tiefer gehende Recherche wert.

Der Bozen-Krimi: Blutrache – Do. 02.04. – ARD: 20.40 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Darsteller

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