Ferien

  • Vivi (Britta Hammelstein) wollte eigentlich nur mal übers Wochenende ausspannen - bis ihre Vermieterin plötzlich abhaut und Vivi dasteht mit dem scheuen Eric (Jerome Hirthammer), der ein Problem mit seiner Wut hat. Vergrößern
    Vivi (Britta Hammelstein) wollte eigentlich nur mal übers Wochenende ausspannen - bis ihre Vermieterin plötzlich abhaut und Vivi dasteht mit dem scheuen Eric (Jerome Hirthammer), der ein Problem mit seiner Wut hat.
    Fotoquelle: rbb/Nicolai Mehring
  • Die erschöpfte Jura-Absolventin Vivi (Britta Hammelstein) wird von ihrem dynamischen Vater (Detlev Buck) übers Wochenende auf eine Insel verschleppt, damit sie mal ausspannen kann. Vergrößern
    Die erschöpfte Jura-Absolventin Vivi (Britta Hammelstein) wird von ihrem dynamischen Vater (Detlev Buck) übers Wochenende auf eine Insel verschleppt, damit sie mal ausspannen kann.
    Fotoquelle: rbb/Nicolai Mehring
  • Vivi (Britta Hammelstein, 2. v. li.) wollte eigentlich nur mal übers Wochenende ausspannen - doch dann findet sie sich wieder zwischen der lustigen Biene (Inga Busch, li.), dem scheuen Teenager Sohne Eric (Jerome Hirthammer, 2. v. re.), dem kleinen Nachbarsjungen Pete (Tilman Döbler, re.) und jeder Menge neuer Probleme. Vergrößern
    Vivi (Britta Hammelstein, 2. v. li.) wollte eigentlich nur mal übers Wochenende ausspannen - doch dann findet sie sich wieder zwischen der lustigen Biene (Inga Busch, li.), dem scheuen Teenager Sohne Eric (Jerome Hirthammer, 2. v. re.), dem kleinen Nachbarsjungen Pete (Tilman Döbler, re.) und jeder Menge neuer Probleme.
    Fotoquelle: rbb/Nicolai Mehring
Spielfilm, Drama
Urlaub von der Leistungsgesellschaft
Von Gabriele Summen

Infos
Originaltitel
Ferien
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2016
Kinostart
Do., 07. Juli 2016
ARD
Mi., 04.07.
01:55 - 03:18


Der ultralakonischen Aussteigergeschichte "Ferien" kann man einen gewissen norddeutschen Charme nicht absprechen.

Gleich zu Beginn von Bernadette Knollers Langfilmdebüt "Ferien" erteilt die Richterin der angehenden Staatsanwältin Vivian das Wort. Doch die junge Karrierefrau bringt plötzlich keinen Ton mehr hervor. Vivian will einfach nicht mehr, sie kann nicht mehr, sie hat keine Lust mehr zu funktionieren. Der zunehmende Leistungsdruck in unserer Gesellschaft wird in letzter Zeit häufiger in deutschen Tragikomödien thematisiert. Wie schon in Laura Lackmanns "Mängelexemplar" oder in dem frenetisch gefeierten "Toni Erdmann" von Maren Ade wird die Leistungsgesellschaft auch in diesem Film radikal in Frage gestellt. Das Erste zeigt das lakonische Werk zu später Stunde als TV-Premiere.

Nachdem Vivian (Britta Hammelstein) also den Gerichtssaal mit wehender Robe verlassen hat, flüchtet sie sich auf die mütterliche Couch. Sie kann sich nicht einmal mehr vorstellen, mit ihrem harmlos-netten Yuppie-Freund zusammenzuziehen. Ihr alter Herr, gespielt von Detlev Buck – der im wirklichen Leben der Vater der Regisseurin ist – glaubt, dass seine Tochter einfach mal ein bisschen ausspannen muss. Also fährt er gemeinsam mit ihr auf eine nicht näher benannte Nordseeinsel.

Doch eine wirkliche Stütze für seine sichtlich unter Burn-out und Depressionen leidende Tochter – wobei dies klugerweise niemals ausgesprochen wird – ist er auch nicht. Genau wie Vivians Mutter, die nur mit dem oberflächlichen Tipp aufwartete, ein Kind zu bekommen, rät Papa ihr letztlich nur wieder zur weiteren Selbstoptimierung.

Vivian jedoch wünscht sich nur eines: endlich "in Ruhe gelassen zu werden"! Ziemlich rasch merkt man, dass die Regisseurin Tochter ihres Vaters ist: Der recht trockene lakonische Humor und die entschleunigte norddeutsche Szenerie erinnern an die frühen Filme Detlev Bucks.

Auf der unspektakulären Insel lernt Vivian, die sich schon bald bei dem Zimmermädchen Biene (Inga Busch) einquartiert, eine ganze Menge skurriler Leute kennen – darunter den Besitzer eines Ladens, von dem man nicht so recht weiß, was er denn nun eigentlich verkauft. Sie lässt sich von dem heillos verpeilten Ladeninhaber anstellen. Der wird übrigens von Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach erstaunlich herausragend gespielt, sodass er der ebenfalls überzeugend agierenden Britta Hammelstein in einigen Szenen sogar die Show stiehlt.

Ansonsten schwappt der Film hin und her – zwischen tot vom Himmel fallenden Tauben, kleinen Differenzen in der örtlichen Moosmännchen-Bastelgruppe, einem gestrandeten Wal und ein paar nett-schrägen Szenen mit dem Teenager-Sohn Eric (Jerome Hirthammer).

So plätschert die streckenweise bemüht wirkende Tragikomödie ohne beeindruckende Höhepunkte von Szene zu Szene, was man ihr letztlich aber nicht wirklich ankreiden kann. Denn darum geht es ja gerade – um die Auszeit von Konventionen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Eine Filmkritik sowie weitere Infos zu "Ferien" finden Sie hier.


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Der Trailer zu "Ferien"

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