Greenland
Spielfilm, Drama • 03.10.2022 • 22:00 - 23:50
Lesermeinung
prisma-Redaktion
"Greenland" ist ein spannender Katastrophenfilm, in dem die Menschen ebenso zur Gefahr werden wie der zerstörerische Komet.
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John (Gerard Butler, rechts) ist zusammen mit seiner Frau Allison (Morena Baccarin) und dem siebenjährigen Sohn Nathan (Roger Dale Floyd) auf der Flucht.
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John (Gerard Butler, Mitte) und Allison (Morena Baccarin, links) kämpfen dafür, in ein rettendes Flugzeug zu steigen, um in Grönland in Sicherheit zu gelangen.
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Die Familie hat es bis zur Sammelstelle geschafft. Ihre Fluchtpläne werden jedoch durchkreuzt: Ihr zuckerkranker Sohn, der kleine Nathan (Roger Dale Floyd, rechts), darf nicht mit in den Bunker.
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Auf der Flucht wurde die Familie getrennt: John (Gerard Butler, Mitte) sucht per Anhalter auf der Farm seines Schwiegervaters Zuflucht.
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In den Trümmern versucht Allison (Morena Baccarin) verzweifelt, getrennt von ihrem Mann, ihren Sohn Nathan (Roger Dale Floyd) vor den lauernden Gefahren zu beschützen.
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Nachdem sie auf der Flucht getrennt worden waren, treffen sich Allison (Morena Baccarin) und John (Gerard Butler) wieder.
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Im Flugzeug blickt Familie Garrety (von links, Morena Baccarin, Gerard Butler und Roger Dale Floyd) verzweifelt in die Zukunft: Was erwartet sie in Grönland?
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Originaltitel
Greenland
Produktionsland
USA, GB
Produktionsdatum
2020
Altersfreigabe
12+
Kinostart
Do., 22. Oktober 2020
Spielfilm, Drama

Kometenhafter Untergang

Von Jasmin Herzog

Free-TV-Premiere im ZDF-Montagskino: "Endlich mal ein Disaster-Movie, das sich 'echt' anfühlt", schreibt die Programmzeitschrift "TV Spielfilm". Der Blockbuster "Greenland" mit Gerard Butler in der Hauptrolle greift unterschwellig verstörend aktuelle Aspekte auf...

Man mag von Krawall-Darsteller Gerard Butler halten, was man will. Aber wie ihm in "Greenland" (2020, jetzt als Free-Premiere im Zweiten) immer wieder die Gesichtszüge entgleisen, das ist schon großes Kino. Ziemlich am Anfang von Ric Roman Waughs Katastrophenfilm steht John Garrity, die von Butler gespielte Hauptfigur, mit seiner Familie vorm Fernseher. Während alle Sender live übertragen, wie ein Komet der Erde entgegenrast und kleine Brocken in der Atmosphäre verglühen, mampft Johns amerikanische Mittelschichtfamilie genüsslich ihr Popcorn. Ein harmloses Himmelsspektakel, mehr nicht. Dann aber stürzt ein riesiger Brocken nicht wie erwartet ins Meer, sondern auf eine Großstadt in Florida. Hunderttausende sterben im Flammeninferno, und vorm heimischen Fernseher legt man das Popcorn beiseite und blickt sich schockiert in die Augen.

Der Komet wird die Erde mitnichten als telegener Funkenregen passieren. Kleine Bruchstücke werden überall einschlagen und Städte zerstören. In zwei Tagen wird dann ein riesiger Brocken die Erde treffen, größer als jener, der einst die Dinosaurier auslöschte. Alle haben sie sich getäuscht, die Wissenschaft, die Politik, die Medien.

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"Greenland" ist einerseits ein sehr konventioneller Katastrophenfilm, in der Tradition von "Deep Impact" und "The Day After Tomorrow" etwa. Die dräuende Apokalypse, die Regisseur Waugh in beeindruckenden Katastrophenvignetten zeigt, ist aber nur der Hintergrund für sehr menschliche Dramen. John, seine Frau Allison (Morena Baccarin) und der siebenjährige Sohn Nathan (Roger Dale Floyd) wurden ausgewählt, sich in einen Schutzbunker zu begeben. Warum ausgerechnet sie vorm sicheren Kometentod bewahrt werden sollen, wissen sie zunächst nicht. Und das ruft natürlich Begehrlichkeiten auf den Plan, von Freunden und Nachbarn und Wildfremden.

Die Katastrophe ist global, das Leid amerikanisch

Die Familie macht sich also auf den Weg zu einer Militärbasis, von wo aus sie in geheime Bunkeranlagen auf Grönland gebracht werden soll. Doch im letzten Moment verweigert man ihnen den Flug. Denn Sohn Nathan ist Diabetiker – und kranke Menschen will man nicht dabei haben, wenn nach der Apokalypse eine neue Gesellschaft gegründet werden soll. Also versuchten John und seine Familie, Grönland auf eigene Faust zu erreichen. Irgendwo in Kanada, so heißt es, würden wagemutige Piloten die Reise auf die Insel im Alleingang antreten.

Doch bis nach Kanada ist es ein weiter Weg. Und vor allem ein feindseliger. Denn fast noch größer als die Gefahr, die durch den Kometen ausgeht, ist die Gefahr durch den Menschen. Die Menschen plündern, sind bis an die Zähne bewaffnet. Verschwörungstheorien machen die Runde. Kommt einem irgendwie bekannt vor ...

Regisseur Ric Roman Waugh, der zuletzt mit Gerard Butler "Kandahar" gedreht hat, inszeniert die Flucht seiner Protagonisten als atemloses, hoch spannendes Rennen gegen die Zeit – und gegen eine herzlose Bürokratie, die nur jene Menschen weiterleben lässt, die den richtigen QR-Code auf dem Handy haben. Ohne das richtige Formular geht selbst im Angesicht der Katastrophe nichts. Das Misstrauen gegen den amerikanischen Staat ist hier mit Händen zu greifen. Das macht "Greenland" sehr aktuell.

Während alle Dämme brechen, die zivilisatorischen und die gesellschaftlichen, werden immer mehr Städte weltweit ausgelöscht. Man sieht das in kurzen, aus der Ferne gedrehten Fernsehbildern und an den Zahlen der Opfer, die über die Nachrichtenticker laufen. Mexiko Stadt, Paris, Tokio – alles in Trümmern. Die Katastrophe ist global, das Leid in diesem Film aber rein amerikanisch. Und da ist "Greenland" – ein Film, der fast vollständig ohne Roland-Emmerich-Pathos auskommt – dann doch wieder sehr nah an dem, was man von US-Katastrophenfilmen so kennt.

Greenland – Mo. 03.10. – ZDF: 22.00 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Der Trailer zu "Greenland"

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