Ein Staat geht - Abschied von der DDR
29.09.2020 • 20:25 - 21:10 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
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"Lang ist es her": Fernsehfrau Inka Bause blickt zurück auf die letzten Monate der DDR. Schon vor der Wiedervereinigung trat sie im DDR-Fernsehen als Moderatorin und Sängerin in Erscheinung. Nach dem Mauerfall war sie im Juli 1990 die erste ostdeutsche Sängerin in der ZDF-Hitparade. Mit "Aber Du" belegte sie den dritten Platz.
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"Aus und vorbei":  Er gehörte zur den wichtigsten Männern der DDR, doch 1989 endet Eberhard Aurichs Karriere als Erster Sekretär der DDR-Jugend FDJ schlagartig.
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"Ab in die Maske": Victoria Herrmann (??) am Tag nach dem Mauerfall. Sie moderiert gleich die erste Folge der frechen DDR-Jugendsendung Elf99 nach der Wende am 10. November 1989.
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Originaltitel
Ein Staat geht - Abschied von der DDR
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Info, Gesellschaft + Soziales

328 Tage des Umbruchs

Von Christopher Schmitt

Und plötzlich war alles anders: Vom Mauerfall bis zur Wiedervereinigung erlebten die DDR-Bürger bewegte Tage und historische Veränderungen. Eine "ZDFzeit"-Dokumentation widmet sich dieser turbulenten Zeit – und ordnet persönliche Geschichten in einen übergeordneten Zusammenhang.

328 Tage lagen zwischen dem Mauerfall und der Wiedervereinigung. 328 Tage, die für die DDR-Bürger teils von Hoffnung und Zuversicht, teils aber auch von Ungewissheit und Ängsten geprägt waren. Die letzten Monate der DDR sind nicht weniger als die Zeit einer historischen Umwälzung. 40 Jahre lang wurde ein sozialistischer Staat aufgebaut, der urplötzlich als Auslaufmodell galt. Die "ZDFzeit"-Dokumentation "Ein Staat geht. Abschied von der DDR" widmet sich anlässlich von 30 Jahren Deutscher Einheit dieser Ära, in der mit atemberaubender Geschwindigkeit Geschichte geschrieben wurde.

Der Film von Regisseurin und Autorin Christin Köppen ordnet persönliche Schicksale, unter anderem von "Bauer sucht Frau"-Moderatorin Inka Bause, die aus Leipzig stammt, in einen historischen Zusammenhang ein. "Wir sind gleich. Wir sind nur unterschiedlich groß geworden. Wir in Käfighaltung – und ihr in Freilandhaltung", kommentiert Bause das Aufwachsen in unterschiedlichen Systemen.

Damals, in dieser Zeit des Wandels, schien alles möglich, sogar ein "Dritter Weg" zwischen Kapitalismus und Sozialismus, den sich viele DDR-Bürger in Dresden erträumen. Ulla Wecker und ihre Mitstreiter rufen sogar einen eigenen Staat aus – es gibt eine eigene Flagge sowie eine eigene Währung. Die "Bunte Republik Neustadt" vom Elbufer bleibt selbstverständlich inoffiziell – aber ein Symbol des Umbruchs.

Nicht jeder jubelt über den Untergang des sozialistischen Deutschlands. Eberhard Aurich ist eingefleischter Kommunist, seit 1984 war er Vorsitzender der staatlichen Jugendorganisation "Freie Deutsche Jugend" (FDJ). Im Herbst 1989 erfolgte sein Rücktritt. Ebenso wie der Staat wird auch die FDJ abgewickelt. Auch abseits ideologischer Beweggründe bringt die Wende für viele Millionen Menschen neue Probleme – beispielsweise Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit.

Nachgespielte Szenen ergänzen die Dokumentation. So begibt sich beispielsweise Fußball-Manager Reiner Calmund 1990 auf die Suche nach günstigen und guten Spielern im Osten. Sein Ziel: Er will den Stürmerstar Andreas Thom vom BFC Dynamo aus Ost-Berlin zu Bayer 04 Leverkusen lotsen. – Der unterhaltsame Film bemüht sich einmal mehr um die ganz große Klammer, versteht sich, dass es dann hier und da an Tiefe fehlt.

ZDFzeit: Ein Staat geht – Abschied von der DDR – Di. 29.09. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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