Ererbtes Trauma - Julien und der Schmerz der Anderen
29.04.2025 • 22:15 - 22:45 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Julien ist das erste Mal in seinem Leben im Land seines Vaters: Ruanda. Julien lebt in Deutschland ist ist ein waschechter Frankfurter Bub. Doch ein Teil von ihm kommt aus dem Land seiner Vorfahren. Er macht sich auf die Suche nach dem fremden Schmerz, der bisher sein Leben bestimmte.
Vergrößern
Julien im traditionellen Gewand am Königspalast in Ruanda - sein Urgroßvater war König Mutara der III
Vergrößern
Julien mit seiner Großtante "Oma Florida": Er sieht sie zum ersten Mal und trotzdem ist sofort eine tiefe Verbindung da.
Vergrößern
Julien besucht an seinem 35. Geburtstag das "Kigali Genocide Memorial" in Kigali. Vor einer Gedenktafel mit Namen von ermordeten  Tutsi versucht er das Unbegreifliche zu erfassen.
Vergrößern
Originaltitel
Ererbtes Trauma - Julien und der Schmerz der Anderen
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Info, Gesellschaft + Soziales

Wenn der Horror Generationen verfolgt

Von Rupert Sommer

Ein Thema, das erschüttert: "37° – Ererbtes Trauma", der neue Beitrag aus der ZDF-Sozialreport-Reihe, befasst sich mit dem erst nach und nach genauer untersuchten Phänomen, dass seelische Verwundungen von Eltern auf ihre Kinder weitergegeben werden können.

Es sind eine Krankheit und ein Druck, die sich zunächst nicht klar erkennen und schon gar nicht eindeutig zuordnen lassen. Die ZDF-Reportage "Ererbtes Trauma – Julien und der Schmerz der Anderen" aus der "37°"-Reihe befasst sich mit dem Phänomen, dass seelische Beeinträchtigungen lange weiterwirken können. Und sie lassen sich sogar von Eltern auf ihre Kinder übertragen.

"Ich habe immer einen Schmerz in mir gespürt, eine ständige Trauer, die fast meinen Brustkorb zerreißt", sagt der 35-jährige Julian, der eigentlich auf eine äußerlich behütete Kindheit und Jugendzeit in Frankfurt zurückblicken kann. "Und doch merke ich, dass der Schmerz mit meinem Leben nichts zu tun hat." Erst sehr spät erfährt er: In ihm wirken Spuren von Schrecken nach, die einst seine Eltern durchleben mussten – in Ruanda.

Aufbruch nach Ruanda, den Ort früheren Völkermord-Grauens

Es ist ein medizinisches Thema, das zunehmend nicht nur Therapeuten beschäftigt, sondern auch sogenannte Epigenetiker – Experten, die sich mit dem menschlichen Erbgut befassen. Sogar dort lassen sich Veränderungen nachweisen, die auf Traumata basieren. Eltern oder Großeltern geben solche existenzielle Erschütterungen teilweise über mehrere Generationen hinweg weiter. Die Folge sind auf den ersten Blick für Außenstehende, aber auch für die Betroffenen selbst irrational erscheinende Ängste, massive Selbstwertprobleme und ein hohes Maß an emotionaler Verwundbarkeit.

Es ist ein Phänomen, das zuerst bei den Nachfolge-Generationen von Holocaust-Überlebenden beobachtet wurde. Aber auch schreckliche neuere Menschenrechtsverletzungen wie beim Völkermord in Ruanda geraten nun immer öfter ins Visier der Forschung. Julien will sich im Filmbeitrag von Tina Soliman und Torsten Lapp den Schatten der Vergangenheit stellen: Er bricht auf nach Ruanda – in die ursprüngliche Heimat seines verstorbenen Vaters.

37° – Ererbtes Trauma – Julien und der Schmerz der Anderen – Di. 29.04. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Eine Grafik zum Down-Syndrom.
Gesundheit

Gemeinsam gegen Einsamkeit

Der Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März steht unter dem Motto "Gemeinsam gegen Einsamkeit". Das Deutsche Down-Syndrom Infocenter ehrt Engagement und informiert über Trisomie 21.
Ali Güngörmüs lacht.
HALLO!

TV-Koch Ali Güngörmüs: "Teilen ist das neue Haben"

TV-Koch Ali Güngörmüs hat mit „Meze – Mediterrane Rezepte zum Teilen“ sein neuestes Kochbuch veröffentlicht. Außerdem ist er seit Ende Februar mit „Roadtrip Australien“ wieder bei Kabel Eins zu sehen.
Dr. Thomas Schneider im Porträt.
Gesundheit

Schmerzhafter Ballenzeh: OP nötig oder geht’s auch ohne?

Zu enge Schuhe können auf Dauer einen schmerzhaften Ballenzeh, den Hallux valgus, verursachen. Nicht immer muss operiert werden. In welchen Fällen konservative Behandlungen ausreichen, welche OP-Methoden besonders schonend sind und wie man vorbeugen kann – diese Fragen hat prisma dem leitenden Orthopäden und Fußchirurgen der Gelenk-Klinik Gundelfingen, Dr. Thomas Schneider, gestellt.
Dr. Melanie Ahaus ist niedergelassene Kinder- und Jugendärztin in Leipzig und Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Sachsen.
Gesundheit

Deshalb ist passendes Schuhwerk für Kinderfüße so wichtig

Kinderfüße wachsen in Schüben, was oft zu zu kleinen Schuhen führt. Worauf Eltern bei Kinderschuhen achten sollten, um gesunde Füße zu fördern, erklärt ein Arzt.
Heinz Strunk und Ully Arndt.
HALLO!

Heinz Strunk und Ully Arndt im Interview: „Bilder lassen sich nicht überlesen“

Im Carlsen Verlag ist die lange erwartete Comic-Version des Bestsellers „Der goldene Handschuh“ von Heinz Strunk erschienen. Ully Arndt hat den Stoff adaptiert. Wir haben mit beiden gesprochen.
Dr. med. dent. Julia Thome ist Zahnärztin im Kölner Carree Dental. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte sind Funktionsdiagnostik/-therapie und Wurzelkanalbehandlungen.
Gesundheit

So bleibt die Zahnprothese lange in Schuss

Zahnprothesen benötigen besondere Pflege, um lange haltbar und funktionstüchtig zu bleiben. Zahnpasta ist ungeeignet, da sie die Prothese beschädigen kann. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Prothese richtig reinigen und pflegen.