Furiosa: A Mad Max Saga
12.07.2026 • 20:15 - 22:45 Uhr
Spielfilm, Sci-Fi-Film
Lesermeinung
prisma-Redaktion
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Originaltitel
Furiosa: A Mad Max Saga
Produktionsland
AUS, USA
Produktionsdatum
2024
Altersfreigabe
12+
Kinostart
Do., 23. Mai 2024
Spielfilm, Sci-Fi-Film

Unverwüstliche Unterhaltung

Von Christopher Diekhaus

Eine "Mad Max Saga" ohne Mad Max erzählt George Miller im neuesten Teil seiner ikonischen Endzeitreihe, den RTL jetzt als Free-TV-Premiere zeigt. Die Bühne gehört ganz der unerschrockenen Furiosa, deren Vorgeschichte in einem abermals irrwitzig spektakulären Ritt im Mittelpunkt steht.

Dass George Millers "Mad Max" aus dem Jahr 1979 zu den Klassikern des Endzeitkinos gehört, zeigt schon ein Blick auf das, was anschließend passierte. Zahlreiche Filmemacher orientierten sich an seiner Motivik und Ästhetik, brachten Werke hervor, in denen Millers Einfluss mit Händen zu greifen ist. Skurrile Kostüme und bizarr aufgemotzte Fahrzeuge, wie sie der Australier mit seinen kreativen Mitstreitern erdachte, sind bis heute fester Bestandteil dystopischer Fiktionen.

So ikonisch der erste Film der postapokalyptischen Reihe und ihre Titelfigur auch sein mögen, war nach dem dritten Teil "Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel" (1985) erst einmal Schluss. 2015, 30 Jahre und viele Budgetkämpfe später, legte George Miller mit "Mad Max: Fury Road" doch noch ein viertes Kapitel vor, das es wahrlich in sich hatte. Selten wurde im Kino der jüngeren Vergangenheit ein derart hochtouriges Actionfeuerwerk abgebrannt.

Mit der von Charlize Theron verkörperten einarmigen Überlebenskämpferin Imperator Furiosa führte Miller zudem eine neue Protagonistin in die Saga ein und öffnete diese für weibliches Emanzipationsstreben. Der fünfte Reihenbeitrag "Furiosa: A Mad Max Saga" (2024), den RTL jetzt als Free-TV-Premiere zeigt, knüpft daran an beziehungsweise springt in der Zeit zurück, um in die Vorgeschichte dieser vom Schicksal nicht gerade verwöhnten Figur einzutauchen.

Nicht permanent am Anschlag

Die Handlung setzt kurz nach dem Zusammenbruch aller zivilisatorischen Strukturen ein. Mitten im Ödland Australiens gibt es noch ein fruchtbares Fleckchen Erde, einen grünen Ort, an dem die kleine Furiosa (Alyla Browne) Pfirsiche von Bäumen pflücken kann. Mit der paradiesischen Herrlichkeit ist es allerdings vorbei, als sie eines Tages von der Bikerhorde um den durchgeknallten Dementus (Chris Hemsworth) gekidnappt wird. Bei der Suche nach ihrer Tochter verliert Furiosas Mutter (Charlee Fraser) auf denkbar grausame Weise ihr Leben, und in Händen der Motorradmeute gelangt das Mädchen schließlich in die Zitadelle, jene künstliche Oase aus "Mad Max: Fury Road", in der der Tyrann Immortan Joe (Lachy Hulme) das Sagen hat.

Wenn Alphatiere aufeinanderprallen, ist Ärger programmiert, auch in diesem Fall. Dementus will die Macht in der Zitadelle an sich reißen, muss sich jedoch vorerst mit einem Deal abfinden und reicht Furiosa an Immortan Joe weiter. In dessen fragwürdiger Obhut kann sie sich einer Bestimmung als Gebärmaschine entziehen. Jahre später, das Mädchen ist inzwischen erwachsen geworden und wird nun von Anya Taylor-Joy ("Das Damengambit") gespielt, wartet Furiosa auf ihre Chance, zu fliehen und in ihre Heimat zurückzukehren. Den brutalen Mord an ihrer Mutter hat sie natürlich nicht vergessen.

Vergleicht man "Furiosa: A Mad Max Saga" mit dem vierten Film der Reihe, fällt vor allem eines auf: George Miller baut diesmal etwas mehr Verschnaufpausen ein, zelebriert keine Nonstop-Hatz durch das schier endlose Ödland. Was allerdings nicht heißt, dass Actionfans in die Röhre schauen müssten. Auch das neue Abenteuer bietet explosive, wahnwitzige Stunts in rauen Mengen und lässt aufgemotzte Fahrzeuge reihenweise ineinander krachen. Stärker als in "Mad Max: Fury Road" greift der Regisseur dabei auf Unterstützung aus dem Computer zurück. Ein arg künstlicher Spektakelbrei wie in so vielen Blockbustern der Gegenwart bleibt dem Publikum aber erspart.

Anya Taylor-Joy liefert ab

Einmal mehr erweist sich die zum Teil in sattem, fast surrealem Orange erstrahlende Wüste als höchst stimmungsvoller Schauplatz für große, einprägsame Bilder. Millers dystopische Saga begann 1979 als schmutziges B-Movie, strahlt noch immer eine rohe Kraft aus, hat ästhetisch aber einen großen Sprung gemacht. Unverändert exzentrisch und seltsam faszinierend sind die Maskeraden vieler der abgebrannten, ihrer Hoffnungen beraubten Charaktere. Neben dem schon bekannten Look des unter einem gruseligen Atemgerät steckenden Immortan Joe sticht vor allem die schräge Aufmachung von Dementus hervor. Marvel-Star Chris Hemsworth, dem eine fette falsche Nase im Gesicht prangt, kostet seine betont überkandidelte Rolle, eine Mischung aus Messias, Rasputin-Verschnitt und römischem Feldherrn, lustvoll aus.

"Furiosa: A Mad Max Saga" bringt inhaltlich etwas mehr auf den Tisch als der Vorgänger und gönnt sich zwei, drei überraschende Wendungen, etwa einen verhältnismäßig intimen Showdown. Die meiste Zeit bewegt sich der Film indes im vertrauten Endzeitrahmen und versucht, mit behaupteter Tiefgründigkeit zu punkten. Magnetisches Zentrum des Geschehens ist Anya Taylor-Joy, die erst nach rund einer Stunde die Bühne betritt. Als zähe, einfallsreiche Actionheldin kann sie ihrer Wegbereiterin Charlize Theron durchaus das Wasser reichen.

Mad Max selbst spielt, da er und Furiosa sich erst in "Mad Max: Fury Road" kennenlernten, im Prequel übrigens keine Rolle. Was auch ein Grund für die relativ schwache Kino-Performance des neuen Films gewesen sein könnte. "Furiosa: A Mad Max Saga" spielte nur knapp mehr als die Produktionskosten von etwa 170 Millionen Dollar ein und blieb damit weit hinter den Erwartungen der Studiobosse zurück. Sollte George Miller es schaffen, die Produzenten von einer weiteren Fortsetzung zu überzeugen, würde er nach eigenem Bekunden trotzdem gerne mit der "Mad Max"-Saga weitermachen – die Pläne zu einem neuen Film mit dem Titel "Wasteland" lägen bereits fertig in der Schublade.

Furiosa: A Mad Max Saga – So. 12.07. – RTL: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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