#Dieselgate
23.02.2021 • 20:15 - 21:45 Uhr
Info, Zeitgeschehen
Lesermeinung
Im Stuttgarter Stadtteil Leonberg unterhält der Automobilzulieferer Bosch mehrere Werke. Bosch entwickelte die Software, die den Betrug erst möglich machte.
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Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer bewertet die deutsche Autoindustrie nur als bedingt innovationsfähig. Als großes Problem sieht sie die Selbstüberschätzung der Männerbünde in den Vorständen.
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Karsten vom Bruch kämpfte jahrelang bei Bosch gegen Betrug bei den Abgassystemen – dann wurde er entlassen. Jetzt kämpft er um seinen Job.
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Barbara Hendricks war von 2013 bis 2018 Bundesumweltministerin. Sie wünscht sich eine bessere Aufklärung des Skandals durch die Autokonzerne.
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Originaltitel
#Dieselgate
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Info, Zeitgeschehen

Vor dem Prozess

Von Andreas Schoettl

Mehr als zehn Jahre lang hätten deutsche Automobilkonzerne gezielt die Abgaswerte ihrer Fahrzeuge manipuliert und Zulieferer, Verbraucher und Behörden weltweit belogen. So jedenfalls lauten die Vorwürfe, heißt es.

Stichtag soll am Dienstag, 20. April, sein. Dann wird dem ehemaligen VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn und vier weiteren VW-Managern vor der Wirtschaftsstrafkammer in Braunschweig der Prozess gemacht. Den Beschuldigten wird neben anderen Delikten vor allem gewerbs- und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen. Sie sollen Abgasmanipulationen ermöglicht oder zumindest toleriert haben. Der Ausgang der Verhandlung ist offen. Die Frage ist: Wird der vermeintliche Skandal wirklich zum größten der deutschen Industriegeschichte? Das wird sich erst noch klären müssen. Dennoch wird sich so einiges nicht einfach wieder wegwischen lassen. Denn wie kann es sein, dass allein bei VW bei rund elf Millionen Autos gezielt die Abgaswerte manipuliert worden sein sollen?

Der Film "#Dieselgate" von Johan von Mirbach begleitet die Aufarbeitung des Skandals. Bei ARTE ist er nun zu sehen. Und das vermeintlich skandalöse Fehlverhalten hat seine Folgen. Der Ingenieur Karsten vom Bruch beispielsweise kämpft um seinen Job und seinen Ruf. Er hatte bei dem Zulieferer Bosch schon Jahre vor dem Skandal auf Unstimmigkeiten hingewiesen. Vom Bruch wurde entlassen.

Norbert Flother hingegen ist überzeugter VW-Fan. Er klagt auf Entschädigung für seinen manipulierten Golf. Und für den Rechtsanwalt Andreas Tilp respektive seine Mandanten geht es um sechs Milliarden Euro. Er vertritt Anleger, die in VW investiert haben und nun Schadenersatz fordern. Aufgrund des Betrugs war ihr Investment um 40 Prozent weniger wert geworden, heißt es. VW hat diesbezüglich bereits eine erste Reaktion gezeigt. Der Konzern bestreitet jegliche Verantwortung.

Im Anschluss an die spannende Dokumentation bleibt ARTE im Nebel weitreichender Vertuschungsmethoden großer Konzerne stecken. Ab 21.40 Uhr ist die Dokumentation "Forschung, Fake und faule Tricks" zu sehen. Die französischen Regisseure Franck Cuvelier und Pascal Vasselin zeigen, dass die Großindustrie der Öffentlichkeit mitunter Erkenntnisse vorenthält, die ihren Profit schmälern könnte. Am Pranger stehen unter anderem Bereiche wie Asbest, CO2-Emissionen und 5G.

#Dieselgate – Di. 23.02. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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