Erzgebirgskrimi - Mord auf dem Jakobsweg
02.11.2024 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
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Originaltitel
Erzgebirgskrimi
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2024
Serie, Krimireihe

Ein toter Pilger und viele Verdächtige

Von Susanne Bald

Im zehnten "Erzgebirgskrimi" wird auf der sächsischen Etappe des Jakobswegs der Pilger Matthias Langer erhängt aufgefunden. Schnell haben es die Ermittler Szabo und Winkler gleich mit mehreren Verdächtigen zu tun, die sich allesamt in Widersprüche verstricken.

"Ich bin dann mal weg": Das Pilgern auf dem Jakobsweg ist nicht erst seit Hape Kerkelings Erfahrungsbericht ein beliebtes Unterfangen bei Sinnsuchenden. Waren es im Falle des Entertainers damals gesundheitliche Gründe, die den Anstoß gaben, sind es bei anderen häufig schwierige Entscheidungen, für die sie sich eine Eingebung erhoffen. So auch Matthias Langer (Wanja Mues), der im neuen "Erzgebirgskrimi: Mord auf dem Jakobsweg" am Rande des Pilgerwegs erhängt aufgefunden wird. Fand er am Ende doch keinen anderen Ausweg für seine Probleme? Der zehnte Film der ZDF-Reihe ist zur gewohnten Sendezeit am Samstagabend zu sehen.

Das Drehbuch stammt einmal mehr von Leo P. Ard. Hinter dem Pseudonym steckt Jürgen Pomorin, der schon für zahlreiche "Tatort"- und "Polizeiruf"-Fälle Drehbücher beisteuerte. Regie führte Markus Imboden ("Tatort", "Daheim in den Bergen"), der – kleine Anekdote am Rande – Cornelia Gröschel 2001 mit der Hauptrolle in seinem "Heidi"-Film zum Durchbruch verhalf. Gröschel, unter anderem als Dresdner "Tatort"-Kommissarin bekannt, spielt im neuen "Erzgebirgskrimi" eine tragende Nebenrolle, während Lara Mandoki und Kai Scheve erneut als Kommissare Szabo und Winkler zu sehen sind.

Das Ermittlerduo erfährt, dass in letzter Zeit schon häufiger Pilger überfallen und ausgeraubt wurden. Sollte mit dem Erhängen Langers ein aus dem Ruder gelaufener Raub vertuscht werden? Die Untersuchung des Leichnams und Langers verschwundener Rucksack stützen diesen Verdacht zumindest.

An Verdächtigen mangelt es nicht

Langer habe "beim Pilgern neue Kraft tanken" wollen, berichtet dessen Geschäftspartner Peter Siepmann (Thomas Schmauser). Sie beide und Langers Frau Maike (Cornelia Gröschel) hätten in Dresden in den letzten Jahren ein Sägewerk modernisiert und seien in den weltweiten Holzhandel eingestiegen. Das habe alle sehr viel Kraft gekostet. Maike sei ihrem Mann vor zwei Tagen auf den Jakobsweg nachgefolgt – und sie war nicht die einzige Begleitung Langers, wie die Polizisten erfahren. Auch Felix Uhlich (Hans-Uwe Bauer), in dessen kleinem Sägewerk Langer früher arbeitete, war dabei, außerdem ist der Pilger Benedict Wagner (Max Herbrechter) vermeintlich zufällig zu dem Trio gestoßen.

Während Winkler und Szabo nun Uhlich, Wagner, Siepmann und Maike Langer befragen, weisen immer wieder eingestreute Rückblicksfetzen darauf hin, dass wohl nicht alles so geschehen ist, wie sie behaupten. Demnach hatte Langer nicht nur Eheprobleme mit Maike, sondern auch Ärger mit Uhlich, Wagner wiederum suchte Hilfe bei einem Pfarrer: "Jetzt spür' ich nur noch Hass auf diesen Menschen. Alles in mir ruft nach Rache. Ich frage Sie: Was soll ich tun?" – Wen meinte er? – Langer? All das erfährt zunächst aber nur der Zuschauer. Eine ganz andere Spur scheint sich zu ergeben, als die Polizisten im Wald die 15-jährige Ausreißerin Lara (Anna Shirin Habedank) aufspüren. Sie gibt zu, Pilger bestohlen zu haben, aber hat sie auch etwas mit dem Mord zu tun?

Klarheit im Leben

"Mord auf dem Jakobsweg" ist mehr Drama als Krimi, unaufgeregt erzählt und doch bestens unterhaltend. Ein besonderer Lichtblick ist die von Teresa Weißbach entwaffnend charmant verkörperte Försterin Saskia Bergelt. Als einzige im Hauptcast, die mit regionalem Zungenschlag spricht, verleiht die gebürtige Zwickauerin und offizielle Botschafterin des Erzgebirges dem Krimi einen Hauch von Lokalkolorit.

Und Weißbachs Försterin zwingt den Kommissar, Typ einsamer Wolf, mit ihrer unverblümten Art höchst unterhaltsam immer wieder aus seiner Komfortzone: Sie habe es "befremdlich" gefunden, dass er sich nach ihrer gemeinsamen Nacht nie gemeldet habe. "Ich muss einfach Klarheit darüber haben, was ich selbst will", versucht Winkler sich unbeholfen zu erklären – und macht es nur noch schlimmer. Mal sehen, wie es mit den beiden im nächsten "Erzgebirgskrimi" weitergeht. Drei weitere Filme sind bereits abgedreht, die Ausstrahlungstermine stehen noch nicht fest.

"Erzgebirgskrimi – Mord auf dem Jakobsweg" – Sa. 02.11. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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