Zwei Piefkes bringen den beliebten Wiener Romanhelden Willibald Metzger ins Fernsehen. Hauptdarsteller Robert Palfrader ist eine Schau, das Ergebnis aber trotzdem durchwachsen.

Fast hat der duldsame Willibald Adrian Metzger (Robert Palfrader) etwas von einem modernen Sisyphos, wie er immer wieder bergauf zum Landgasthof radelt, wo er eine Heiligenfigur restaurieren soll, und dann hinabschießt zum mondänen Kurhotel, wo ein Gast im Pool ertrunken ist. Willibald Metzger ist Möbelrestaurator von Beruf, aber die meiste Zeit verbringt er damit, seiner platonischen Geliebten und Hobbydetektivin Danjela Djurkovic (Dorka Gryllus) beim Ermitteln in Mordfällen behilflich zu sein. Davon handeln die beliebten österreichischen Kriminalromane von Thomas Raab. Für die ARD wurden bislang zwei Metzgerstoffe verfilmt – von zwei Piefkes wohlgemerkt, dem Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt und dem Regisseur Andreas Herzog. Das Erste wiederholt "Der Metzger und der Tote im Haifischbecken" (2015) nun zu später Stunde.

Was mit dem Fund eines abgetrennten Ringfingers beginnt, häutet sich schichtweise zu einer ausgewachsenen Familientragödie. Im weiteren Verlauf gerät der Heimatfilm dann sogar zur blutigen Groteske. Allerdings eine mit dem Defizit, dass sämtliche Charaktere bloße Behauptung sind, grob karikierte Abziehbilder des Lebens, mit denen man nicht mitfühlt. Abgesehen von den wunderbaren Hauptfiguren wohlgemerkt. Die gebürtige Ungarin Dorka Gryllus ist als notorisch neugierige Sexbombe eine exzentrische Wucht, und Robert Palfrader stolpert nonchalant durchs Ungemach wie früher Jacques Tati durch seine Filme.


Quelle: teleschau – der Mediendienst