Evolution
03.08.2024 • 00:00 - 01:35 Uhr
Spielfilm, Drama
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Originaltitel
Evolution
Produktionsland
H, D
Produktionsdatum
2021
Spielfilm, Drama

Wie ein Trauma weiter wütet

Von Rupert Sommer

Der anspruchsvoll inszenierte Spielfilm, den ARTE in Erstausstrahlung zeigt, erzählt eine Familiengeschichte über drei Zeitstufen hinweg. Es geht um die Frage, was es heute heißt, in Europa jüdisch zu sein.

Scherben zusammenfügen, damit sich ein geschlossenes Bild ergibt: Der deutsch-ungarische Spielfilm "Evolution" (2021), den ARTE auf dem Nachtsendeplatz in deutscher Erstausstrahlung zeigt, trägt die Fragmente einer Familiengeschichte zusammen. Alles beginnt mit einem kleinen Wunder: In einer der Gaskammern von Auschwitz wird 1945 ein Mädchen gefunden, das die Schrecken der Nazi-Ermordungsmaschinerie überlebt hat. Später springt die Handlung Jahrzehnte weiter nach Budapest und Berlin, wo Nachkommen darüber reflektieren, was es heute in Europa heißt, Jude zu sein.

Von einer Zeit, in der Antisemitismus zurückkehrt

Was die Spurensuche erschwert: Offizielle Dokumente, die Kinder und Enkel der Auschwitz-Überlebenden suchen, sind entweder verschollen oder wurden aufwendig gefälscht. Unter dem Druck der Verfolgung ging es einst darum, eine jüdische Herkunft zu verbergen. Das führt so weit, dass Jonas (Goya Rego) aus der Enkelgeneration schwer mit seiner Identität hadert. Was er allerdings spürt: Wegen seines jüdischen Glaubens fühlt er sich in seiner Berliner Schule oft ausgeschlossen.

Regisseur Kornél Mundruczó und seine Drehbuchautorin Kata Wéber greifen für ihre intensive Standortbestimmung auch auf persönliche Familienerfahrungen zurück – über drei Generationen hinweg. Es geht ihnen immer wieder um die Frage nach den psychologischen Untiefen des Holocausts, der Traumatisierung und der Weitergabe von Ängsten – auch in einer Welt, die leider wieder von Antisemitismus geprägt ist.

Evolution – Fr. 02.08. – ARTE: 00.00 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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