Die Drei von der Müllabfuhr - Zu gut für die Tonne
14.10.2022 • 20:15 - 21:45 Uhr
Spielfilm, Komödie
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Originaltitel
Die Drei von der Müllabfuhr - Zu gut für die Tonne
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
Spielfilm, Komödie

Neumodische Sorgen bei der Müllabfuhr

Von Elisa Eberle

Transphobie, Lebensmittelverschwendung und Krebs: Im siebten Teil der ARD Degeto-Reihe müssen sich die Müllmänner um "Käpt'n" Werner (Uwe Ochsenknecht) mit mehreren großen Themen auf einmal herumschlagen. Leider fehlt für eine intensive Abhandlung in einem 90-Minüter einfach die Zeit.

Er hätte es ahnen können: Schon als "Käpt'n" Werner (Uwe Ochsenknecht) die saure Milch in der Küchenspüle entsorgt, hält Tim (Lukas Leibe) einen emotionalen Vortrag: "Nur weil die Milch flockt, ist sie doch nicht schlecht", erklärt er: "Da kann man noch Buttermilch draus machen." Keine halbe Stunde später erfahren Werner und somit auch die Zuschauerinnen und Zuschauer von "Die Drei von der Müllabfuhr – Zu gut für die Tonne", dass Tim in die Hinterhöfe großer Supermärkte einbricht, um genießbares Essen aus den Mülltonnen zu stehlen. Containern nennt man die Straftat, die in Deutschland meist mit einer Geldstrafe in Höhe mehrerer Hundert Euro geahndet wird. Es ist nicht das einzige gesellschaftsrelevante Problem, das im siebten Teil der ARD-Degeto-Reihe thematisiert wird.

Die Tatsache, dass sich Käpt'n überhaupt mit derart neumodischen Problemen wie Lebensmittelverschwendung beschäftigen muss, hat er Gabi (Adelheid Kleineidam) zu verdanken: Als fürsorgliche Tante hat sie dem Neu-Studenten Tim eine vorübergehende Bleibe versprochen, bis er sein eigenes WG-Zimmer in Berlin gefunden hat. Das wäre nur halb so schlimm, wenn Tim nicht auch noch einen ausgesetzten Hund anschleppen würde. Der Streit um dessen Pflege wird sicher auch in den folgenden Filmen (der nächste Teil läuft bereits am Freitag, 21. Oktober, um 20.15 Uhr, im Ersten) eine Rolle spielen.

Ein neuer Kollege sorgt für Unruhe

Dabei hat Werner ganz andere Probleme: Bei einer Mülltour wird er Zeuge, wie ein Container-Dieb von einem Wachmann (Karl Schaper) brutal verprügelt wird. Zwar ahnt Werner zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass es sich bei dem Vermummten um Tim handelt, dennoch greift er beherzt in den Streit ein. In der Folge wird Werner wegen angeblicher Körperverletzung angezeigt. Das gefällt seinem Vorgesetzten Rüdiger Dorn (Rainer Strecker) natürlich gar nicht. Kann Werner die Situation retten?

Als Dorn einen neuen Mitarbeiter bei der "Mülle" vorstellt, bahnt sich weiterer Ärger an: Peter (Ole Eisfeld) ist ein Transmann. Doch was soll das überhaupt bedeuten? Die Kollegen sind nicht nur ratlos, sondern auch skeptisch, was sie offen zeigen. Dass Ralle (Jörn Hentschel) Sorgen hat, geht in all dem Trubel zunächst völlig unter, bis Tarik (Aram Arami) hinter sein Geheimnis kommt ...

Zu viele Themen für zu wenig Film

Lebensmittelverschwendung, Containern, Transphobie und Prostata-Krebs: Für einen 90-minütigen Freitagsfilm macht "Die Drei von der Müllabfuhr – Zu gut für die Tonne" vielleicht doch zu viele Fässer auf einmal auf. Meist bleibt nur Zeit für einen großen Monolog, in dem die wichtigsten Fakten runtergerattert werden. Dabei kann die fiktionale TV-Unterhaltung durchaus einen wichtigen Beitrag zur kritischen Bewusstseinsbildung leisten, wie Hauptdarsteller Uwe Ochsenknecht sagt: "Man kann auch in fiktionaler TV-Unterhaltung gesellschaftspolitische Themen aufzeigen – wie man bei unserer Reihe sieht. Es müssen sich natürlich Kritik und Entertainment die Waage halten."

Das Thema Transphobie liegt dem 66-Jährigen dabei vor allem aus persönlichen Erfahrungen sehr am Herzen: "Ich bin praktisch im Theater aufgewachsen", sagt er: "Da gab es Lesben, Schwule und alles, was es zwischendrin noch gibt. Das war für mich als Jugendlicher völlig normal, und alle habe sich respektvoll verhalten." Auch in der "Hippie-Ära" habe "jeder jeden geliebt hat, wie sich das auch gehört": "Das wurde leider in den Jahren danach etwas aus den Augen verloren", bedauert er weiter: "Aber nun wird darauf glücklicherweise wieder die Aufmerksamkeit gelenkt. Es gibt zwar verwirrenderweise heute viele Bezeichnungen für sexuelle Vorlieben, aber Hauptsache, jeder darf so leben, wie es ihn glücklich macht."

Die Drei von der Müllabfuhr – Zu gut für die Tonne – Fr. 14.10. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Darsteller

Stand schon früh auf der Bühne: Uwe Ochsenknecht.
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